Christina/ November 3, 2020/ Alltagsgeschichten

„Farewell my summer love“ sang Michael Jackson einst. Damals schwang schon etwas Melancholie mit, jetzt ist sie hier. Der Sommer ist definitiv vorbei, der Herbst hat Halbzeit und ich nehme mir eine Auszeit vom Alltag. Ein Alltag, der immer stressiger wird – Corona hat sein Übriges dazu getan. Aber die gute Laune lasse ich mir an diesem schönen Herbsttag davon nicht vermiesen. Die Sonne scheint, die Temperaturen sind moderat, beste Voraussetzungen also, um noch einmal den „Schwarzen“ zu satteln und eine ausgiebige Runde um die Stadt zu drehen.

White Beauty
Gleich an der Pferdekoppel in Lehndorf treffe ich auf White Beauty. Das arme Ding sieht auch nicht gerade bsonders fröhlich aus. Kein Wunder, wenn ich den ganzen Tag im Matsch stehen müsste, würde ich vermutlich genauso schauen. Deshalb winke ich dem Kleinen vergnügt zu, spreche ein paar Worte der Ermunterung und wünsche ihm noch einen schönen Tag, dem „Kleinen Onkel„.

Auf meiner Lieblingsroute durchquere ich den Westpark und atme die wunderschöne Herbststimmung mit den golden beschienenen Herbstblätter noch einmal ganz tief in mich ein. Hier hatte ich in diesem Frühjahr und Sommer eine richtig schöne Zeit. Und wer es bis jetzt noch nicht gemerkt haben sollte: die Natur ist unser bester Freund! Gerade jetzt in der „sozial grauen“ Coronazeit habe ich mich immer wieder gerne hier im Park aufgehalten und die jahreszeitlich bedingten Veränderungen beobachtet. Fun fact am Rande: das macht gute Laune und kostet nichts!

Die Blumenbeete am Windturm
Es ist logisch, dass ich auch nochmals an meinem geliebten Windturm vorbeifahre! Und siehe da, am Feldrand steht noch einiges in Blüte.

Vorbei am Broitzemer Fernmeldeturm geht es Richtung Rüningen. Die Abfahrt nutze ich aber noch für den Blick zurück. Die Landschaft strahlt im Sonnenlicht, das muss auf Film gebannt werden. Kurze Zeit später erreiche ich den Südsee. Hier ist ein einsamer Segler auf dem Wasser unterwegs. Auch ein schönes Motiv, aber es lockt mich nicht so richtig. Allerdings kann ich nur wenige Minuten später mal wieder nicht die Finger vom Auslöser lassen.

Das „Weiße Haus“ von Braunschweig
Ich fahre auf dem Ringgleis an Schloss Richmond vorbei. Wie es so schön in der Herbstsonne darliegt denke ich für mich, dass der Bau doch das schönere „Weiße Haus“ im Vergleich zu Washington – von den Bewohnern ganz zu schweigen. Also, anstatt sich vor die Glotze zu setzen, um dem fünftklassigen Wahlkampf einer abgehalfterten Ex-Weltmacht zu folgen (spätestens seit der Bekämpfung von Corona hat China den USA längt den Rang abgelaufen), geht lieber in die schöne Natur und setzt euch vor unser Weißes Haus!

Es geht weiter am Ringgleis entlang bis ich Riddagshausen erreiche. Ich treffe erneut auf eine Pferdekoppel. Ich lenke meinen „Schwarzen“ zunächst entlang der Wabe und dann durch den Prinzenpark. Hier muss ich abkürzen, Teile des Ringgleises sind zur Zeit wegen Bauarbeiten gesperrt. So lande ich in Gliesmarode, direkt vor dem Haus eines U2-Fans. Ein Teil der Hausfassade ist der irischen Pop-Band gewidmet. Auch wenn die Farben in schwarz gehalten sind, strahlt das Bild eine gewisse Zuversicht aus. Ist es Bono’s Arm, der in die Luft gestreckt ist? Ich bewerte das Symbol als Zeichen der Hoffnung, weil es mir so gefällt.

Jetzt heißt es: Sag beim Abschied leise Servus.

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