Christina/ August 9, 2018/ Kategorien, Kultur

Trotz weniger Stunden Schlaf ging es am Sonntagmorgen erneut zum Wandern. Das Wetter war milde gestimmt (vergleichsweise kühl bei ca. 20 Grad), ich erreichte Seesen pünktlich und wurde freundlich von „meinem“ Fahrer nebst Mitwanderin begrüßt. Da es noch recht früh war, hatten wir glücklicherweise genug Zeit, um einen „Faust-Kaffee“ zu trinken. Morgens meine einzige Chance wach zu werden.

Heißer Hintern

Auf dem Weg zum Treffpunkt in Altenau, wir schnabulierten gerade über das Open-Air Festival in Wacken, wurde es an meinem verlängerten Rücken plötzlich ungewollt warm. Entgeistert und zugleich unangenehm berührt, blickte ich zuerst auf das „Cockpit“ im Auto und warf dann einen prüfenden Blick auf „meinen“ Fahrer: Hatte er sich einen Scherz mit mir erlaubt? Vorsichtig weise ich darauf hin, dass mein Sitz gerade ziemlich warm geworden ist (so ziemlich das Letzte, was ich mir bei einer Außentemperatur von über 30 Grad wünsche) und suche mit den Augen weiterhin nach dem Ausschaltknopf für die Sitzheizung.

H. verrät mir also, dass rechts am Sitz ein Knopf für die Sitzheizung sei. Es ist nicht zu erkennen, ob dieser an oder aus ist. Ich drücke halt mal drauf. Nach 1-2 Minuten wird es kühler. Dann fünf Minuten später bekomme ich wieder einen Satz heißer Höschen. H. vermutet, dass es sich um einen Wackelkontakt handeln könnte. Na prima. Auf der Rückfahrt sitze ich hinten, ist ja klar.

Ihr Supermarkt in Altenau

Während wir auf die Ankunft der restlichen Mitwanderer warten fällt uns der Supermarkt Pape ins Auge. Immer mehr Leute versammeln sich vor dem Eingang des Lebensmittelgeschäftes und machen einen zunehmend nervösen Eindruck. Ich schaue auf die Uhr. 10:55 Uhr. Nun, dann wird das Schlemmerparadies vermutlich in fünf Minuten öffnen. Leider sind gerade nur Bockwürste für 0,69 Euro im Angebot. Für mich als Vegetarierin völlig uninteressant.

Aber es geht ja auch los. Nach einem kurzen, knackigen Anstieg wollen wir über den Wellnerweg zum Magdeburger Weg kommen. H., der die Tour an diesem Tag zu verantworten hat, erzählte bereits im Auto etwas von einer Sperrung des Magdeburger Weges. Zunächst maß ich diesem Hinweis keine Bedeutung bei, ich wusste ja nicht, dass wir genau diesen gehen wollten.
Tja, und dann hätte er beinahe noch die Abzweigung verfehlt – aber die kleine Wanderfalkin aus Braunschweig hatte natürlich aufgepasst. Tja und dann ging es los mit dem auf-der-Glatze-Locken-drehen. Seit Fredericke im Januar im Harz gewütet hatte, ist der Magdeburger Weg zwischen Altenau und Torfhaus gesperrt. Ziemlich doof, weil wir nämlich idyllisch am Dammgraben entlanggehen und die steile Wand sehen wollten, anstatt uns auf der Wanderautobahn zu langweilen.

Village people vs Manfred Mann’s Earth Band

Nun ein kleines Stück des Grabens konnten wir bis zur Stempelstelle HWN 133 gehen – dem Förster-Ludewig-Platz. Dort machten wir ein kleines Mittagspäuschen. I. erzählte uns währenddessen von ihren Festivalplänen. Nachdem Sie die „Village People“ bereits verpasst hatte, sollte es jetzt am nächsten Wochenende zu Manfred Mann’s Earth Band gehen. Dafür suchte sie Mitstreiter. Daraufhin äußerte sich H. begeistert über den Manfred, die Village People fand er blöd. Als Running Gag wurden nun beide Bands bis zum Ende der Wandertour bemüht, um sich gegenseitig einen einzuschenken.

Vom Dammgraben ging es zunächst noch über die Wanderautobahn Richtung Wolfswarte. An der nächsten Kreuzung nahmen wir den Butterstieg bis wir die Stempelstelle 135 erreichten. Oben wehte zwar ein frisches Lüftchen, die Aussicht war aber herrlich. Kurz vor Erreichen der Stempelstelle fiel er mir an einer Wanderhütte zum zweiten Mal auf: Der Zipfelklatscher. Am Förster-Ludwig-Platz ging es um den Zipfelklatscher 2014-2018, her ging es nun bereits mit 2011 los.

Was bitte ist denn ein Zipfelklatscher fragte ich in die Runde. Betretenes Schweigen. Dann der zaghafte Erklärungsversuch von T., der sich zunächst auf Bully Herbig berief. An der wechselnden Hautfarbe und der leiser werdenden Stimme konnte ich aber bereits erahnen, dass es da noch um etwas anderes ging. Naja also der Zipfel bezeichne ja auch das beste Stück des Mannes. Ah, jetzt war es raus, hatte ich doch richtig gelegen, dass es um Schmuddelkram ging.

So richtig zufriedenstellend fand ich die Auskunft aber nicht. Zum Glück kann das Internet hier mal wieder Abhilfe schaffen.

Romantischer Wiesenstieg

An der „kleinen Oker“ sammelte die Mannschaft noch den Stempel 149 ein. Von dort aus ging es ganz unverhofft zunächst über einen sowohl schönen als auch romantischen Wiesenstieg und dann über den Mühlenberg zurück nach Altenau.

Das wirklich Wichtige an jeder Wanderung kommt zum Schluss: Das Kaffeetrinken. Im Café trafen wir uns noch mit A., die gerade die 24-Stunden von Le Mans, äh, der Harz-Trophy hinter sich hatte. A. hatte tapfer durchgehalten und präsentierte uns nun stolz (zurecht) ihren Tourenbericht und trug dazu das passende T-Shirt des Events. Trotz allem war ein leichtes Humpeln von den Blasen an den Füßen beim Gehen nicht zu verhehlen.

Mein Fazit: Obwohl wir trotz der Wegsperrung kurzfristig Locken auf der Glatze drehen mussten, war es mal wieder eine sehr schöne Wanderung, in bester Gesellschaft und Laune!

Bildgalerie zur Wanderung

Zum Weiterlesen:

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