Christina/ August 14, 2011/ Philosophisches

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Bis zum Schluss wird nicht so richtig deutlich, was uns der Korrespondent Dietmar Ossenberg mit seinem Team und seiner Dokumentation „Der zerbrechliche Traum – das Morgenland nach der Revolution“ vermitteln will. Bereits im Titel der Dokumentation könnte jedoch der Schlüssel zur Aussage liegen: „Nice try but were all attempts in vain?“ Schade, dass man bereits an dieser Stelle einen Traum, der vielleicht noch gar nicht richtig begonnen hat, wieder beerdigen möchte.

Vergeblich sucht man in der Dokumentation nach irgendwelcher Stringenz. Vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass entweder alle dem alten Regime nachtrauern, wie zum Beispiel in Ägpyten (Zitat: „Zu Mubaraks Zeiten war alles besser“) oder einfach froh sind, dass es noch am Ruder ist, wie zum Beispiel in Marokko (Zitat: „Eine Revolution vom König selbst initiiert“). Ist die Aussage des Films wirklich „bleibt beim alten Regime, akzeptiert die Stabilitätsversuche des Westens und allen wird es gut gehen?

Aber stopp: Ist es nicht der sogenannte „Westen“, der sich momentan in einer Krise befindet, wie eindrückliche Bilder junger Demonstranten in Griechenland, Spanien, Italien oder auch jüngst in London (Großbritannien) gezeigt haben? Haben nicht genau diese Länder vergleichbare Probleme mit einer hohen Arbeitslosenquote, besonders unter Jugendlichen?

Fast paradox mutet es an, dass das ZDF gleich im Anschluss an die Dokumentation über das Morgenland den neuesten Dokumatarfilm des Regisseurs Michael Moore, der den Titel „Kapitalismus – eine Liebesgeschichte“ trägt, zeigt. Stellt man die Misere des amerikanischen Volkes, der der arabischen Länder gegenüber, dann zeigt sich alsbald ein anderes Bild und ein anderer Blickwinkel.

Als sich Herr Ossenberg mit seinem Team in Katar zu einer Stippvisite aufhält, um die Heimat des Senders „Al Djazeera“ zu zeigen, schließt er die Sequenz mit den Worten „Geld ist wie ein Beruhigungsmittel“. Mit Geld würde man in den Golfstaaten die Demokratie zuschütten. Nach diesem Rezept würden auch viele andere Golfmonarchien handeln. Nun, die Frage, welche Bedeutung wohl Geld und Geldgier in Staaten, wie zum Beispiel den USA, spielt, stellt sich im Anschluss an Moore’s Film nicht wirklich mehr. Ist die Frage, wer hier das bessere Konzept hat, wirklich zielführend? Ist es nicht ein wirklich globales Problem, Geld gerecht zu verteilen, so dass jeder Mensch davon profitieren kann und es nicht nur, um wieder das Beispiel der Vereinigten Staaten zu bemühen, einer Elite von ca. 1% der Bevölkerung zur Verfügung steht, deren einziges Problem darin besteht, dass die restlichen 99 % der Bevölkerung zwar kein Geld aber (noch) die Macht der Wählerstimme haben?

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