Christina/ Juni 6, 2010/ Kultur

Sie sind zurück: Die vier Freundinnen aus Downtown Manhattan, New York, dem „Concrete Jungle“, den Alicia Keys in Ihrem Soundtrack „Empire State of Mind“ zum Film besingt. Wenn der Soundtrack erklingt kommt es zurück, das alte „Sex and the City“-Gefühl, das auch graue Dienstag abend erhellt hatte. Es kommt zurück, aber leider bleibt es nicht.

Noch schnell hatte ein bekannter deutscher Sender, der seinerzeit auch die Serie ausgestrahlt hatte, den ersten Teil von „Sex and the City, der Film“ in einer Wiederholung gezeigt. Gerade noch rechtzeitig vor dem Kinostart des langersehnten zweiten Teils.

Vor dem Weg ins Kino hatte ich noch die Kritik zum Film auf den Seiten von Spiegel Online gelesen. „Pop-Propaganda im Wüstensand“ hieß es da. Oh ha, das ließ mich aufhorchen. So lieb ich die vier Damen aus der City „where dreams are made“ auch gewonnen hatte, einen ungemäßen Umgang mit der arabischen Kultur würde ich nicht tolerieren können.

Und dann kam er, der Tag der Wahrheit. Eine Frage blieb gleich am Anfang offen „where are the lights, that are going to inspire me?“ Die ausgedehnte Schwulenhochzeit am Anfang des Filmes, dessen Protagonisten für den Rest der Filmhandlung irrelevant waren, irritierte bereits. Aber dann ging es nach Abu Dhabi – also gedreht wurde in Marokko – aber immerhin war mal das Emirates Palace zu sehen, in dem die vier Damen, dank Samanthas hervorragenden PR-Kontakten, logieren durften. Und dann ging es los! Ein Klischee reihte sich an das nächste: Ein Luxusflug erster Klasse, Maybachs für alle, eigene Buttler aus Indien, prüde Araber, die mit dem immerwährenden Geschlechtstrieb von Samantha nicht zurecht kommen. Letztendlich fällt der Damen-Vierer somit in Ungnade und muss den Urlaub vorzeitig abrechen. Nicht ohne aber vorher noch eine Lanze für die „arme, arabische, ganzkörperverschleierte“ Araberin zu brechen, die unter dem Hidschab natürlich Haute Couture trägt und nichts anderes möchte als in die City, „that inspires you“ zu reisen.

Wie schade, dass aus einem herbeigesehnten Wiedersehen eine herbe Enttäuschung wurde. Übrig bleibt ein schöner Soundtrack einer grandiosen R’n’B-Künstlerin: genießen!

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