Christina/ Oktober 3, 2012/ Kultur

Seit kurzem läuft in Braunschweig, genauer in der Hamburger Straße 267, eine sehenswerte Ausstellung. Sie trägt den Namen „Kairo. Offene Stadt“ und beschäftigt sich mit der Rolle, die Bildaufnahmen mit verschiedenen Medien im Laufe der ägyptischen Revolution gespielt haben und noch spielen. Die Ausstellung kann als beeindruckende Dokumentation der Ereignisse in Kairo seit dem Ausbruch des sogenannten Arabischen Frühlings in der Arabischen Welt bezeichnet werden.

Neben Fotografien verschiedener international anerkannter, zumeist amerikanischer und arabischer Künstler, werden Video-Installationen und vertonte Stimmen von den Aufständen dargestellt. Für mich wird die Vielschichtigkeit der Erhebungen und die Rezeption, sowohl durch die Ägypter selber und durch die westliche Welt, deutlich.

Zwei, nein drei Dinge sind mir von der Ausstellung besonders im Gedächtnis geblieben. Erstens, der absolut bewundernswerte Mut der Ägypter, die in den westlichen Medien ja immer wieder gerne als phlegmatisch und unfähig an ihrem Schicksal etwas zu ändern beschrieben werden. Zweitens, die unfassbare Grausamkeit und Demütigung der weiblichen Demonstrantinnen durch die von der ägyptischen Polizei durchgeführten „Jungfrauentests“ und drittens, die Aufnahmen aus den sechziger Jahren. Diese zeigen, meiner Meinung nach, ein ganz anders Straßenbild und besonders einen ganz anderen Kleidungsstil der weiblichen Bevölkerung. Keine Kopfbedeckung oder verhüllende Kleidung ist auszumachen.

Die Ausstellung wird im „267, Quartiere für zeitgenössische Kunst und Fotografie“ noch bis zum 23.12.2012 gezeigt.

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