Christina/ Februar 21, 2019/ Kultur

Dass Poetry Slam nicht nur unterhaltsam sein kann, sondern auch politisch aktuell und anspruchsvoll, davon konnte ich mich am letzten Freitag persönlich überzeugen. Angekündigt als Poetry Slam, Special: Star Wars, ging es in der ersten Runde des Dichterwettstreits folgerichtig um die amerikanische Kultfilmserie, die in 1977 ihren Anfang nahm. Fünf Slammer, drei Männer und zwei Frauen, sind gegeneinander angetreten und interpretieren ihre Star-Wars-Poetry aus ganz verschiedenen Perspektiven. Wehwalt Koslovsky und Jessy James LaFleur, eingefleischten Poetry-Fans vermutlich ein Begriff, slammen sich in der ersten Runde in die Herzen der Zuschauer und liefern sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Koslovsky vs LaFleur

Richtig spannend wird es in der zweiten Runde. Hier können die Protagonisten ihr eigenes Thema wählen und richtig zeigen, was sie können. Aber auch in dieser Runde stechen Koslovsky und LaFleur wieder schnell aus der Masse heraus – wenn auch mit zwei ganz gegensätzlichen Gedichten. Wahrend Wehwalt reimt bis die Schwarte kracht und das Publikum richtig in Wallung bringt, hält Jessy James ein Plädoyer der ganz besonders eindrücklichen Art: es geht um den Paragraphen 219a. Und klar, der kann nur von einer Frau präsentiert werden, die weiß wovon sie spricht und das wurde mehr als deutlich. Eine mutige Leistung, die nachhallt und der Vortragenden absolut verdienten Respekt einbringt. Es ist deutlich zu merken, wie der Saal für einen Moment den Atem anhält angesichts des fulminant vorgetragenen lyrischen Werks.

Freiheit, ist das einzige, was zählt

Auch wenn Paul anschließend mit seiner Interpretion von Freiheit bzw. dem, was der Bürger meint an Freiheit zu haben und gar nicht besitzt, ein wirklich starkes Plädoyer dafür abliefert, sich doch von den Ansprüchen der modernen Gesellschaft freizumachen, hallt immer noch die Vehemenz des LaFleurschen-Auftritts nach. Jessy James, die Nordbelgierin, macht das Rennen des Abends – verdient.

Der Abend wurde dem ausgegebenen Motto: Pop(p)in Poetry – mehr als nur ein Poetry Slam, absolut gerecht.

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