Christina/ Mai 4, 2010/ Kultur

Evet, türkisch für „ja“, ich will! Ein Satz, den angeblich jede Frau (mindestens) einmal in ihrem Leben sagen möchte. Oder, einer der Sätze, den Mann mindestens einmal im Leben hören möchte? Wie dem auch sei. Dem türkischen Sinan Akkus, einigen vielleicht bekannt als Sinan Turculu, dem „Türken“ aus der TV-Serie Stromberg, ist mit seinem Erstlingswerg eine sehr schöne „deutsch-türkische“ Komödie gelungen.

Zunächst kommt sie ohne klassische Klischees aus bzw. münzt diese in aberwitzige Situationen um, die die Sinnhaftigkeit derselbigen teilweise auf das Absurdeste karikiert. Nach vielen Verwirrungen und Sätzen wie „heute bin ich Moslem und dann sehen wir weiter“ wird schließlich alles gut. Eine Deutsch-Türkin heiratet ihren kurdischen Freund. Eine Deutsch-Türkische Studentin ihren deutschen Freund, nach dem dieser für Sie zum Islam konvertiert ist und sich sogar hat beschneiden lassen. „82 Euro für eine Beschneidung? Das ist billig“, so der Kommentar der überzeugten türkischen Eltern.

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Auch Emrah, der schwule Türke im Film, kann der arrangierten Ehe entkommen. Während um die Hand der vermeintlichen Braut angehalten wird, outet er sich. Nicht ahnend, dass die ungeliebte Nursel (so der Name der Braut) bereits schwanger ist – vom „schwarzen“ Charlie!

Der Film strotzt also nur vor Situationskommik und tragischen Momenten, die einen glücklichen Abschluss finden. Meine Empfehlung deshalb: Unbedingt sehenswert!

Eine Bemerkung der Verwirrung sei noch erlaubt: Der Film lief in meiner Stadt im Rahmen des Lesbischschwulen Kinos. Gut, es kommt ein schwuler Türke vor. Aber: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein türkischer Schwuler noch keinen rosa Film, oder? Verwirrend ist das auch nur insofern, dass der Film für meine Begriffe nicht in erster Linie für mehr Verständnis für Schwule oder Lesben eintritt, sondern einfach dafür, mehr Verstädnis für „fremde“ Kulturen zu entwickeln und für ein augenzwinkerndes Miteinander. Und das ist das Schöne an „Evet, ich will“. Also will ich!

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