Christina/ Juli 14, 2010/ Kultur

Jahrzehntelang hat es uns der geschäftstüchtige Türke vorgemacht – das gute Geschäft mit der einheimischen Spezialität: dem Döner Kebab.

Wo es der kapitalverliebte Ami bereits zur Meisterschaft gebracht hätte, versucht der Deutsche nun seinen Gesellenbrief zu machen: Die Herstellung und der Vertrieb von „halal“ Lebensmitteln

Der arabische Begriff „halal“ (im türkische helal) bedeutet in der Übersetzung „gesetzeskonform“ (mit dem islamischen Recht) oder auch „erlaubt“. Nach einer Definition der INFANCA wird das Wort „halal“ nur im Zusammenhang mit Lebensmitteln, Kosmetika, Hygieneartikeln, Pharmazeutika und Inhaltsstoffen für die Lebensmittelproduktion als auch Stoffen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, benutzt.

Das Gegenteil von „halal“(erlaubt) ist „haram“ (verboten). Haram bezeichnet dementsprechend Lebensmittel u.ä., die nach der islamischen Lebensweise nicht erlaubt ist. Ein klassisches Beispiel wäre Schweinefleich oder Alkohol.

Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe zweifelhaft sind, werden als „mashbooh“ (fragwürdig) bezeichnet. Mashbooh ist z.B. Gelatine, Hauptbestandteil der bunten Bärchen, für die einst ein blondgelockter Moderator so innig Werbung machte. Dann entdeckte der Hersteller, der bereits erfolgreich seine beliebte Nascherei in der Türkei verkaufte und hier die Schweinegelatine durch die Rindervariante ersetzt hatte, das Ethno-Marketing und damit den „Türken vor der Haustür“ (immerhin 2,6 Mio. Menschen). Auf den Zug sprangen noch andere auf, wahrscheinlich sogar vorher, wie z.B. der niederländische Lebensmittelkonzern Mekkafood.

Eine Anmerkung sei hier erlaubt: interessanterweise sind Maggi & Co. bereits seit Jahren in der Türkei oder im arabischen Ausland erhältlich (in erster Linie der beliebte Hühnerbrühwürfel). Stellt sich die Frage, warum man in Deutschland so lange gebraucht hat, um diese Zielgruppe als Konsumentengruppe zu entdecken? Hatte man die schnelle Integration, auch bei den Eßgewohnheiten, geglaubt? Aus eigener Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass jeder, der sich einmal längere Zeit im Ausland aufhielt für essbare Produkte aus seiner Heimat fast „alles“ tun würde, warum also auch nicht der Muslim in Deutschland?

Schließlich hat man erkannt: Mit dem Islam lässt sich Geld verdienen und Auflage schinden. Oder glaubt das draußen noch jemand, dass der Sternredaktion die Frauenrechte in der arabischen Welt wirklich wichtig sind? Dabei bringt die so genannte „ethnische Ökonomie“ schon seit Jahren Geld in das deutsche Staatssäckel.

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