Christina/ Juni 10, 2019/ Kultur

Stempeltouren im Harz sind immer etwas Besonderes, nicht nur, weil die Jagd nach dem nächsten „Abdruck“ einfach Spaß macht. Nein, es gibt unterwegs auch immer viel Schönes und Unerwartetes zu entdecken, wie eben diesmal das Paradies! Der Paradieskopf in der Nähe von Hasselfelde bezeichnet ein ehemaliges Kloster der Serviten, das allerdings nicht mehr existiert. von 1277 bis 1297 bestand dort ein Kloster für Mönche vom Order der Marienknechte vom Paradies (Serviten). Von Graf Heinrich VI. zu Reegenstein hatte das Kloster Flurstücke erhalten, an die heute Bezeichnungen wie „Klosterweg“, „Heilige Äcker“ und „Am Paradies“ erinnern. Der Paradieskopf bleibt aber nicht die einzige Entdeckung des Tages: Sonnenuhren, Lupinien und jede Menge Talsprerrenblicke säumten unseren Weg.

Mal eben eine Kapelle bestellt

Bereits an der Harzköhlerei Stemberghaus geht es schwungvoll los: Eine Bergmannskapelle gibt ihr Stelldichein zu unserer Begrüßung. Uwe hat mal wieder alles gegeben und trotz kurzer Vorbereitungszeit noch dieses Ständchen für seine Wanderdamen organisiert: Merci! Es ist Pfingstsonntag und im Oberharz ist es richtig voll. Aber wir wissen ja aus der Vergangenheit, dass sich die Menge auf den Wanderwegen verliert – die meisten gehen doch eher nur Kaffeetrinken. Wir aber haben noch einiges vor, deshalb verlassen wir das Stemberghaus nachdem wir den Stempel HWN 60 einkassiert haben, wieder recht schnell und brechen auf zum Rotestein.

Mystisches Symbol oder Sonnenuhr?

Der Weg vom Stemberghaus zum Rotestein ist mit 2 km (einfache Strecke) recht kurz. An der Stempelstelle HWN 54 erwartet uns ein schöner Aussichtspunkt hoch über der Rappbodetalsperre. Zunächst fällt uns aber ein „Gegenstand“ linker Hand auf: ist das etwas Mystisches aus der Harzer Hexenwelt? Nun, tatsächlich handelt es sich um eine eiserne Sonnenuhr. Wir genießen eine Weile den schönen Blick sowohl auf den Wurmberg als auch auf den Brocken. Dann geht es zurück zum Stemberghaus und weiter zum Parkplatz an der Hagenmühle.

Hassel-Vorsperre, Rappbodeblick Trautenstein und Trageburg

Wir möchten an diesem Tag noch drei weitere Stempel erhaschen. Diese sind rund um die Rappbode angelegt und können in einem ca. 14 km langen Wanderweg leicht erwandert werden. Die Stempelstellen sind im Wesentlichen recht unspektakulär, da sich der Blick auf die einzelnen Vorsperren immer wieder ähnelt. Am Ende ist man vom „Vorsperre-gucken“ doch ein wenig müde. Ein Highlight ist jedoch die Begegnung mit zwei Mountainbikern, die sich auf einer „Genußtour“ befinden und verzweifelt nach der nächsten Gaststätte suchen, die sich einfach nicht einstellen will. Uwe gibt den beiden zwar einen Tipp, aber 3 km bis zur nächsten Einkehr zu fahren ist den beiden einfach zu weit!

Nach der Talsperrenrunde ist es gut, dass wir am Ende des Weges am Paradies vorbeikommen. Denn hier treffen wir auf den „Paradieskopf“ und lassen den schönen sonnigen Tag nochmals Revue passieren bevor es zurück nach Hasselfelde geht und wir eine Eisdiele ansteuern. Belohnung muss sein. Und was gibt es? Na, ihr ahnt es bereits: ein Damengedeck!

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