[:de]Der Bergfried von Warberg[:en]The defensive tower of Warberg[:]
[:de]Die Burg Warberg ist so etwas wie eine Kindheitserinnerung. Von Helmstedt ist es nur ein Katzensprung dorthin. Auf dem Gymnasium hatte ich viele Mitschülerinnen und Mitschüler aus dem umliegenden Dörfern, darunter auch aus Warberg. Ich glaube, in der Burg bin ich nie gewesen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie damals bereits ein Veranstaltungsort für Seminare war. Aber ganz gleich, wie es seinerzeit war. Noch heute fühlt sich der Besuch der Burg wie ein Heimspiel an. Diesmal bin ich aus beruflichen Gründen hier. Trotzdem bleibt noch genügend Zeit, um das Prachtstück der Burg zu besichigen: der Bergfried. Aber Vorsicht: Die Besteigung desselbigen ist nicht für jedermann. Etwas Kondition und Schwindelfreiheit sind von Vorteil. Ist man erst einmal oben, dann wird man mit einem fantastischen Ausblick bis zum Harz belohnt.
Hoch hinaus
Die wohl im 13. Jahrhundert entstandene Burg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Es geht um Machtkämpfe, Eroberungen, Krieg und Zerstörung. Das Übliche halt, möchte man an dieser Stelle fast sagen. Letztendlich blieben nur die Grundmauern übrig. Nun zum Glück gibt es den Freundeskreis Burg Warberg, der seit seiner Gründung im Jahr 1998 ganze Arbeit geleistet hat. Die Oberburg ist restauriert. Seminarräume und Festsäale stehen zur Benutzung bereit. Das Highlight aber ist der Gang auf den Bergfried. Der Weg führt vorbei an der Falltür zum Verlies. Hier fällt der Blick durch das Gitter auf ein dunkles Loch, indem ehemals die Gefangenen eingesperrt waren. Man kann sich richtig vorstellen, wie von oben vielleicht die ein oder andere Mohrrübe nach unten fiel.
Dann geht es an die steilen Treppen. Nein, eigentlich sind es keine Treppen, es sind eher Stiegen. Steil und eng geht es nach oben. Je höher wir kommen, desto knapper wird die Atemluft. Jedoch oben angekommen, entlockt der Ausblick vom Bergfried ein „Ah“ und „Oh“. Obwohl uns das Wetter an diesem Tag leider nicht hold ist, wirkt die Umgebung auch unter den drohenden Regenwolken beeindruckend. Der Blick auf Nordhang des Elms gepaart mit dem satten Grün des Frühlings ist eine Augenweide.
Vorsicht schwarzer Achtfüßler
Burgführungen werden in Warberg nicht standardmäßig angeboten. Wir aber haben Glück und werden nach einem arbeitsreichen Tag von den Katakomben bis zum Verlies geführt. Zunächst geht es nach unten in den Keller. Und hier lauert bereits die erste Gefahr. Nachdem unsere Gästeführerin die Tür geöffnet hat, entfährt ihr ein unterdrückter Schrei. Was ist los? Sie erklärt uns, dass an der Wand eine sehr große Spinne sei, an der wir vorbeigehen müssten. Wir bleiben eine Weile unschlüssig vor der Tür stehen. Ein Kollege schaut sich die Sache an und sagt, er könne sich um das Tier kümmern. Nach einer kurzen Bedenkpause geht die Dame schließlich an der Spinne vorbei. Als ich diese entdecke, kann ich die Aufregung nicht verstehen. Ich hatte zumindest ein Exemplar in der Größe einer Vogelspinne erwartet. Tatsächlich habe ich Mühe, das arme Dinge überhaupt zu entdecken. Also m.E. nach Fehlalarm.
Vom Keller geht es zunächst in die „Heimatstube“, die ihren Namen der Dekoration und wohl auch den ausgestopften heimischen Tieren verdankt. Den Bergfried lassen wir aus und widmen uns stattdessen dem Verlies. Nach Aussage der Gästeführerin hing gegenüber der Verliestür ein Bild einer gutaussehenden Damen. Den designierten Gefangenen wurde angeboten, mit einer Hand das Gemälde zu berühren. In dem Fall wären sie frei gewesen. Nun, leider befindet sich zwischen dem Eingang und der gegenüberliegenden Wand eine Lücke von schätzungsweisen fünf Metern. Es ist also recht unwahrscheinlich, dass Vielen dieser Heldensprung gelang. Vielmehr dürften die meisten unsanft auf dem Verliesboden gelandet sein. Dort sind sie dann auch gestrandet. Rauhe Zeiten eben.
So langsam ruft das Abendessen, wir müssen uns etwas beeilen. Es geht zurück in den Hoteltrackt des Gebäudes, der in der Unterburg liegt. Der Bergfried und das Verlies. Beide Einrichtungen haben mich beeindruckt. Wobei ich den Gang auf den Wehrturm bevorzuge, da ist die Aussicht einfach besser:-)
High up
The castle, which was probably built in the 13th century, looks back on an eventful history. It’s about power struggles, conquests, war and destruction. Just the usual, one would almost like to say at this point. Ultimately, only the foundation walls remained. Fortunately, there is the Burg Warberg Friends‘ Circle, which has done a great job since it was founded in 1998. The upper castle has been restored. Seminar rooms and banquet halls are available for use. But the highlight is the walk to the keep. The path leads past the trap door to the dungeon. Here you can see through the bars a dark hole where the prisoners were once locked up. You can really imagine how one or two carrots might have fallen down from above.
Then it’s time for the steep stairs. No, actually they aren’t stairs, they’re more like stairs. The climb is steep and narrow. The higher we go, the more scarce the air we breathe becomes. However, once you get to the top, the view from the keep elicits “Ah” and “Oh”. Although the weather is unfortunately not kind to us that day, the surroundings look impressive even under the threatening rain clouds. The view of the northern slope of the Elm paired with the lush green of spring is a feast for the eyes.
Beware of black octopeds
Castle tours are not offered as standard in Warberg. But we are lucky and after a busy day we are led from the catacombs to the dungeon. First we go down to the basement. And this is where the first danger lurks. After our tour guide opened the door, she let out a suppressed scream. What’s up? She explains to us that there is a very large spider on the wall that we have to walk past. We stand in front of the door undecided for a while. A colleague looks at the matter and says he can take care of the animal. After a short pause for thought, the lady finally walks past the spider. When I discover these, I can’t understand the excitement. I was expecting at least one the size of a tarantula. In fact, I’m having trouble even discovering the poor thing. So in my opinion it was a false alarm.
From the cellar you first go into the “Heimatstube”, which owes its name to the decoration and probably also the stuffed local animals. We skip the keep and concentrate on the dungeon instead. According to the tour guide, there was a picture of a good-looking lady opposite the dungeon door. The designated prisoners were offered to touch the painting with one hand. In that case they would have been free. Well, unfortunately there is an estimated five meter gap between the entrance and the opposite wall. It is therefore quite unlikely that many people succeeded in this heroic leap. Rather, most of them probably landed unceremoniously on the dungeon floor. That’s where they ended up stranded. Just rough times.
Dinner is slowly approaching, we have to hurry up. It goes back to the hotel track of the building, which is located in the lower castle. The keep and the dungeon. Both facilities impressed me. Although I prefer the walk up the defense tower, the view is simply better there 🙂
