Ein Erlebnis der Superlative: der Skyway Monte Bianco
Das Highlight unserer Winterreise in das Aostatal war definitiv die Fahrt mit dem Skyway auf den Monte Bianco. Bereits während meiner Wanderreise im Aostatal bin ich auf diese außergewöhnliche Gondelfahrt aufmerksmam geworden. Ich war sofort Feuer und Flamme für dieses Vorhaben und wusste, das will ich machen. Dass es dann gleich zwei Monate später geklappt hat ist ein Traum.
The top of Italy
Der Skyway Monte Bianco wirbt damit, dass die Fahrt auf das Dach von Italien führt. Da der Monte Bianco die höchste Erhebung in Italien ist, stimmt das auch. Trotzdem konnte ich mir vor der Fahrt nicht wirklich vorstellen, wie es da oben sein wird. Zunächst war ich auch ein wenig skeptisch bezüglich der Temperaturen auf 3.466 Metern Höhe (Punta Helbronner). Als wir Tickets für diese Traumreise buchen wollen, entdecken wir, dass man vom Punta Helbronner sogar mit einer weiteren Gondel bis nach Chamonix weiterreisen kann. Da bin ich natürlich total angefixt. Spoiler: Die Verbindung nach Chamonix gibt es nur im Sommer:-( Na gut, wie heißt es so schön: Save the best for last!
Letztendlich war der Trip auf den Mont Blance bereits so spektakulär, sodass wir vielleicht sonst einen Overkill erlitten hätten.
Glücksgefühle der Extraklasse
Das Glücksgefühl, das mich während des gesamten Ausflugs begleitet hat, lässt sich gar nicht so richtig mit Worten beschreiben. Die Gondelfahrt, die sich langsam aber sich um die eigene Achse dreht und somit einen 360 Grad-Blick auf die Bergwelt freigibt, führt zunächst vom Tal auf die „Mittelstation“, den sogenannten Pavillon auf 2.173 Metern Höhe. Hier müssen wir umsteigen, um weiter zur Punta Helbonner auf 3.466 Meter Höhe zu gelangen. War der erste Abschnitt bereits mit tollen Ausblicken auf den Ort Courmayeur verbunden, so ist der zweite Teil der Fahrt der eigentliche „Hammer“. Der Himmel über uns ist so strahlend blau und der Pulverschnee auf den Bergspitzen so weiß, dass uns diese intensive Farbkombination fast blended.
Spätestens ab dem Refugio Torino ist am Horizont nichts anderem mehr zu sehen als Berge, Berge, Berge und ja, der azurblaue Himmel! Es ist wie im Paradies.
Schwankend auf die Aussichtsplattform
Als wir auf 3.466 Metern ankommen und die Gondel verlassen, merken wir, dass die Knie beim Treppensteigen etwas einknicken. Klar, dass sind die Höhenmeter, die ganz schön auf die Pumpe gehen. Wir verlassen das Gebäude und begeben uns auf die Aussichtsplattform. Einfach überwältigend. Und noch überraschender: die Sonne wärmt auf dieser Höhe so extrem, dass wir nicht frieren. Selbstverständlich werden hier oben Erinnerungsfotos und Selfies ohne Ende geschossen. Da die Zeit auf dem „Gipfel“ auf 1,5 Stunden begrenzt ist, genießen wir das Panorama und alles was damit verbunden ist ausführlichst, bevor es zurück zum Pavillon geht.
Mittagsschläfchen im T-Shirt
Auf der Pavillon-Ebene angekommen erleben wir unser zweites Wunder: Obwohl wir auf über 2.000 Metern Höhe sind, ist es richtig warm. Wir fangen an zu schwitzen! Draußen im Schnee schnappen wir uns zwei Klappstühle und machen es uns bequem. Es dauert auch gar nicht lange, bis mir die Äuglein zufallen und ich mit einem Lächeln im Gesicht ein Mittagsschläfchen mache. Als ich wieder aufwache traue ich meinen Augen nicht: Die ersten Gäste haben sich ihrer Oberteile entledigt (zum Glück nur die Herrenwelt) und posiert mit freiem Oberkörper. Die Damenwelt posiert weiterhin für Instagram & Co. Nun, wer’s braucht.
Wir vertreten uns etwas die Beine und staunen nicht schlecht, dass wir quasi auf der Landepiste der Skifahrer spazieren, die hier mit dem Paragliding-Schirm und hohem Tempo hereingeflogen kommen. Alle Achtung! Bereits beim Besteigen der Gondel hatten wir uns darüber gewundert, dass es Mitfahrer gibt, die Skier dabei haben. Jetzt wissen wir warum!
Der Infinity-Room Mont Blanc
Der Tag schreitet leider schneller voran als erhofft. Wir sehen uns noch ein wenig im Innenleben der Gebäude um, lernen etwas über den Bau der Bergbahn und entdecken den Cave Mont Blanc – sehr stylish und bestimmt auch lecker. Zum Abschluss gönnen wir uns noch den Besuch des Infinity-Rooms. Hierfür müssen wir zusätzlich zum Ticket für die Bergbahn von 52 Euro nochmals 5 Euro berappen. Aber auch hier finde ich, dass sich die Investition lohnt. Die an die Wand projezierten (Natur-)Bilder sind atemberaubend und nehmen mich für mindestens 10 Minuten aus dieser Welt!
Als wir am Nachmittag den Berg verlassen und mit der Gondel gen Tal fahren sind wir beide einfach nur glücklich und fasziniert von diesem überwältigenden Erlebnis. Was soll danach noch kommen? Na klar, die Weiterfahrt nach Chamonix im nächsten Sommer:-)
