Christina/ Juli 3, 2011/ Philosophisches

Bisher bin ich der festen Überzeugung gewesen, dass Rumpelstilzchen den Gehirnen der Gebrüder Grimm entsprungen ist. Gestern abend wurde ich auf „arte“ eines besseren belehrt. Tatsächlich ist Rumpelstilzchen ebenso in der Arabischen Welt zu finden. Wo? Kaum zu glauben, aber man trifft es zum Beispiel bei den „Middle East Championships“ in Jordanien. In Form der Vertreter des saudischen Königsgestüt Al-Mohammadia tritt es dort auf. Wie das? Der Stall ist bei den Championsships mit seinem besten Pferden vertreten. Begleitet von einem der zahlreichen saudischen Prinzen. Dieser mag, wie wahrscheinlich der Rest der unermeßlich reichen und verwöhnten Prinzenschar, gar nicht gerne verlieren.

Kleine Randbemerkung: Einem kürzlichen Bericht zufolge – aus der arabischen Welt stammend – stehen den 6.000 Prinzen des saudischen Königshauses pro Monat ca. 275 000 Dollar zur Verfügung. Wer würde da nicht größenwahnsinning oder zumindest überheblich werden? Hier eine kleine Metapher für die Wüstensöhne: Ich erinnere mich an eine besonders einprägsame Szene aus dem Hollywood-Schinken „Quo vadis“. Einer der ruhmreichen Feldherren kehrte nach Rom zurück. Zu seinen Ehren wurde ein Siegeszug durch die Stadt organisiert. Während er im Streitwagen die Parade abfuhr, stand ein Diener hinter ihm, hielt einen goldenen Lorbeerkranz über sein Haupt und sprach unaufhörlich die Worte: „Vergiss nicht, du bist nur ein Mensch“.

Zurück zu unserer kleinen Geschichte und den Meisterschaften. Was war also passiert? Der königlich-jordanische Zuchtstall schlägt den saudi-arabischen und der Prinz verliert seinen Sportsgeist. Ein guter Sportler sollte auch eine gute Figur machen, wenn er mal verliert. Stattdessen verlassen die Vertreter des saudischen Gestüts samt Prinz jedoch die Meisterschaften noch vor der Siegerehrung.

Angesichts des doch recht infantilen Verhaltens, möchte man dem „armen“ Prinzen Eimerchen und Schäufelchen in die Hand drücken, damit er sich zum Burgen bauen in seinen doch recht ansehlichen Sandkasten – namens Saudi Arabien -zurück ziehen kann. „Werdet doch endlich erwachsen“ möchte man ihm und seinesgleichen zurufen, zumindestens in der Öffentlichkeit. Was ich mich jedoch wirklich frage ist Folgendes: Warum nur tut die männliche Vertretung des Königshauses wirklich alles, um ihren schlechten Ruf in der Öffentlichkeit zu zementieren? Weil auch ein schlechter Ruf verpflichtet?

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