Ein Wochenende der Kunst in Braunschweig

Christina/ März 25, 2023/ Kultur

[:de]Dieser März will nicht so wie ich will: es ist kalt, meistens grau und es regnet gefühlt ständig. Mit anderen Worten, es ist kein wirkliches Wander- oder Radfahrwetter. Darum gibt es zur Abwechslung mal ein Wochenende der Kunst. Kino, eine Themenführung im Botanischen Garten und eine Vernissage stehen auf dem Programm. Wir starten mit Steven Spielberg’s „The Fabelmans“ in den Samstag. Möglicherweise ist es der persönlichste Film des Hollywood-Regisseurs, aber nicht unbedingt sein bester, wie ich finde. Also zumindest habe ich im Kinosaal von meiner Sitznachbarin ein leises Schnarchen gehört.

Die Fabelmans – nicht fabelhaft
Es ist Samstagnachmittag. Einer der ganz wenigen Märztage, an den sich die Temperatur im zweistelligen Bereich befindet und tatsächlich mal die Sonne scheint. Wir gehen trotzdem ins Kino. Es soll der bereits von der Kritik hochgelobte Film „The Fabelmans“ von Steven Spielberg sein. Wir haben Sitzfleisch mitgebracht. Mit über 2,5 Stunden muss der Popo ganz schön was aushalten. Der Saal ist an diesem Nachmittag mäßig gefüllt. Der Film beginnt mit einem Vorspann. Der Regisseur höchstselbst sagt vorab ein paar persönliche Worte. Dann geht es los.

Während zunächst Spielberg’s wachsende Leidenschaft für den Film im Vordergrund steht, schwenkt der Fokus nach einer Weile auf das Verhältnis zu seiner Mutter. Ich merke, dass der Film mich nicht so richtig zu fesseln vermag. Das scheint nicht nur mir so zu gehen, denn neben mir vernehme ich ein leichtes Schnarchen. Vielleicht hat Spielberg durch den persönlichen Bezug zum Filmstoff die Distanz dazu verloren. Obwohl der Film die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1950er-Jahre sehr gut porträtiert, fehlt die Anziehungskraft. Nach besagten 2,5 Stunden verlassen wir den Kinosaal mit gemischten Gefühlen.

Die ersten Blüten im Frühling
Am nächsten Morgen steht eine Themenführung im Botanischen Garten an. Unter dem Motto „Die ersten Blüten im Frühling“ führt Michael Kraft durch den Garten. Pünktlich zu Beginn des Rundgangs hört der Regen auf und die Sonne kommt heraus. Wir bleiben zunächst an einem herrlichen Kamelienbaum stehen. Ich bin beeindruckt von den wahnsinnig vielen Blüten und Knospen. Unsere nächste Station ist eine gewöhnliche Mahonie.

Dalmatiner-Krokusse
Von den Bäumen über die Sträucher kommen wir zu kleineren Pflanzen. Bisher kannte ich Dalmatiner nur als Hunde, es scheint sie aber auch in Form von Dalmatiner-Krokussen als Gewächs zu geben. Ab jetzt kommen die Frühblüher Schlag auf Schlag: Zweiblättrige Blausterne, Buschwindröschen, Schneerosen und Bergenien. Wieder einmal stellen wir fest, wie schön der Botanische Garten ist.

Lichtblicke – Illustrationen und Fotografie
Nachmittags geht es zu einer Vernissage. In Illustrationen und Fotografien sollen Lichtblicke zu sehen sein. Das Foyer des Hotel Centro in der Ernst-Amme-Straße ist bereits gut gefüllt als wir eintreffen. Der Brunsviga-Chor hat Aufstellung genommen und ein erstes Lied zum Besten gegeben. Bärbel Mäkeler vom Verein „bskunst“ hält die Eröffnungsansprache.

Im Interview sagt Thomas Berendt, seines Zeichens Illustrator: „Ich bin kein freier Künstler. Für mich war es ein langer Weg bis zur Auftragsbearbeitung.“ Damit sei er nun aber glücklich und der Erfolg gibt ihm recht. Auf die Frage, wofür der Titel „Lichtblick“ in dieser Ausstellung stehe antwortet Patrick Goldmann: „Die Überwindung der Unsicherheit. Der Lichtlick am Horizont“. Gemeint ist damit die Unsicherheit des freien Künstlers, ob er von seinem Werk leben kann. Ich denke, er kann …

[:en]This march does not do what I want: it is colt, mostly grey and it rains a lot. In other words, it is not really hiking or bicycling weather. That’s why we decided on a weekend of art. Cinema, a themed tour within the Botanical Garden and an opening are on our programme. We start with Steven Spielberg’s The Fabelmans on saturday. Possibly this is the most personal film by the Hollywood producer, but not necessarily his best though, in my mind. At least I head some snorring from my seatmate.

The Fabelmans – not really fabulous
It is saturday afternoon. One of the few sunny days this march on which the temperatures are double-digit. We still go the movies. We choose „The Fabelmans“, the already highly acclaimed film by Steven Spielberg. We will need some steadiness as the playing time is about 2.5 hours. The cinema hall is moderately stuffed this afternoon. The film starts with a lead text. The director itself says some personal words. Then, the movie begins.

Whereas Spielberg’s growing passion for the movie business is on focus at first, the perspective changes to the relationsship with his mother. I realize after some time that the film does not really trammel me. And it looks like I am not the only one as I am hearing some snorring from the side. Maybe Spielberg lost his distance to the stuff as it is too personal. Even though the film portrays well the social conditions of the 1950ies, the appeal is lacking. After the said 2.5 hours we are leaving the place with mixed feelings.

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