Christina/ August 8, 2018/ Kategorien, Kultur

Am vergangenen Wochenende (jeweils am ersten Sonnabend im August) fand im Kloster Drübeck die „Romantische Nacht“ statt. Ich war das erste Mal dort. Eine Freundin hatte uns auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Es stand also ein „Mädelsabend“ an. Vorab hatte sie uns mit ein, zwei Einblicken gelockt. Außer weißen Betten, die auf einer Wiese stehen, hatte ich aber zunächst keinerlei Erwartung an diesen Event. Mit Absicht, ich wollte mich überraschen lassen. In der Retrospektive des Abends frage ich mich nun: Was ist eigentlich romantisch?
Gemeinhin sind sie der Inbegriff der Romantik: Sonnenuntergänge, Kerzenschein, Rosenblätter und weitläufig sicherlich auch Burgen, Schlösser oder eben Klöster. Oder sind es etwa (Ehe-)Männer, die mit ihrer Frau eben dieses Fest besuchen, obwohl die Bundesliga-Spiele bereits wieder begonnen haben?

Spaß beiseite. Gibt es eine allgemeingültige Definition von Romantik oder sind es Bilder aus Funk und Fernsehen, die unsere „romantische“ Vorstellung bestimmen? Eine hochphilosophische Frage und hier steht mir kein geringerer als ein Namensvetter, nämlich Friedrich Schlegel, der „Theorieguru der Romantik“, zur Seite.

Sprachwissenschaftlich betrachtet stammt das Wort Romantik von „in lingua romana“, also von der romanischen Sprache, ab. Das zarte Pflänzchen der Romantik keimte, transportiert über die Dichtkunst, in ähnlich volatilen Zeiten auf, wie wir sie derzeit erleben: „Die Heilung der Welt war dabei das oberste Anliegen der Romantiker.“

Sachverstand versus individuelle Gefühlslagen standen sich nun gegenüber, so könnte man es auf den Punkt bringen. Da kommt mir sogleich der „rationale“ Deutsche in den Sinn, der beispielsweise beim Autokauf selbstverständlich völlig vernunftgesteuert die technischen Details aller in der gewünschten Preis- und Ausstattungsklasse zur Verfügung stehenden Karossen vor Betreten des Autosalons akribisch studiert und analysiert hat und deshalb seinen Kauf gut begründen kann. Gegenfrage: Warum sehe ich dann so viele spritschluckende SUVs oder Hochtouriges auf der Straße?

Aber das nur am Rande. Vielleicht hängt Romantik einfach von zwei Faktoren ab: der genuinen Sichtweise auf die Dinge und der eigenen Haltung romantischer Gefühle gegenüber verbunden mit der Fragestellung, ob ich diese zulassen will. Sicherlich dürfte Romantik ebenso wie das Glück eine vorübergehende Erscheinung sein. Sie ist eher ein Moment als ein Dauerzustand. Den Moment gilt es dann zu erkennen, ihn zu genießen und zu memorieren.

Nun zurück zum Kloster Drübeck und der Romantischen Nacht. Hier bin ich etwas zwiegespalten. Allein der Umstand, dass das Ganze einen kommerziellen (weil Eintritt) und massentauglichen Volksfestcharakter (Krustenbraten und Bier) hat, löst bei mir nicht so wirklich romantische Gefühle aus. Dem gegenüber stehen das Gelände des schönen Klosters und die teilweise mit Liebe zum Detail erstellten dekorativen Arrangements. Nun, abschließend kann ich sagen, dass ein weiterer Besuch der Klosteranlage, vielleicht an einem sonnigen Sonntagnachmittag mit weniger Trubel und Menschen, mir Aufklärung darüber geben könnte, wie romantisch das Plätzchen tatsächlich ist.

Quellen:

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