Frank Kunert: Wunderland im Till-Eulenspiegel-Museum

Christina/ Dezember 10, 2025/ Kultur

Noch bis zum 15.12.2025 ist eine wundervolle und unterhaltsame Ausstellung in dem kleinen Ort Schöppenstedt zu besichtigen: Frank Kunerts Wunderland. Ich gebe zu, dass ich mit dem Künstler vorab keine Berührungspunkte hatte. Das hat sich aber spätestens am vergangenen Sonntag geändert. Diese kurzweilige und in großen Teilen von schwarzem Humor durchzogenen Schau ist den Besuch absolut wert! Wir haben wirklich herzhaft über die Doppeldeutigkeit der gezeigten Werke lachen können. Und was ist schöner als ein Lachen aus vollem Herzen in diesen (wirtschaftlich) trüben Tagen?

„Nur du und ich“
Gleich im Eingangsbereich des Till Eulenspiegel-Museums legt Kunert los. Das erste Werk „Nur du und ich“ hat es gleich in sich. Der Künstler baut seine Bilder zunächst als Miniaturkulissen und fotografiert diese dann ab. Ein tolles Konzept. Mit intelligentem Humor bringt Kunert den Betrachter zum Lachen und zum Nachdenken. „Nur du und ich“ zum Beispiel zeigt einen 10 Meter-Turm auf dessen Sprungbrett ein festlich gedeckter Tisch oberhalb eines leeren Sprungbeckens steht. Sehr treffend und gleichzeitg makaber wirkt sein Bild mit dem Siegertreppchen. Betitelt ist es mit den Worten: „die besten Plätze“ und zeigt die drei Treppchen auf einem Friedhof. Angstellte werden über das Werk „Büroschlaf“ gleichermaßen schmunzeln können, wie über das Bild namens „Tagtraum“ in den sich sicherlich schon viele Mitarbeiter während eines Meetings geflüchtet haben.

Sehr schön fand ich auch das „erste Mobiltelefon“, das Kunert aus einer englischen Telefonzelle mit einem Flugzeug darunter zusammengebaut hat. Ja, an Wortwitz, Scharfblick und Kreativität scheint es dem Künstler definiti nicht zu mangeln. Ich kann die Ausstellung nur weiterempfehlen.

Zu Besuch bei Till Eulenspiegel
Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch noch einen Blick auf den über die Grenzen von Schöppenstedt und Braunschweig hinweg bekannten Scharlatan Till Eulenspiegel werfen. In einer Dauerausstellung des Museums finden sich jede Menge historische Annekdoten und Fakten, die ebenfalls zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Obwohl ich bereits öfter in Schöppenstedt und Umgebung gewesen bin, habe ich dem Museum doch bisher nicht die rechte Aufmerksam geschenkt. Zu Unrecht, wie ich jetzt feststellen darf. Alles in allem erleben wir hier einen sehr kurzweiligen Sonntagvormittag. Als wir das Museum am frühen Nachmittag verlassen, lacht uns sogar die Sonne entgegen. So machen wir uns auf in den Elm in Richtung des Watzumer Häuschens. Hier wollen wir noch ein wenig spazierengehen.

Elm-Runde von Sambleben
Dafür haben wir uns bei Komoot die Elm Runde von Sambleben mit 12 Kilometern Länge ausgesucht. Zugegeben der breite Forstweg zu Beginn der „Wanderung“ ist für jeden passionierten Wanderer als eher langweilig zu bezeichnen. Wenn man allerdings auf den schönen Lichteinfall schaut und das Leuchten der letzten Herbstblätter, sobald die Sonne durch die Wolken strahlt, dann zeigt sich ein ganz anderes Bild. Auch der Blick über die Felder bekommt dann eine ganz andere Note. Im Anschluss an diesen kleinen Auslauf wollen wir uns noch den üblichen Abschusskaffee gönnen. Dafür geht es nach Helmstedt in das ehrwürdige (und leider in die Jahre gekommene) Café Förster in der Neumärker, das ich noch aus Kindertagen kenne. Hier hat sich auch am Interieur nicht wirklich viel geändert, nach dem Motto: Das Alte hat sich oft bewährt, schönen guten Abend:-)

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