[:de]La Réunion: Das französische Wanderparadies im Indischen Ozean[:en]Hiking on La Réunion[:]
[:de]Die Insel La Réunion gilt als französischen Wanderparadies im Indischen Ozean. Und das zurecht. „Hike till you drop“ könnte das Motto lauten. Mit drei faszinierenden Talkesseln und Küste rund um die Insel bleibt kein Wunsch offen. Mit dem Piton des Neiges hat das Eiland zudem den höchsten Berg des Indischen Ozeans im Angebot. In der Vulkanregion, im Osten des Landes, lockt der noch aktive Piton de la Fournaise die Massen zum Lavagestein. Aber auch, oder gerade, wer die absolute Ruhe sucht, ist auf La Réunion genau richtig. Während an den Stränden im Westen, der „Côte sous le vent“ das Leben tobt, ist der Talkessel Mafate eine Region der Insel, die nur zu Fuß zu erreichen ist. Für mich ist La Réunion ein Paradies: die perfekte Auszeit vom medialen Dauerstress und den Krisen dieser Welt. Ein Aufenthalt, der mich für eine Weile glauben lässt, dass das Leben perfekt sein kann.
Im Wanderparadies
Die Wandermöglichkeiten auf La Réunion sind vielseitig. Im Grunde genommen, ist für jeden Anspruch und für jedes Niveau. Aber Vorsicht. Auf keinen Fall sollte man die klimatischen Verhältnisse vor Ort unterschätzen. Besonders an der Küste, geht die Luftfeuchtigkeit richtig in die Beine. Die Bergtouren sind nicht für Anfänger oder Gelegenheitswanderer geeignet. Trittsicherheit und Kondition sind hier die Grundvoraussetzungen. Bei einigen Wanderungen ist Schwindelfreiheit zudem ein Plus.
Wandermittelpunkt sind die drei Talkessel der Insel: Mafate, Cilaos und Salazie sind ihre Namen. Obwohl die Insel mit 2.500 km2 Grundfläche eine überschaubare Größe hat und theoretisch in gut fünf Stunden mit dem Auto umrundet werden kann, halte ich es für ratsam, die Anfahrtswege zu den Ausgangspunkten der Wanderungen nicht zu unterschätzen. Aus diesem Grund haben wir uns für Quartiere in vier verschiedenen Teilen der Insel entschieden. Das macht allein schon deshalb Sinn, weil in den Bergen im Laufe des Vormittags Wolken aufziehen. Diese bringen nicht unbedingt Regen, versperren aber die Aussicht auf die atemberaubende Landschaft. Wir haben allerdings auch den umgekehrten Fall erlebt. Flexibilität ist also von Vorteil.
Erstes Basislager: Cilaos
Die ersten fünf Tage haben wir in Cilaos gewohnt. Dann ging es für vier Tage weiter nach Hell-Bourg. Zwei Tage haben wir uns in Plaine des Cafres gegönnt, bevor wir die restlichen Tage in Saint-Gilles les Bains verbracht haben. Angekommen sind wir in St. Denis, der Hauptstadt der Insel. Den Tag haben wir für einen Stadtrundgang genutzt. Allerdings muss ich sagen, dass die Stadt sonntags doch recht ausgestorben wirkt. Allein die Fahrt am nächsten Tag nach Cilaos war dann schon wieder ein Abenteuer. Die Straße hat viele enge Kurven und auch einige interessant Tunnel. Es ist auf jeden Fall schlau, bei den engen Biegungen immer mal wieder die Hupe zu bedienen.
Angekommen in Cilaos haben wir festgestellt, dass es hier oben auch durchaus kühl sein kann. Da zahlen sich die beiden Swimmingpools im Hotel aus, die mit über 30 Grad wie eine überdimensionale Badewanne zum Relaxen einladen. Der Ort selbst ist klein und übersichtlich und definitiv ein Wandermekka. Wir machen uns gleich zur Touristeninformation auf. Hier gibt es – in Deutsch! – eine Übersicht über die Wandermöglichkeiten im Cirque de Cilaos. Siebzehn Wanderungen werden aufgeführt, geordnet nach Schwierigkeitsgrad. Da wir uns vor dem Abendessen noch etwas die Beine vertreten wollen, legen wir gleich los. Direkt aus der „Innenstadt“ gehen wir hinauf zum Plateau des Chênes und peilen den Aussichtspunkt „Roche Merveilleuse“ an. Bereits bei dieser kleinen Tour wird deutlich, dass wir es einerseits nicht mit Spaziergängen zu tun haben und andererseits uns großartige Ausblicke auf die Talkessel erwarten.
Landschaftliche Höhepunkt am Bras-Rouge
Gleich am nächsten Morgen geht es in die Vollen. Wir erwischen einen fantastischen Tag und machen uns auf zum „Bras Rouge“. Es erwartet uns eine abwechslungsreiche Rundwanderung mit 680 Metern Höhenunterschied und einem einmaligen Picknick-Platz am Wasserfall. Den Trail haben wir uns auf das Handy geladen – die Strecke ist aber auch gut ausgeschildert und der Verlauf leicht zu finden. Das gilt im Grunde genommen für fast alle Touren, die wir unternommen haben. Da der Weg direkt im Ortszentrum startet, benötigen wir an diesem Tag kein Auto. Nach dem Marsch hätten wir uns in Cilaos gerne ein „Sofortbier“ gegönnt. Leider müssen wir aber feststellen, dass im Ort alle Cafés geschlossen haben und auch in unserem Hotel werden alkoholische Getränke erst nach 18 Uhr serviert.
Für den zweiten Tag haben wir das Cap Bouteille auf dem Plan. Die Anfahrt zum Ausgangspunkt ist recht kurz. Der erste Abschnitt des Weges führt in Richtung Col du Taibit. Da es nur bergauf geht und uns die Sonne in den Nacken scheint, ist der Start sehr schweißtreibend. Auf dem Plateau biegen wir rechts in einen kleinen Weg ab. Von hier aus geht es wortwörtlich durch die Pampa. Hier gibt es keinerlei Ausschilderung. Zunächst ist jedoch der Weg noch gut zu erkennen. Als wir allerdings die Source du Cap Bouteille erreichen, wird es schwierig. Hier sind wir etwas lost. Wir überqueren den Fluss und steigen einen glitschigen Abhang hinauf. Ab hier sind keine Wege mehr zu erkennen, außer dem Trail der zum Bras-Rouge hinunterführt. Leider ist es uns nicht vergönnt, den Point de vue zu finden. Unverrichteter Dinge machen wir uns auf den Rückweg. Wir sind recht froh, dass wir erneut den Fluss erreichen, ohne dass wir uns auf der rutschigen Strecke auf den Hosenboden gesetzt haben. Von dort aus nehmen wir denselben Weg zurück. Diese Tour können wir nicht wirklich empfehlen.
Die Felsenhöhle La Chapelle
Am nächsten Tag erleben wir aber wieder ein „Knaller“. Unser Ziel ist „La Chapelle“, eine spektakuläre Felshöhle. Die Wanderung beginnt wieder direkt in Cilaos, sodass unser Auto zuhause bleibt. Der Trail ist fantastisch, wenn auch nicht ohne Tücken. Wie so oft bei den Wanderungen müssen wir auch hier öfter ein Flussbett durchqueren. Es lohnt sich wirklich, die Badeschlappen einzupacken. Zwischen 10 Uhr und 12 Uhr sollen von oben die Sonnenstrahlen in die Felsspalte einfallen. Leider zieht der Himmel an diesem Tag bereits sehr früh zu. Die Strecke lohnt sich aber in jedem Fall. Teilweise haben wir uns wie in einer arabischen Oase gefühlt. Da der Weg viel begangen ist, ist es auch kein Problem die Felshöhle zu finden – wir müssen nur der Meute folgen.
Vorsicht Trailrunner
„Der Hammer“ ist unsere letzte Wandertour bei Cilaos: Ravine des Calumets – Palmiste Rouge Runde von Peter Both. Die Tour ist mit „mittelschwer“ klassifiziert. Das würde ich nicht unbedingt unterschreiben. Bereits auf dem Hinweg müssen wir schon sehr auf den Weg achten, da es nicht nur steil nach unten geht, sondern der Weg auch teilweise abgebrochen ist bzw. vom Regen weggeschwemmt wurde. Wieder einmal müssen wir ein Flussbett durchqueren. Während wir uns noch nach dem richtigen Weg umschauen, kommen uns die ersten Trailrunner entgegen. Das scheint in Frankreich z.Zt. der „dernier cri“ zu sein. Diese verrückten Personen, die die steilsten und steinigsten Strecken hoch- und runter joggen, begegnen uns immer wieder. Als wir einen Sportladen aufsuchen, sehe ich zudem, dass für die Outfits von Trailrunnern überall geworben wird. Völlig durchgeknallt, wie ich finde, zumal man für das Equipment selbst in einem Sport-Discounter locker um die 300 Euro hinlegt. Wir wandern gemütlich bis nach Palmiste Rouge weiter. Auf der gegenüberliegenden Felswand soll es zurückgehen. Hm, erstmal kann ich keinen Weg erkennen. Dank GPS finden wir aber den Einstieg. Und jetzt geht es richtig zur Sache. Der Weg ist so steil, dass mein Körper gar nicht so schnell den Schweiß produzieren kann, den ich ausschwitze. Innerhalb von ein paar Minuten sind unsere Oberteile komplett durch, so als ob wir in einen kräftigen Regenschauer geraten wären. Ich versuche mir permanent die Transpirationsflüssigkeit von der Stirn zu wischen, damit ich nicht auch noch im Blindlauf hier hochmuss. Als wir endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, oben ankommen, kann ich kaum glauben, dass wir es geschafft haben. Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass es linker Hand noch höher geht. Ich werfe einen ängstlichen Blick auf Holger. Der winkt aber ab. Von hier aus geht es bergab, auch mit unseren Kräften. Insgesamt eine großartige Tour, aber mit bereits vier Touren in den Beinen sind wir hier doch an unser Limit gestoßen. Gut, dass es am nächsten Tag nach Hell-Bourg geht und wir etwas chillen können.
Das Schmuckstück Hell-Bourg
Das kleine Örtchen Hell-Bourg scheint eines der beliebtesten Standorte für Wanderer auf La Réunion zu sein. Jedenfalls hatten wir hier vorab die größten Probleme, eine Übernachtung zu finden. Das Dorf liegt im Herzen des Cirque de Salazie (Talkessel von Salazie). Obwohl Hell-Bourg im Grunde genommen nur aus einer Hauptstraße besteht, hat es seinen ganz eigenen Charme. Besonders gefallen hat uns die Unterkunft „Jardin D’Heva“. Die Unterkunft besteht aus sechs individuell gestalteten Hütten mit einer Terrasse. Das Gelände hat einen wunderschönen Garten. Nachhaltigkeit wird hier großgeschrieben. Das Frühstück ist klein, aber fein: die Marmeladen, der Honig, das Brot etc. – alles selbst gemacht! Ein Ort der Entspannung!
Von Hell-Bourg aus haben wir drei Wanderungen unternommen: Über den Regenwald Fôret de Bélouve sind wir zum Trou de Fer, dem Höllenloch, gewandert. Auch diese Wanderung konnten wir direkt von unserer Unterkunft aus starten. Selbstredend geht es zu Beginn der Tour erstmal richtig steil nach oben, um zum Ausgangspunkt zu gelangen. Oben angekommen haben wir Glück, dass sich die Wolken gerade verziehen und den magischen Blick auf Hell-Bourg freigeben. Die eigentliche Herausforderung aber kommt erst noch. Von der Gîte de Bélouve geht es nämlich in den Regenwald. Der Trail, der größtenteils über Holzstege führt, ist wirklich schön. Nur, die Wege waren so durchnässt, dass wir mehr geschlittert als gewandert sind. Erschwerend kam hinzu, dass der Rückweg gesperrt war und somit alle Wanderer den gleichen Hin- und Rückweg nehmen mussten, was bei den oftmals sehr schmalen Wegen eine echte Herausforderung ist.
Am Höllenloch treffen sich dann alle wieder. Der Point de vue am Trou de Fer ist ein kleiner Holzbalkon. Als wir dort ankommen liegt alles im Nebel. Aber wie von Geisterhand bewegen sich die Schwaden ganz langsam weiter und geben schließlich den faszinierenden Blick auf die 300 Meter tiefe Schlucht frei. In dieses schwarze Loch fallen die Wasserfälle, die pittoresk von den grünen Felsen herabstürzen. Ein wahres Fest für das Auge. Die meisten Wanderer picknicken an dieser Stelle und bestaunen andächtig das Naturschauspiel.
Entspannung in Bel-Air
Nach der sehr langen und anstrengenden Tour zur Trou de Fer gönnen wir uns am nächsten Tag eine Auszeit und fahren nach Sainte Suzanne. Hier erwartet uns der Leuchtturm von Bel-Air. Von hier aus gehen wir über den Sentier Littoral zur Domaine du Grand Hazier, einer Vanilleraie. Leider werden die Führungen durch die Geschichte der Vanille nur in Französisch angeboten. So gut sind unsere Sprachkenntnisse dann leider doch nicht. So fahren wir weiter nach Saint-André und entdecken den Parc du Colosse für uns. Dieser liegt direkt am Indischen Ozean und ist eine herrliche Oase zum Entspannen.
Am darauffolgenden Tag wollen wir es noch einmal wissen. Eine Wanderung zur Source Manouilh soll es sein. Leider spielt das Wetter an diesem Tag nicht mit. Schon beim Aufstieg regnet es recht kräftig. Im Wald verläuft der Weg über Wurzeln und hat sich durch die Nässe zu einer einzigen Rutschbahn entwickelt. Also steigen wir wieder ab. Im Nachhinein stellt sich dieser Abbruch aber als Glücksfall heraus. Denn, als am Nachmittag wieder die Sonne scheint, machen wir uns auf zur Cascade Blanche bei Salazie. Schnell stellen wir fest, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Nicht nur der Weg zum Wasserfall ist sehr schön, auch die Kaskade selbst ist atemberaubend und lädt sogar zu einem Bad ein.
Am Piton de la Fournaise
Am vierten Tag verlassen wir Hell-Bourg und fahren weiter nach Plaine des Cafres. Diesmal kommen wir privat bei einem französischen Ehepaar unter. Die Unterkunft ist einfach, aber zweckmäßig. Die Gastgeber sind herzlich. Hier in der Vulkanregion ist das Wetter auch eher wechselhaft. Um uns die Beine zu vertreten, machen wir einen Spaziergang durch die Weidelandschaft der Hochebene. Wir sind wieder einmal erstaunt. Mit dem Piton Bleu im Hintergrund und den Kühen auf der Wiese könnten wir fast in den Alpen sein.
Für den nächsten Tag haben wir uns das Coteau Maigre vorgenommen. Beim Frühstück fragt uns unser Herbergsvater voller Erwartung, ob wir heute zum Piton de la Fournaise wollen. Als wir ihm von unseren Plänen erzählen, sieht er sehr enttäuscht aus. Aber es kommt alles anders. Der Himmel ist blau und die Sonne scheint, wir entscheiden uns doch für den Vulkan. Bereits die Fahrt zum Ausgangspunkt am Pas de Bellecombe ist irre. Wir erleben immer wieder sensationelle Ausblicke auf die Bergwelt und die wüstenähnliche Landschaft in Richtung Vulkan. Als wir allerdings auf dem Parkplatz ankommen, sehen wir, dass sich der Himmel langsam zuzieht. Was dann folgt ist eine Wanderung im „Nebel des Grauens“. Die Sicht ist so schlecht, dass wir keine fünf Meter weit sehen können. Zudem wird aus dem anfänglichen Nieseln schnell ein Dauerregen. In der Hoffnung, dass sich das Wetter auf dem Weg zum Krater noch bessert, gehen wir weiter. Und wir sind bei Weitem nicht die einzigen. Als das Wetter jedoch immer schlechter wird und wir schon ziemlich durchweicht sind, kommt uns ein Pärchen entgegen. Nachdem uns die beiden erklärt haben, dass es auch am Krater überhaupt nichts zu sehen sei und wir auch noch eine Stunde vor uns hätten, brechen wir frustriert ab. Zurück am Auto habe ich nichts Trockenes mehr an mir. Wir drehen die Heizung im Auto auf so weit es geht. Auf dem Rückweg erkennen wir nichts mehr wieder. Die Wolken sind so weit nach unten gezogen, dass wir nur mit Mühe den Rückweg erkennen können. Ach, wie ist das schön, in der Unterkunft warm zu duschen und sich anschließend vor den Kamin zu setzen.
Spektakuläre Wasserspiele
Tags darauf sagen wir den Wolken und dem Regen adieu und machen uns zur Westküste auf, der Côte sous le vent. Wir checken in unserem Hotel in Saint-Gilles-les-Bains ein. Am Nachmittag besuchen wir den Jardin d’Eden und krönen den Tag mit einem Sundowner am Strand. Wir werden mit einem fantastischen Sonnenuntergang belohnt. Nach all den Bergpanoramen wollen wir am nächsten Tag die Küste erstürmen. Wir fahren nach L’Etang-Salé les Bains. Wir starten am Le Gouffre de L’Etang. Die Szenerie ist atemberaubend. Wir können es kaum glauben, mit welcher Wucht die Wellen des Indischen Ozeans sich hier an den Felsen brechen und die Fontänen in die Luft springen. Ein großartiges Schauspiel, dem man lange zusehen kann.
Wir merken aber, dass eine Wanderung an der Küste aufgrund der klimatischen Verhältnisse viel anstrengender ist. Wir freuen uns also wieder auf die Berge. Noch wissen wir es nicht, aber die zwei letzten Wanderungen sind nicht nur sehr schön sind, sondern es auch in sich haben.
Drei Tage vor unserer Heimreise nehmen wir uns das Cap Noir vor. Dafür haben wir uns auf Komoot die Tour „Cap Noir – Passages avec échelles Runde von Dos d’Ane. Ausgesucht. Mit einer Länge von 7,87 km und 660 Höhenmetern klingt das alles erstmal machbar. Zwar wird die Tour als schwer ausgewiesen. Aber das hatten wir bereits öfter und konnten die Touren immer gut bewältigen. Zwar wurde auch von Leitern gesprochen – die sahen auf den Bildern aber harmlos aus. Waren sie auch. Der Hammer traf uns erst auf dem Rückweg, als wir vom Belvédère Mafate Richtung Dos d‘Ane absteigen.
Das große Abenteuer
Wir beginnen die Tour bei Dos d’Ane und steigen zunächst steil bergauf zum „Vu su Mafate“, einem absolut fantastischen Aussichtspunkt auf den Talkessel von Mafate. Und wir haben Glück, der Tag ist wolkenlos! Auf dem herrlichen Kammweg geht es weiter zum Roche Verre Bouteille. An dieser Stelle sind zwei Felsformationen zu sehen, die so dicht beieinander liegen, dass sie die Silhouette einer Flasche bilden. Unser Rückweg würde eigentlich über den Kiosque (= Schutzhütte) du Cap Noir gehen. Diese Strecke ist aber aufgrund von Felsabbrüchen gesperrt. Aus diesem Grund wandern wir zunächst weiter in Richtung Roche Ecrite. Die Sonne meint es an dem Tag sehr gut mit uns. Da es immer nur berghoch geht, kommen wir ganz schön ins Schwitzen. Auch, wenn die Ausblicke immer wieder schön sind und der Weg gut präpariert ist, zieht es sich. Eigentlich, so denke ich, müssten wir doch langsam wieder absteigen. Wir erreichen den Belvédère Mafate. Wieder sind wir fasziniert von dem herrlichen Blick auf die Bergkette des Talkessels. Kurz hinter dem Aussichtpunkt teilt sich der Weg. Wir verlassen den Sentier de Roche Ecrite und biegen links ab. Ich bin schon ein bisschen vorausgelaufen, als ich Holgers Stimme höre, die nach mir ruft. Wir müssen absteigen. Klar. Als ich allerdings an die Stelle trete, die laut GPS unsere Einstiegsstelle für den Abstieg ist, kann ich in dem dichten Bewuchs keinen Weg erkennen. „Doch“, sagt Holger, „hier muss es sein.“ Ich schnaufe kurz durch und taste mich langsam vor. Beim Anblick des schmalen und sehr steilen Pfads traue ich meinen Augen nicht. Wie sollen wir da heil herunterkommen? Zudem ist der Boden vom Regen aufgeweicht und links neben uns lauert der Abgrund. „Wenn das mal gut geht“, sage ich noch. Ganz vorsichtig und langsam tasten wir uns vor. Der Weg wird immer schlimmer und er ist lang. Jetzt schwitzen wir nicht wegen der Hitze, sondern vor Anspannung und Anstrengung. Wir erreichen eine Passage, die mit einem Seil am Berg gesichert ist. Aber was ist das? Plötzlich hört das Seil auf und fällt in die Tiefe. Was zum T…? Hier sollen wir uns förmlich abseilen. Ich stehe kurz vor dem Herzinfarkt. Wir überlegen und bleiben stehen. Zurück können wir auch nicht mehr. Da kommt eine Wanderin von unten. Auf keinen Fall will ich zuerst absteigen, soll ich hochkommen. Dann kann ich wenigstens sehen, wie sie das macht. Sie klettert tatsächlich hoch. Nur mit größter Mühe schafft sie es an mir vorbei, weil der Weg so schmal ist. Ich fasse etwas Mut und hänge mich ans Seil.
Zum Glück geht alles gut und ich hoffe einfach, dass das die letzte Herausforderung war. Denkste. Nach einer Weile kommen wir an eine Stelle, wo ich nicht mehr weiterweiß. Es ist wieder eine sehr steile Stelle und Teile vom Weg sind einfach weggebrochen. Ich sehe auch nicht, wo wir uns festhalten könnten. Hier sollte man auch sehr vorsichtig sein, da es immer wieder Äste gibt, die nicht mehr fest am Baum sind. Ich lasse Holger vorgehen. Ganz, ganz langsam und mit dem Körper an den Felsen gepresst tasten wir uns vorwärts. Auch diesmal kommen wir glimpflich aus der Sache heraus. Auch auf dem Rest des Weges empfiehlt es sich, konzentriert zu bleiben. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir endlich wieder Dos D’Ane. Wir atmen erstmal durch. Das nenne ich ein wahres Abenteuer. Gut, dass wir nicht vorher wussten, wie der Abstieg aussieht.
Die Tour an sich ist sehr schön, die Ausblicke sind fantastisch, der Kammweg ist toll. Aber wie gesagt, starke Nerven, gute Ausrüstung und Wandererfahrung sind absolute Voraussetzung.
Sans Souci und ohne Regen
Unsere letzte Wandertour führt uns auf den Piton d’Orangers. Die Tour ist mit 16,2 km und 790 Höhenmetern angegeben (Piton des Orangers – Les Terrasses Runde von Dos d’Ane). Start soll ein Parkplatz am Forêt de Sans-Soucis sein. Wir haben etwas Mühe den Ausgangspunkt zu finden. Als wir dann auf der Zielgeraden sind, höre ich einen Knall und dann das Geräusch von schnell entweichender Luft. Oh nee. Wir haben einen Platten. Ich steige aus und schaue mir die Panne an. Ein recht großer Stein hat sich in das Gummi gefressen. Holger hat das aber schnell im Griff – keine fünf Minuten später fahren wir mit dem Ersatzreifen weiter. An der Startstelle angekommen lesen wir, dass der Weg in den Wald wegen Waldarbeiten gesperrt ist. Da das unser Rückweg ist, ignorieren wir den Hinweis erst einmal. Wir steigen gut 500 Meter weiter in den Wanderweg ein. Wie immer geht es mal wieder bergauf. Der Pfad ist zunächst einfach und gut zu begehen. Dann wird es aber wieder abenteuerlich. Wir biegen in den Dschungel ein und warte nur noch darauf, dass Holger mit die Liane zuwirft. Nur gut, dass es auf La Réunion keine wilden oder gefährlichen Tiere gibt. Trotzdem bleibt immer die Vorstellung, dass sich gleich eine Boa von einem der Tropen- oder Tamarindenbäumen abseilt.
Leider wird es auf halber Strecke immer diesiger, sodass wir uns etwaige Ausblicke schon abgeschminkt haben. Aber, es kommt anders. Nachdem wir uns auf den Gipfel des Oranges hinaufgeschleppt haben, werden wir von einer Wolkenlücke überrascht. Staunend stehen wir am Abhang und blicken in den Talkessel von Mafate. Überwältigend. Als ich aus dem Staunen wieder herausfinde und mich umsehe, erkenne ich, dass der Nebel hinter uns in den letzten Minuten so dicht geworden ist, dass alles in einem grauen, diesigen Schleier verschwindet und nur über dem Talkessel der Himmel aufgerissen ist. Irre, absolut irre. Da wir nicht sicher sind, ob das Wetter hält, machen wir uns nach einer kurzen Mittagspause auf den Rückweg.
Wir tauchen in den Wald ein und wandern in Richtung Ilet Alcide. Das Gebiet mit seinem dichten Baum- und Buschwerk ist schon beeindruckend. Auch hier kommt wieder das Gefühl von Abenteuer auf. Unterwegs fängt es leicht zu regnen an. Es ist aber mehr ein feuchter Nebel als tatsächlicher Niederschlag. Der Rückweg ist schon recht lang – weitere Ausblicke gibt es aufgrund des dichten Bewuchses leider nicht. Als wir den Ausgangspunkt erreichen, sind die Waldarbeiten schon lange beendet. Unser Auto ist das einzige, das noch auf dem Parkplatz steht. Als wir wieder auf der Hauptstraße sind, staunen wir nicht schlecht. Hier regnet es in Strömen, runter bis zum Meer. Und wir sind die ganze Zeit mehr oder weniger trocken geblieben. Was für ein Glück. Die Wanderung war auf jeden Fall ein würdiger Abschluss für diesen fantastischen Urlaub auf der wunderschönen Insel La Réunion.
Unsere Wandertouren im Überblick:
Cilaos:
Roche Merveilleuse
Bras Rouge
Cap Bouteille
La Chapelle
Palmiste Rouge
Hell-Bourg:
Fôret de Bélouve und Trou de Fer
Sentier Littoral
Source Manouilh
La Cascade Blanche
Plaine des Cafres:
La Plaine des Cafres – Spaziergang durch die Weidelandschaft
Piton de la Fournaise
Saint-Gilles-les-Bains:
Le Gouffre Etang-Salé
Cap Noir
Piton d‘Oranges
[:en]The island of La Réunion is considered a French hiking paradise in the Indian Ocean, and for good reason. „Hike till you drop“ could be the motto here. With three fascinating calderas and a coastline that surrounds the island, it leaves nothing to be desired. Furthermore, La Réunion boasts the highest mountain in the Indian Ocean, Piton des Neiges. In the volcanic region in the east of the country, the still-active Piton de la Fournaise attracts crowds to the lava rock. But even those who seek absolute tranquility will find La Réunion the right place. While life thrives on the beaches in the west, the „Côte sous le vent,“ the Mafate caldera is a region of the island that can only be reached on foot. For me, La Réunion is a paradise: the perfect escape from the constant media stress and the crises of the world. A stay that makes me believe, if only for a while, that life can be perfect.
In the Hiking Paradise
The hiking opportunities on La Réunion are diverse, suitable for all skill levels and preferences. However, one should not underestimate the local climatic conditions, especially along the coast where the humidity can be intense. The mountain hikes are not suitable for beginners or occasional hikers. Surefootedness and endurance are essential. Some hikes may also require a head for heights.
The three calderas of the island serve as the focal points for hiking: Mafate, Cilaos, and Salazie. Despite the island’s relatively small size of 2,500 square kilometers, which can theoretically be circumnavigated by car in about five hours, it’s advisable not to underestimate the routes to the starting points of hikes. For this reason, we chose accommodations in four different parts of the island. This makes sense because clouds often roll in over the mountains in the late morning. While we experienced this situation, we also encountered the opposite case, where flexibility proved beneficial.
First Base Camp: Cilaos
We spent the first five days in Cilaos. Then, we continued for four days to Hell-Bourg. We spent two days in Plaine des Cafres before spending the remaining days in Saint-Gilles les Bains. We arrived in St. Denis, the capital of the island, and used the day for a city tour. However, I must say that the city seems quite deserted on Sundays. The next day, our drive to Cilaos was already an adventure. The road has many tight curves and several interesting tunnels. It’s a good idea to use the horn frequently when navigating the sharp bends.
Arriving in Cilaos, we realized that it can be quite chilly here. The two swimming pools at the hotel, with temperatures exceeding 30 degrees Celsius, felt like oversized bathtubs inviting us to relax. The town itself is small and manageable and is definitely a hiker’s paradise. We headed straight to the tourist information office. Here, you can find an overview of hiking options in the Cirque de Cilaos, even in German. Seventeen hikes are listed, sorted by difficulty. Since we wanted to stretch our legs before dinner, we started right away. We walked up from the „downtown“ to the Plateau des Chênes and aimed for the viewpoint „Roche Merveilleuse.“ Even on this short hike, it became clear that these are not leisurely walks; they offer fantastic views of the calderas.
Scenic Highlight at Bras-Rouge
The very next morning, we set off full of energy. We had a fantastic day ahead as we hiked to „Bras Rouge.“ This was a varied circular hike with 680 meters of elevation difference and a unique picnic spot at a waterfall. We had downloaded the trail to our phone, but the route was also well marked and easy to follow. This was true for almost all the hikes we undertook. Since the trail started right in the town center, we didn’t need a car that day. After the hike, we would have liked to enjoy a „Sofortbier“ (instant beer) in Cilaos, but all the cafes in town were closed, and even in our hotel, alcoholic drinks were only served after 6 pm.
For the second day, we had Cap Bouteille on our itinerary. The drive to the starting point was relatively short. The first section of the trail led in the direction of Col du Taibit. As it was all uphill, and the sun was beating down on us, it was quite a sweaty start. On the plateau, we turned right onto a small path. From there, we went through the Pampa. There were no signs here. At first, the trail was still easy to discern. However, when we reached the Source du Cap Bouteille, things got tricky. We were somewhat lost at this point. We crossed the river and climbed up a slippery slope. From here on, no paths were visible except for the trail leading down to Bras-Rouge. Unfortunately, we couldn’t find the Point de vue. Frustrated, we made our way back. We were quite disappointed to find that all the cafes in town were closed, and there were no alcoholic beverages available at our hotel until 6 pm.
On the third day, we had „La Chapelle“ in our sights, a spectacular rock cave. The hike started right in Cilaos, so we left our car behind. The trail was fantastic but not without challenges. As with many hikes, we had to cross riverbeds several times, so it’s a good idea to pack water shoes. Between 10 am and 12 pm, sunlight is supposed to shine into the rock crevice from above. Unfortunately, on that day, the sky clouded over very early. Nevertheless, the hike was definitely worthwhile. At times, we felt like we were in an Arabian oasis. Since the trail was well-traveled, finding the rock cave was not a problem – we just had to follow the crowd.
Beware of Trail Runners
Our last hiking adventure in Cilaos was the Ravine des Calumets – Palmiste Rouge circuit, rated as „moderate.“ I wouldn’t necessarily agree with this assessment. Even on the way up, we had to be very attentive because the path not only descended steeply but had also been eroded or washed away by rain in some places. Once again, we had to cross a riverbed. While we were still looking for the right path, we encountered some trail runners (trail running is currently a trend in France). These individuals run up and down the steepest and rockiest trails, and we kept coming across them. When we visited a sports store, I noticed that trail running outfits were promoted everywhere. In my opinion, it’s a bit crazy, especially since the equipment alone costs around 300 euros, even from a sports discount store. We continued our hike to Palmiste Rouge. We were supposed to return along the opposite rock face. However, I couldn’t see any trail. Thanks to GPS, we found the starting point. The descent was challenging. The path was so steep that my body couldn’t produce sweat fast enough to keep up with what I was losing. Within a few minutes, our tops were completely soaked, as if we’d been caught in a heavy rain shower. I kept wiping sweat from my forehead constantly to avoid running blind. Finally, after what seemed like forever, we reached our car. Here, too, we would have liked to have enjoyed a beer afterward, but it wasn’t served before 6 pm in any of the cafes.
The Jewel of Hell-Bourg
The small town of Hell-Bourg seems to be one of the most popular destinations for hikers on La Réunion. At least that’s where we had the most trouble finding accommodation in advance. The village is located in the heart of the Cirque de Salazie (Salazie Cirque). Although Hell-Bourg essentially consists of just one main street, it has its own unique charm. We particularly enjoyed staying at the „Jardin D’Heva“ accommodation (https://www.insel-la-reunion.com/angebote/jardins-d-heva-hotel-spa-les-salazie-de-558467/). The lodging comprises six individually designed cottages with terraces. The property boasts a beautiful garden, and sustainability is a top priority here. The breakfast is small but exquisite: the jams, honey, bread, etc., are all homemade. It’s a place of relaxation!
From Hell-Bourg, we embarked on three hikes. We hiked through the Fôret de Bélouve rainforest to reach the Trou de Fer, the Hell Hole. This hike could also be started directly from our accommodation. Naturally, at the beginning of the tour, there’s a steep ascent to reach the starting point. Upon reaching the top, we were lucky that the clouds parted, revealing the magical view of Hell-Bourg. However, the real challenge was yet to come. From the Gîte de Bélouve, the trail leads into the rainforest. The trail, mostly consisting of wooden walkways, is truly beautiful. However, the paths were so waterlogged that we ended up sliding more than walking. To complicate matters, the return route was closed, forcing all hikers to take the same path in both directions, which can be quite challenging due to the often very narrow trails.
At the Hell Hole, everyone converges. The Point de Vue at Trou de Fer is a small wooden balcony. When we arrived, everything was shrouded in mist. But like magic, the mists slowly receded, revealing the fascinating view of the 300-meter-deep gorge. The waterfalls tumble down from the lush green cliffs into this black hole. A true feast for the eyes. Most hikers picnic at this spot, gazing in awe at the natural spectacle.
Relaxation in Bel-Air
After the long and strenuous hike to Trou de Fer, we decided to take a break the next day and drove to Sainte Suzanne. Here, we found the Bel-Air lighthouse (https://www.france-voyage.com/frankreich-stadte/sainte-suzanne-36671/leuchtturm-bel-air-22594.htm). From there, we embarked on the Sentier Littoral trail to Domaine du Grand Hazier, a vanilla plantation. Unfortunately, the tours explaining the history of vanilla were only available in French. Our language skills were not up to par, so we continued to Saint-André and discovered Parc du Colosse. This park is located right by the Indian Ocean and is a delightful oasis for relaxation.
On the following day, we decided to go for another hike, this time to Source Manouilh. Unfortunately, the weather did not cooperate. It was raining quite heavily during the ascent. In the forest, the trail led over roots and had turned into a slippery slide due to the moisture. So, we decided to turn back. In hindsight, this decision turned out to be fortunate because when the sun came out in the afternoon, we set off to Cascade Blanche near Salazie (https://www.alltrails.com/de/route/reunion/saint-benoit/cascade-blanche-depuis-chapelle-de-l-escalier). We quickly realized that it was an excellent choice. Not only was the path to the waterfall beautiful, but the cascade itself was breathtaking and even inviting for a swim.
At Piton de la Fournaise
On the fourth day, we left Hell-Bourg and continued to Plaine des Cafres. This time, we stayed with a French couple. The accommodation was simple but functional, and the hosts were warm. In this volcanic region, the weather was quite changeable. To stretch our legs, we took a walk through the highland meadows. Once again, we were amazed. With Piton Bleu in the background and cows grazing in the field, we felt like we could almost be in the Alps.
For the next day, we planned to hike to Coteau Maigre. During breakfast, our host eagerly asked if we were going to Piton de la Fournaise. When we told him about our plans, he seemed very disappointed. However, things took an unexpected turn. The sky was clear and the sun was shining, so we decided to visit the volcano after all. The drive to the starting point at Pas de Bellecombe was already breathtaking. We kept getting sensational views of the mountains and the desert-like landscape leading to the volcano. However, upon arriving at the parking lot, we noticed that the sky was gradually clouding over. What followed was a hike in the „fog of terror.“ The visibility was so poor that we couldn’t see five meters ahead, and the light drizzle turned into continuous rain. Hoping that the weather would improve on the way to the crater, we pressed on. We were not alone in this decision. As the weather worsened, we were already quite soaked, and a couple coming from the crater met us. They explained that there was nothing to see at the crater, and we still had an hour of hiking ahead of us. Frustrated, we decided to turn back. By the time we reached the car, I had nothing dry left on me. We cranked up the car’s heater as far as it would go. On the return trip, we hardly recognized anything. The clouds had descended so low that we could barely make out the way back. Oh, how wonderful it was to have a warm shower at the accommodation and sit by the fireplace.
The next day, we bid farewell to the clouds and rain and set off for the west coast, the Côte sous le vent. We checked into our hotel in Saint-Gilles-les-Bains. In the afternoon, we visited the Jardin d’Eden and capped off the day with a sundowner at the beach. We were rewarded with a fantastic sunset. After all the mountain panoramas, we decided to conquer the coast the next day. We drove to L’Etang-Salé les Bains and began our hike at Le Gouffre de L’Etang (https://www.komoot.de/highlight/744267). The scenery was breathtaking. We could hardly believe the force with which the waves of the Indian Ocean crashed against the rocks, sending fountains into the air. It was a magnificent spectacle that we could watch for a long time.
However, we noticed that a coastal hike is much more exhausting due to the climatic conditions. So, we looked forward to returning to the mountains. Little did we know that the last two hikes were not only beautiful but also quite challenging.
Three days before our departure, we took on Cap Noir. For this, we selected the tour „Cap Noir – Passages avec échelles Runde von Dos d’Ane“ on Komoot. With a length of 7.87 km and an ascent of 660 meters, it sounded manageable at first. The tour was labeled as difficult, but we had successfully completed such hikes before. Although the route mentioned the presence of ladders, they appeared harmless in the pictures. But the real challenge awaited us on the way back as we descended from Belvédère Mafate towards Dos d’Ane.
We began the hike at Dos d’Ane, climbing steeply to „Vu su Mafate,“ an absolutely fantastic viewpoint over the Mafate Cirque. We were fortunate as the day was clear! We continued along the beautiful ridge path to Roche Verre Bouteille. At this point, there are two rock formations so close together that they form the silhouette of a bottle. Our return route was initially supposed to go through Kiosque du Cap Noir, but it was closed due to rockslides. Therefore, we hiked further in the direction of Roche Ecrite. The sun was scorching on that day, and since we were constantly ascending, we worked up quite a sweat. Despite the beautiful views and well-prepared path, it felt like the hike was dragging on. I kept thinking that we should start descending soon. We reached the Belvédère Mafate. Once again, we were fascinated by the magnificent view of the mountain range within the cirque. Shortly after the viewpoint, the trail forked. We left Sentier de Roche Ecrite and turned left. I walked ahead, but then I heard Holger’s voice calling after me. We had to descend. When I stood at the GPS-marked starting point for the descent, I couldn’t see a path through the dense undergrowth. „It has to be here,“ Holger said, and I hesitated before slowly pushing forward. When I saw the narrow, very steep path, I couldn’t believe my eyes. How were we going to make it down in one piece? Moreover, the ground was soaked from the rain, and the abyss lurked to the left. I mumbled, „This better work out.“ We cautiously and slowly inched our way forward, pressing against the rocks. The path got progressively worse and seemed endless. Now, imagine this: we had to abseil ourselves on a section where the secured trail suddenly ended. As I stood there, I couldn’t believe my eyes. We had to literally rappel down. My heart was pounding. We hesitated but couldn’t turn back. At this point, a hiker coming from below appeared. I had no intention of descending first, so I climbed up to make way for her to pass. It was a challenging feat due to the narrowness of the path. I gathered some courage and clung to the rope. Thankfully, everything went well, and I simply hoped it was the last challenge. But it wasn’t. After a while, we reached a point where I couldn’t see how to proceed further. It was another very steep section, and parts of the path had disappeared due to erosion. I couldn’t see where we could hold on. The ground was muddy from the rain and unstable, and the abyss was right there on our left. „We should be very careful here,“ Holger said, as there were branches that appeared ready to snap off from the trees. I let Holger lead the way. We slowly and cautiously moved forward, clinging to the rocks. The path had us on edge and seemed endless. I breathed a sigh of relief when we finally arrived back at Dos D’Ane. It had been quite an adventure. The hike itself was beautiful, the views were fantastic, and the ridge path was great. But, as I mentioned, it requires strong nerves, good equipment, and hiking experience.
Our last hiking tour took us to Piton d’Oranges. The tour was indicated as 16.2 km with an ascent of 790 meters (Piton des Oranges – Les Terrasses Runde von Dos d’Ane). We were supposed to start at a parking lot at Forêt de Sans-Soucis. Finding the starting point turned out to be a bit tricky. When we were almost there, we heard a loud noise and the sound of air escaping quickly. Oh no. We had a flat tire. I got out of the car to inspect the situation. A fairly large stone had embedded itself in the tire. Holger quickly took care of it – not even five minutes later, we continued with the spare tire. Upon arriving at the starting point, we found a notice that the forest trail was closed due to forestry work. Since it was our return route, we initially decided to ignore the warning. We entered the trail about 500 meters further. As always, there was an uphill climb. The path was initially easy and well-maintained. But then it turned into an adventure. We ventured into the jungle, waiting for Holger to swing on a vine. Fortunately, La Réunion doesn’t have wild or dangerous animals, but the idea of a boa descending from one of the tropical or tamarind trees always lurked in our minds.
Unfortunately, the weather became hazier halfway through the hike, and we thought we wouldn’t get any more scenic views. However, that wasn’t the case. When we reached the summit of Oranges and had climbed our way up, we were surprised by a gap in the clouds. Standing in awe at the edge, we looked into the Mafate Cirque. Overwhelming. When I looked around, I saw that the fog behind us had thickened so much that everything disappeared into a gray, hazy veil, leaving only the Mafate Cirque under a clear sky. It was insane. As we weren’t sure if the weather would hold, we started our return after a short lunch break. We entered the forest and hiked toward Ilet Alcide. The area with its dense trees and bushes was quite impressive. The sense of adventure was back. Along the way, a light rain began, more like a moist mist than actual precipitation. The way back was quite long, but due to the dense vegetation, there weren’t any more viewpoints. When we reached the starting point, the forestry work had already finished, and our car was the only one left in the parking lot. Once back on the main road, we were stunned. It was pouring down with rain, all the way to the sea. Yet, we had stayed mostly dry the whole time. How lucky we were. This hike was undoubtedly a fitting conclusion to this fantastic vacation on the beautiful island of La Réunion.
