[:de]Schluchtensteig: Etappe zwei[:en]Schluchtensteig: Stage two[:]
[:de]Zu Beginn der zweiten Etappe des Schluchtensteigs müssen wir zu Beginn des Tages sehr tapfer sein. Genau am Eingang zu den Schleifenbachwasserfällen erwischt uns eine kräftige Dusche aus den dunklen Wolken über uns. Das ist insofern doppelt ungünstig, weil der Weg in die Schlucht dadurch sehr matschig und rutschig wird. Mithilfe unserer Wanderstöcke überwinden wir auch dieses Hindernis bravurös und meistern auch die acht Meter lange und sehr steile Metalltreppe in die Schlucht. Nach diesem Einstieg kann uns heute nichts mehr schocken. Der Weg führt uns zunächst nach Achdorf und von hier aus weiter nach Aselfingen. Leider werden wir immer wieder von Regenschauern überrascht, sodass es sich kaum lohnt, die Regenjacken auszuziehen. Als wir jedoch die Wutachmühle erreichen und damit auch den gleichnamigen Kiosk, den wir für ein Päuschen nutzen, hört der Regen auf. Der Rest des Tages ist sonnig, später kommt sogar noch die Sonne durch!
Ehemaliger Kurort Bad Boll
Auffällig auf diesem Teilabschnitt sind die vielen unterschiedlichen Brücken, die wir heute passieren. Auch kommen wir nochmals in einen anderen Abschnitt der Wutachschlucht, der diesmal besonders schön ist und abenteuerlich anmutet. Genau nach meinem Geschmack! Spätestens am Tannegger Wasserfall kommt Freude auf: durch den Lichteinfall gleicht das fallende Wasser einem Regenbogen. Herrlich.
Auf dem Fritz Hockenjos-Steg
Ein Stückchen weiter erreichen wir den ehemaligen Kurort Bad Boll. Als sich genau hier die Sonne endlich einen Weg durch die Wolken bahnt, lassen wir uns auf einem Bänkchen umgeben von einer wundervollen Frühlingswiese nieder. Wir überqueren die Wutach auf dem Fritz Hockenjos-Steg und steuern auf ein Erlebnis der ganz besonderen Art zu, dem Dietfurter Wasserfall. Von dessen bemoosten Anblick sind wir so dermaßen fasziniert, dass wir uns kaum lösen können.
Da wir es bis zu unserer nächsten Unterkunft noch ein Stückchen ist und langsam der Hunger kommt, wandern wir schließlich weiter. Zum Schluss ist der Weg sehr von Wurzeln durchzogen, sodass wir diesem nochmals unsere ganze Aufmerksamkeit widmen müssen. Schließlich erreichen wir unser Quartier für den heutigen Abend: die Schattenmühle. Das Restaurant macht erstmal einen guten Eindruck, allerdings als wir unsere Zimmer, ich möchte eher sagen Zellen sehen, ist unsere Begeisterung wie weggeblasen. Die Unterbringung mutet wie ein ehemaliges Angestelltenremise an. Eng, klein, nichts für dicke Leute. Völlig ungemütlich und zudem ohne Gardinen an den Fenstern. Zum Glück bleiben wir nur für eine Nacht.
In der Lotenbachklamm
Bevor es zum Essen geht wollen wir noch einen Blick in die benachbarte Lotenbachklamm werfen. Diese ist nur ein Steinwurf von der Lotenbachklamm entfernt. Dieser 1,5 km lange Seitenarm der Wutachschlucht ist wirklich richtig, richtig ursprünglich. Hier muss man wirklich aufpassen, wo man hintritt. Leider sind wir von dem Wandertag ziemlich müde, sodass wir nicht den ganzen Weg gehen, da man hier wirklich über Stock und Stein geht. Aber der Besuch lohnt sich, ist wirklich etwas Besonderes – speziell für Abenteurer!
Kalte Suppe – hohe Preise
Ernüchtert sind wir auch beim Abendessen. Die Flädlesuppe ist fast kalt, das Bier ist teuer. Die Suppe lassen wir nochmals heiß machen. Mein Flammkuchen mit Lachs schmeckt. Ein sprichwörtlicher Schlag in die Fresse ist allerdings das Frühstück am nächsten Morgen. Pro Tisch ist alles abgepackt, es gibt nur Weißmehlbrötchen und für Vegetarier gibt es maximal eine Scheibe abgepackten Käse. Das finde ich schon frech, besonders für ein Hotel, das Wandergäste beherbergt. Hier würde ich nicht wieder einkehren wollen.
The path first leads us to Achdorf and from there on to Aselfingen. Unfortunately, we’re repeatedly caught by rain showers, so it’s hardly worth taking off our rain jackets. However, when we reach the Wutachmühle—and with it the kiosk of the same name, which we use for a break—the rain finally stops. The rest of the day is sunny, and later, the sun even breaks through!
Former Spa Town Bad Boll
One striking feature of this section is the many different bridges we cross today. We also enter another part of the Wutach Gorge, which is especially beautiful this time and has an adventurous feel. Just my kind of thing! By the time we reach the Tannegger waterfall, we’re in high spirits: thanks to the light, the falling water resembles a rainbow. Wonderful.
On the Fritz Hockenjos Footbridge
A little further on, we reach the former spa town of Bad Boll. Just as the sun finally breaks through the clouds here, we settle down on a bench surrounded by a lovely spring meadow. We cross the Wutach on the Fritz Hockenjos footbridge and head toward a very special experience: the Dietfurt Waterfall. We’re so fascinated by its moss-covered beauty that we can hardly tear ourselves away.
Since it’s still a bit of a walk to our next accommodation and hunger is starting to set in, we eventually continue on. Toward the end, the path is full of roots, so we need to stay fully focused. Finally, we reach our accommodation for the evening: the Schattenmühle. The restaurant makes a good first impression, but when we see our rooms—more like cells, really—our enthusiasm vanishes. The lodging feels like a former staff outbuilding. Cramped, tiny, not suitable for larger people. Completely uncomfortable and with no curtains on the windows. Fortunately, we’re only staying for one night.
In the Lotenbach Gorge
Before dinner, we want to take a look into the nearby Lotenbach Gorge. It’s just a stone’s throw from the Schattenmühle. This 1.5 km long side arm of the Wutach Gorge is really wild and unspoiled. You really have to watch where you step here. Unfortunately, we’re quite tired from the day’s hike, so we don’t go the full way, since the trail is truly rough and rugged. But it’s worth the visit—it’s definitely something special, especially for adventurers!
Cold Soup – High Prices
We’re also disappointed with dinner. The pancake soup is almost cold, and the beer is expensive. We have the soup reheated. My tarte flambée with salmon tastes good. But the proverbial slap in the face is breakfast the next morning. Everything on the table is pre-packaged, there are only white bread rolls, and vegetarians get at most a single slice of packaged cheese. I find that quite outrageous—especially for a hotel that caters to hiking guests. I wouldn’t want to stay here again.
