[:de]Schluchtensteig: Etappe sechs[:en]Schluchtensteig: Stage six[:]
[:de]Heute brechen wir zur letzten Etappe am Schluchtensteig auf. Leider! Der letzte Abschnitt hat es nochmals in sich: mit einem Aufstieg von 585 Höhenmetern und 1.041 Höhenmetern im Abstieg. Zudem haben die Temperaturen in den letzten Tagen richtig zugelegt, von zuletzt 11 Grad am Mittwoch auf über 20 Grad am heutigen Tag. Für uns geht es nach einem sehr leckeren Frühstück (einen lieben Dank an die tolle Gastgeberin des Wehrahofs!) zunächst zum örtlichen Supermarkt. Hier wollen wir unsere Wasservorräte aufbessern. Dann machen wir uns an den ersten Aufstieg. Vom Supermarkt geht es hinauf zur Rehaklinik und von dort weiter in den schattenspendenden Wald. Es geht an ein paar typischen Schwarzwaldhäusern und dem Sägewerk vorbei, hinein in die Wehraschlucht im Hotzenwald. Unterwegs kommen wir an einer buddhistischen Glaubensgemeinschaft und einem Wildgehe vorbei. Bei Letzterem werden wir auf einen Hirschen aufmerksam gemacht. Nun, Hirschen haben wir bereits im Wildgehe St. Blasien gesehen, deshalb sparen wir uns hier den Umweg.
Mittagspause in luftiger Höhe
Nachdem wir die Wehratalstraße überquert haben wird der Weg nicht nur immer schöner, sondern auch interessanter. Auf schmalen Pfaden laufen wir auf und ab. An einer besonders exponierten und schönen Stelle machen wir Rast. Wir erwischen eine Bank mit direktem Ausblick auf die Wehratalstraße und da geht es ganz schön tief herunter! Ein toller Platz für ein Mittagspicknick. Und wie sich im Laufe des restlichen Weges herausstellt, der schönste Spot auf der ganzen Tagesetappe. Gestärkt geht es weiter. Der Wanderpfad bleibt schmal, was uns gut gefällt. Und an einer Aussichtsstelle schaffen wir es endlich, einmal bis zu den Schweizer Alpen schauen zu können. Ein sehr erhebendes Gefühl! Weiter geht es dann direkt an der Wehra entlang. Ich finde, dass das Rauschen des Wassers immer eine beruhigende Wirkung hat.
Im Bannwald
Der Pfad im sogenannten Bannwald wird immer schmaler, immer verschlungener. Mal geht es steil hinauf, mal verlieren wir an Höhe. Ab und zu gibt es einen schönen Ausblick. Wir hören den Vögel beim Musizieren zu und genießen die noch angenehme Wärme des Sonnenscheins. Auf der Schlussstrecke Richtung Wehrtalstausee wird der Weg allerdings zunehmend unattraktiver. Wir wandern teilweise auf Betonwegen ungeschützt vor der Sonne. Jetzt merken wir langsam die Kilometer aus den vergangenen Tagen. Die Lust lässt etwas nach, wir freuen uns auf das Hotelzimmer und eine Dusche. Die Wehratalsperre und der -stausee sind eher unspektakulär. Aus diesem Grunde halten wir uns hier auch gar nicht länger auf. Zum Glück liegt unser heutiges Hotel mal wieder direkt am Wanderweg! Wir steuern den Klosterhof am Ortsrand von Wehr an. Hier werden wir sehr freundlich vom Wirt empfangen, der auch gleich ein paar Tipps für die morgige Heimreise parat hat. Da es vom Hotel gut 1,5 Kilometer zum Bahnhof sind, empfiehlt er uns ein Taxis zum nächsten Bahnhof in Wehr-Brennet zu nehmen, da in Wehr selbst nur ein Bus fährt. Das klingt für uns nach einer guten Idee.
Abendessen in historischer Umgebung
Leider hat das Restaurant des Klosterhof an diesem Tag geschlossen, sodass wir uns im Ort eine Alternative suchen müssen. Nach einer wohltuenden Dusche und einem Kleiderwechsel laufen wir Richtung Ortskern. Dabei treffen wir noch auf zwei weitere Wanderer, die wir im Laufe der Woche kennengelernt haben. Uns hat der Kaffeedurst erwischt. Auf der Suche nach einem Café kommen wir sowohl am Alten als auch am Neuen Schloss vorbei. Damit haben wir bereits zwei wichtige Sehenswürdigkeiten abgehakt. Im Ort stellen wir allerdings fest, dass sich die Suche nach einem Bistro als gar nicht so einfach herausstellt. Auf der Suche allerdings kommen wir am Gasthaus Krone vorbei, einem historischen Ort der Stadt.
Die Verhaftung von Gustav Struve
Im Jahre 1848 hat hier in der Krone mit der Verhaftung von Gustav Struve, dem letzten Anführer der Badischen Revolution, der Traum von der Demokratie ein Ende genommen. Vom damaligen Wirt des Gasthauses verraten und vom Wehrer Bürgermeister verhaftet, ist dank Struve, diesem letzten Helden des Widerstands, die Krone heute eine historische Rarität. Da die Krone zufällig auch noch einen sehr netten Biergarten hat, lassen wir uns hier gleich für ein Radler nieder, um unsere Wanderwoche gebührend zu feiern. Ein Blick auf die Speisekarte verrät uns zudem, dass sich dieses Lokal später auch wunderbar für das Abendessen eignet.
Aufstieg zur Burgruine Werrach
Bevor wir uns jedoch gemütlich zu Spargel & Co. niederlassen, gönnen wir uns noch den kurzen aber knackigen Aufstieg zur Burgruine Werrach. Naja und wie das so immer bei Aufstiegen ist, wird man anschließend mit einem fantastischen Weitblick belohnt – so ist das auch hier.
An den Wänden der Aussichtskanzel lesen wir uns die Geschichte vom Minnesänger Walther von Klingen durch. Nach so viel Bewegung und Kultur ist jetzt wirklich der große Hunger da. Wir maschieren zurück zum Gasthaus Krone und lassen den Abend bei einem leckeren Essen gemächlich ausklingen. Wir hatten hier eine wirklich gute Zeit mit tollen (Natur-)Erlebnissen. Den Schluchtensteig können wir guten Gewissens weiterempfehlen.
[:en]Today, we set out for the final stage of the Schluchtensteig. Unfortunately! The last section is quite challenging: with an ascent of 585 meters and a descent of 1,041 meters. Additionally, the temperatures have risen significantly in recent days, from 11 degrees Celsius on Wednesday to over 20 degrees today. After a very delicious breakfast (many thanks to the wonderful host of the Wehrahof!), we first head to the local supermarket to replenish our water supplies. Then, we begin the first ascent. From the supermarket, we go up to the rehabilitation clinic and from there into the shady forest. We pass by a few typical Black Forest houses and a sawmill, entering the Wehraschlucht in the Hotzenwald. Along the way, we pass a Buddhist community and a game reserve. At the latter, we are alerted to a stag. Well, we have already seen stags at the Wildgehe St. Blasien, so we skip the detour here.
Lunch break at lofty heights
After crossing the Wehratalstraße, the path becomes not only more beautiful but also more interesting. We walk up and down on narrow trails. At a particularly exposed and beautiful spot, we take a break. We find a bench with a direct view of the Wehratalstraße, which goes quite deep down! A great place for a picnic lunch. And as it turns out over the rest of the day, this is the most beautiful spot of the entire stage. Refreshed, we continue. The hiking trail remains narrow, which we like. At a viewpoint, we finally manage to look all the way to the Swiss Alps. It’s a very uplifting feeling! We then continue directly along the Wehra River. I find that the sound of flowing water always has a calming effect.
In the Bannwald
The trail in the so-called Bannwald (protected forest) becomes increasingly narrow and tangled. Sometimes it goes steeply uphill, sometimes we lose height. Occasionally, there are beautiful views. We listen to the birds singing and enjoy the still pleasant warmth of the sunshine. On the final stretch toward Wehrtalstausee, however, the path becomes less attractive. We walk partly on concrete paths, unprotected from the sun. Now we slowly feel the kilometers from the past days. Our enthusiasm wanes a bit; we look forward to the hotel room and a shower. The Wehratalsperre (dam) and the reservoir are rather unremarkable. For this reason, we don’t linger here. Luckily, our hotel today is again right on the trail! We head to the Klosterhof on the outskirts of Wehr. Here, we are warmly welcomed by the host, who also has a few tips for our journey home tomorrow. Since it’s about 1.5 kilometers from the hotel to the train station, he recommends taking a taxi to the next station in Wehr-Brennet, as there is only a bus in Wehr itself. That sounds like a good idea to us.
Dinner in a historic setting
Unfortunately, the restaurant at the Klosterhof is closed on this day, so we need to find an alternative in the town. After a refreshing shower and changing clothes, we walk toward the town center. Along the way, we meet two other hikers whom we’ve gotten to know during the week. We’re feeling quite thirsty for coffee. In search of a café, we pass by both the Old and the New Castles. That already counts as two important sights checked off our list. However, in the town, we realize that finding a bistro isn’t as easy as we thought. During our search, we come across the Gasthaus Krone, a historic place in the town.
The Arrest of Gustav Struve
In 1848, the Krone was the site of the arrest of Gustav Struve, the last leader of the Baden Revolution, bringing an end to the dream of democracy. Betrayed by the innkeeper of the time and arrested by the mayor of Wehr, thanks to Struve—this last hero of resistance—the Krone today is a rare historical gem. Since the Krone also happens to have a very nice beer garden, we settle in here with a Radler (a beer-lemonade mix) to celebrate our hiking week properly. A look at the menu also reveals that this place is perfect for dinner later on.
Climb to the Werrach Castle Ruins
But before we settle comfortably for asparagus & Co., we treat ourselves to the short but steep ascent to the Werrach Castle Ruin. Well, as is often the case with ascents, we are rewarded afterward with a fantastic panoramic view—just like here. On the walls of the viewpoint, we read the story of the minnesinger Walther von Klingen. After so much activity and culture, we’re truly hungry now. We walk back to the Gasthaus Krone and end the evening with a leisurely, delicious meal. We had a really good time here with wonderful (nature) experiences. We can wholeheartedly recommend the Schluchtensteig.
