Christina/ Januar 6, 2020/ Kultur

Silvester in Palma de Mallorca? Winter auf DER deutschen Ferieninsel? Ja, sage ich. Das ist mein absoluter Geheimtipp. Mallorca besuchen, wenn der Touristenrummel so gut wie nicht vorhanden ist. Dann ist Raum, die Hauptstadt und die Insel wirklich zu entdecken, so wie sie eigentlich ist: sonnig, ruhig, friedlich, einfach schön! Im Zuge einer einwöchigen Wanderreise auf Mallorca haben wir DEN perfekten Tag in der mallorquinischen Hauptstadt erwischt: strahlend blauer Himmel, fantastische 16 Grad, Frühlingsstimmung pur am letzten Tag des Jahres! Und der Besuch in Palma lohnt sich nicht nur wegen des Standartenfests, das jährlich am 31.12 stattfindet.

Liebe auf den zweiten Blick
Vor gut 15 Jahren bin ich das erste Mal hier gewesen, auf Mallorca, der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen. Und, ich war enttäuscht. Es war Ende März und es hat fast vier Tage durchgeregnet. Eigentlich wollte ich damals mit einem Freund auf der Insel Radfahren. Pustekuchen, wir haben gefroren wie die Schneider in unserer unbeheizten Finca. An Radfahren war nicht zu denken. Ich erinnere mich noch an den entsetzen Blick meiner damaligen Vermieterin (ein absoluter Mallorca-Fan) als ich ihr nach der Rückkehr auf die Frage, wie es mir denn gefallen hätte, antwortet: überhaupt nicht! Also musste ich der Insel doch noch einmal eine Chance geben. Und, es hat sich absolut gelohnt. Ich bin mit Mallorca und besonders seinen Bergen versöhnt.

La Ruta de Pedra en Sec
Die Wanderwoche in Esporles, einem Bergdorf in der Serra de Tramuntana, war wunderschön. Wir hatten die ganze Zeit tolles Wetter, es hat kein einziges Mal geregnet. Auf dem Weg zum Flughafen hatte mir der Taxifahrer noch Angst machen wollen: „Zum Wandern nach Mallorca im Winter? Ist es da jetzt nicht viel zu kalt?“ Nein, überhaupt nicht. Klar, in den Bergen ist kein T-Shirt-Wetter, aber oftmals hat die Sonne geschien. Es ist wunderbar ruhig auf der Insel, wirklich ursprünglich. Im Ort selbst haben wir nur Einheimische getroffen und konnten wunderbar das authentische Inselleben beobachten. Die Wanderung gingen teilweise entlange der Ruta de Pedra en Sec, dem Wanderweg der Trockensteinmauern (GR 221). Die Landschaft mit ihren knorrigen Olivenbäumen, den Zitronen- und Orangenbäumen und der Mandelblüte, die offenbar schon Ende Dezember beginnt, hat mich begeistert. Und immer wieder diese herrliche Stille, die tollen Ausblicke, die schönen Farben und das gute Essen in unserem Hotel, Hostal d’Esporles, das ich nur empfehlen kann.

Das Highlight: Castell de Bellver
In besonderer Erinnerung wird mir auch unser Besuch in Palma de Mallorca bleiben. Mit dem Bus (200) kann man von Esporles in 30 Minuten direkt in die Inselhauptstadt fahren. Wir haben den perfekten Tag mit dem perfekten Wetter erwischt. Der Höhepunkt für mich war der Aufstieg zum Castell de Bellver, das seinem Name alle Ehre gemacht hat. Von der Burg hat man den schönsten Ausblick über die Stadt, den man sich nur denken kann. Das Castell verfügt zudem über ein sehr schönes Terrassen-Café mit einem atemberaubenden Blick auf die Serra de Tramuntana. Am Abend ging es zurück nach Esporles, wo wir mit den Dorfbewohnern zunächst bei einem tollen Essen und später bei spanischer Musik das neue Jahr begrüßt haben. Besser geht es wirklich nicht.

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