Christina/ November 2, 2019/ Kultur/ 0Kommentare

Dies ist die Geschichte von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Nun, um genau zu sein, der eine Wanderung machte, um das Fürchten zu lernen. Nennen wir ihn H aus G. H. entschließt sich also dazu, an einem sonnigen aber rechten kalten Tag (zufällig dem 31.10.2019), mit einer Gruppe von drei Frauen und einem weiteren Herrn vom Stieglitzeck zur Hanskühnenburg zu wandern. H. macht von seinem Gebaren her den Eindruck, dass ihm von Zeit zu Zeit „das Fell jucke“ – wie es umgangssprachlich heißt. Demnach verhält er sich phasenweise der Damenwelt gegenüber so übermütig und so provozierend, dass ihm jeden Moment der Sturz über die Klippe droht.

Mach nur so weiter!

„Hör bloß auf mit dem Unfug!“ möchte man ihm zurufen.Das Jucken gilt nach altem Volksglauben als Vorankündigung eines Ereignisses. Daher glaubte man auch, dass man Geld bekommt, wenn einem die Hand juckt, oder dass man eins auf die Nase bekommt, wenn sie einem juckt. Nun, aber wie geht es mit H. weiter?

Wir wählen den Weg, der sich auf dem Acker nennt und auch an der Hanskühnenburgklippe vorbeiführt. Da wird es doch tatsächlich eng für H. Wiederum versucht er seine Mitstreiterinnen zu provozieren und spielt entscheidend mit seinem – nicht mehr ganz jungem – Leben. Als er dann nach einem zweitklassigen Schlagabtausch den Stein mit dem Galgen sieht, nun, da wird ihm schon ein wenig schummerig vor den Augen. Kleinlaut wird er. Aber wir ahnen es ja bereits: H. kokettiert. Und naja, wir wollen ihn ja auch bei uns behalten, schließlich hat er Unterhaltungswert. Und wie heißt es doch so schön beim Counselor: „Die Wahrheit über Frauen ist, dass man mit ihnen alles machen kann, außer sie zu langweilen.“

Die Magie des Moments

Zu fünft kehren wir also schließlich bei dem herrlichsten Wetter in der Hanskühnenburgbaude ein. Der Wirt ist wie immer sehr nett, zuvorkommend und zu einem Späßchen aufgelegt. Nach einer Stärkung genießen wir den wundervollen Blick vom Turm der Baude, der an diesem Tag besonders fasziniert, weil der Blick sehr klar ist und weit reicht.

Guter Stimmung und mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen treten wir den Heimweg über den asphaltierten Ackerweg zurück zum Stieglitzeck an. Der Weg ist zwar etwas langweilig, aber wir unterhalten uns gut. Insgesamt einer dieser perfekten Tage an die ich mich gerne noch lange erinnere und ein sehr würdiger Abschluss dieses sonnigen und warmen Oktobers.

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