Tbilissi (Tiflis)
[:de]Tbili bedeutet im Georgischen „warm“ und mit dem Zusatz -si wird daraus „warme Quelle“. Und ja, es ist wirklich warm in der georgischen Hauptstadt. Das wird kurz nach der Landung am Abend deutlich. Mit über dreißig Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit kommen wir gleich mächtig ins Schwitzen. Später soll ich erfahren, dass es von Mai bis Ende Oktober dort so warm ist. Gleich am nächsten Tag lockt mich die morgendliche Kühle nach draußen. Auf der Suche nach einer Wechselstube komme ich an einem kleinen Park mit einer wundervollen Aussicht auf den Fluß Kura und die Altstadt von Tiblissi vorbei. Dort treffe ich auch meinen ersten „Kumpel“, einen der vielen freilaufenden Hunde. Ich bemerke eine Marke im Ohr des kleinen Wesens und halte das für eine Steuermarke. Später erfahre ich, dass es sich dabei um eine Plakette handelt, die anzeigt, dass der Hund von der Stadt geimpft wurde.
Zurück ins 13. Jahrhundert
Eine Sache werden wir auf dieser Reise zu Genüge kennenlernen: Kirchen und Klöster. Am ersten Tag legen wir mit der Metechi-Kirche aus dem 13. Jahrhundert los. Die Georgier legen Wert darauf, dass man als Frau beim Besuch einer religiösen Einrichtung ein Kopftuch trägt und als Frau einen langen Rock. Im Grunde genommen kein Problem, bei der Hitze allerdings ein wenig lästig. Aber was soll’s, wir sind ja Gäste. Nach der Besichtigung nehmen wir die Seilbahn auf den „Heiligen Berg“, den Mtatsminda. Von hier aus haben wir einen fantastischen Blick auf die Stadt und werfen gleichzeitig noch einen Blick auf die sogenannte Mutter Georgiens. Vom Berg nehmen wir die Stufen zurück in die Altstadt und kommen an wunderschönen Holzhäusern vorbei. Nach ca. 10 Minuten erreichen wir den Stadtteil Abanotubani, der für seine Schwefelbäder bekannt ist. Das Viertel erinnert mich mit seiner Architektur an die Altstadt von Istanbul.
Heiße Kiste
Langsam geht es auf Mittag zu und die Hitze und Schwüle werden langsam unerträglich. Wir flüchten uns in ein nahegelegenes Kaffee und gönnen uns einen selbstgemachten Eistee. Ein wenig erfrischt tauchen wir noch tiefer in die Altstadt Tiblissis ein. Wir überqueren den Meidan, einen belebten Platz mit vielen Restaurants und Cafés und laufen Richtung Synagoge und weiter zur Sioni-Kathedrale. Von dort gehen wir durch verwinkelte Gassen und der Agmaschenebeli-Allee weiter zur Friedensbrücke. Diese erfreut sich zumindest bei den Touristen großer Beliebtheit.
Der schiefe Turm von Tiblissi
Wir passieren das Patriarchat von Georgien und die Anchiskhati-Kirche aus dem sechsten Jahrhundert, um zum schiefen Turm von Tiblissi zu gelangen. Dieser ist Teil des Gabriadze-Theaters und ein weiteres touristisches Highlight vor dem sich die Besucher gerne ablichten lassen. Jetzt wird es temperaturmäßig doch sehr kuschelig und wir alle hoffen, dass unser Stadtspaziergang langsam aber sicher zu Ende geht. Zunächst laufen wir aber weiter zum Freiheitsplatz. Ein Stückchen weiter kommen wir zur berühmten Rustavelli Avenue und der rettenden Metro-Station, dessen Bahn uns zum Hotel zurückbringt.
[:en]Tbili means “warm” in Georgian, and with the suffix -si it becomes “warm spring.” And yes, it really is warm in the Georgian capital. That becomes clear shortly after landing in the evening. With over thirty degrees and high humidity, we immediately start sweating. Later I learn that it stays this warm from May until the end of October. The very next day, the coolness of the morning draws me outside. Looking for an exchange office, I pass a small park with a wonderful view of the Kura River and the old town of Tbilisi. There I also meet my first “buddy,” one of the many free-roaming dogs. I notice a tag in the little creature’s ear and take it to be a tax tag. Later I learn that it’s actually a marker showing that the dog has been vaccinated by the city.
Back to the 13th Century
One thing we will become very familiar with on this trip: churches and monasteries. On the first day, we start with the Metekhi Church from the 13th century. Georgians place importance on women wearing a headscarf and a long skirt when visiting a religious site. Basically no problem, but in the heat it’s a bit of a nuisance. Still, we are guests after all. After the visit, we take the cable car up to the “Holy Mountain,” Mtatsminda. From here we enjoy a fantastic view of the city and also get a glimpse of the so-called Mother of Georgia. From the mountain, we take the stairs back down into the old town and pass by beautiful wooden houses. After about 10 minutes, we reach the Abanotubani district, known for its sulfur baths. The neighborhood reminds me, with its architecture, of Istanbul’s old town.
Hot Stuff
As midday approaches, the heat and humidity slowly become unbearable. We escape into a nearby café and treat ourselves to a homemade iced tea. A little refreshed, we dive even deeper into Tbilisi’s old town. We cross Meidan, a lively square with many restaurants and cafés, and continue toward the synagogue and then to the Sioni Cathedral. From there, we wander through winding alleys and along Agmashenebeli Avenue until we reach the Bridge of Peace. At least among tourists, it’s very popular.
The Leaning Tower of Tbilisi
We pass the Patriarchate of Georgia and the Anchiskhati Church from the 6th century to reach the Leaning Tower of Tbilisi. It is part of the Gabriadze Theater and another tourist highlight where visitors love to take pictures. By now, the temperature feels quite cozy—too cozy—and we are all hoping that our city walk will slowly but surely come to an end. First, however, we continue on to Freedom Square. A little further on, we arrive at the famous Rustaveli Avenue and the saving grace of the metro station, whose train takes us back to the hotel.
