[:de]Was ist Romantik?[:en]What is romanticism?[:]
[:de]Am vergangenen Wochenende (jeweils am ersten Sonnabend im August) fand im Kloster Drübeck die „Romantische Nacht“ statt. Ich war das erste Mal dort. Eine Freundin hatte uns auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Es stand also ein „Mädelsabend“ an. Vorab hatte sie uns mit ein, zwei Einblicken gelockt. Außer weißen Betten, die auf einer Wiese stehen, hatte ich aber zunächst keinerlei Erwartung an diesen Event. Mit Absicht, ich wollte mich überraschen lassen. In der Retrospektive des Abends frage ich mich nun: Was ist eigentlich romantisch?
Gemeinhin sind sie der Inbegriff der Romantik: Sonnenuntergänge, Kerzenschein, Rosenblätter und weitläufig sicherlich auch Burgen, Schlösser oder eben Klöster. Oder sind es etwa (Ehe-)Männer, die mit ihrer Frau eben dieses Fest besuchen, obwohl die Bundesliga-Spiele bereits wieder begonnen haben?
Spaß beiseite. Gibt es eine allgemeingültige Definition von Romantik oder sind es Bilder aus Funk und Fernsehen, die unsere „romantische“ Vorstellung bestimmen? Eine hochphilosophische Frage und hier steht mir kein geringerer als ein Namensvetter, nämlich Friedrich Schlegel, der „Theorieguru der Romantik“, zur Seite.
Sprachwissenschaftlich betrachtet stammt das Wort Romantik von „in lingua romana“, also von der romanischen Sprache, ab. Das zarte Pflänzchen der Romantik keimte, transportiert über die Dichtkunst, in ähnlich volatilen Zeiten auf, wie wir sie derzeit erleben: „Die Heilung der Welt war dabei das oberste Anliegen der Romantiker.“
Sachverstand versus individuelle Gefühlslagen standen sich nun gegenüber, so könnte man es auf den Punkt bringen. Da kommt mir sogleich der „rationale“ Deutsche in den Sinn, der beispielsweise beim Autokauf selbstverständlich völlig vernunftgesteuert die technischen Details aller in der gewünschten Preis- und Ausstattungsklasse zur Verfügung stehenden Karossen vor Betreten des Autosalons akribisch studiert und analysiert hat und deshalb seinen Kauf gut begründen kann. Gegenfrage: Warum sehe ich dann so viele spritschluckende SUVs oder Hochtouriges auf der Straße?
Aber das nur am Rande. Vielleicht hängt Romantik einfach von zwei Faktoren ab: der genuinen Sichtweise auf die Dinge und der eigenen Haltung romantischer Gefühle gegenüber verbunden mit der Fragestellung, ob ich diese zulassen will. Sicherlich dürfte Romantik ebenso wie das Glück eine vorübergehende Erscheinung sein. Sie ist eher ein Moment als ein Dauerzustand. Den Moment gilt es dann zu erkennen, ihn zu genießen und zu memorieren.
Nun zurück zum Kloster Drübeck und der Romantischen Nacht. Hier bin ich etwas zwiegespalten. Allein der Umstand, dass das Ganze einen kommerziellen (weil Eintritt) und massentauglichen Volksfestcharakter (Krustenbraten und Bier) hat, löst bei mir nicht so wirklich romantische Gefühle aus. Dem gegenüber stehen das Gelände des schönen Klosters und die teilweise mit Liebe zum Detail erstellten dekorativen Arrangements. Nun, abschließend kann ich sagen, dass ein weiterer Besuch der Klosteranlage, vielleicht an einem sonnigen Sonntagnachmittag mit weniger Trubel und Menschen, mir Aufklärung darüber geben könnte, wie romantisch das Plätzchen tatsächlich ist.
Quellen:
- Was bleibt von der Romantik?
- Was ist romantisch? Begriffsdefinition zur Romantik.
- Der Begriff der Romantik
- Ist die Vernunftehe besser als die Liebesheirat?
- Nicht die Liebe zählt
Commonly these are said to be the epitome of romanticism: sunsets, candlelight, rose petals and on a larger scale of course fortresses, castles and precisely cloisters. Or is it rather about husbands who take their wives to this party even though Bundesliga has started;-)
Is there a universal definition of romanticism or is just the pictures known from radio and television that form our romantic idea? A highly philosophical question though and lucky enough help comes from a namesake, explicitly Friedrich Schlegel, the “theory guru of romanticism”.
In linguistic theory the word romanticism stems from “in lingua romana”, i.e. from romanic language. The delicate plant of romanticism sprouted, carried by the art of poetry, in similar volatile times as we witness right now: “The healing of the world became the genuine motive of the romanticists.”
Analytical expertise versus individual emotional state could be the essence of these considerations. That reminds me of the alleged “rational” German who is said to base his actions on reason. For example, when he wants to buy a car he studies the available technical details on every car in his price range before he steps into the car seller’s show room. That’s why he can give such good reasons for his final decision. Counter question: Why is it that I can spot so many fuel-gulping SUVs and high-speed cars on our streets?
But let’s return to the original issue. Maybe romanticism simply depends on two factors: the own perspective on things and one’s own attitude towards romantic feelings coupled with the question whether I am willing to let it happen. Most probably romanticism is like luck a temporary phenomenon. It is rather a certain moment than a permanent condition. It is about to realize that moment, to enjoy it and to memorize it.
Well, let’s go back to cloister Drübeck and its Romantic Night. I am a little bit ambivalent here. On the one hand, the simple fact that the event has a commercial background and attracts masses does not make me feel romantic. On the other hand, you have the beautiful setting and the wonderful decoration partly done with a great care of detail. Well, conclusively I’d say that it might take another visit to the compound, maybe on a sunny Sunday afternoon and with less people, to finally find out how romantic cloister Drübeck really is.
