[:de]Im Zeichen der Hexe[:en]Under the spell of the witch[:]

Christina/ April 30, 2018/ Alltagsgeschichten, Kategorien

[:de]Der Harz, ein Ort der Magie, der Mystik und des Märchens, der seinen alljährlichen Höhepunkt in der Walpurgisnacht findet. Jener Nacht, wo der Winter endgültig verabschiedet und der Mai begrüßt wird. Hexen sind das Wahrzeichen dieser Nacht und mannigfaltig sind im Harz zu finden: entweder über der Tür hängend oder vor dem Haus sitzend. Manchmal eben auch mit einem Bier in der Hand. Warum wohl?

Ich habe mir eine Theorie zurecht gelegt: Vielleicht wird es den Hexen in Zeiten der Künstlichen Intelligenz langsam mulmig und sie fürchten in den kommenden Walpurgisnächsten nicht mehr zu ihrem Recht zu kommen, weil an ihrer Stelle demnächst die Roboter tanzen werden? Eine doch recht gruselige Vorstellung, die eine Hexe schon einmal zum Bier greifen lässt, um den Kummer zu ertränken. Nun, noch ist es nicht so weit.

Im Zeichen der Hexe haben wir uns aber auch an diesem Sonntag, dem Tag vor der Walpugisnacht, bewegt. Abschnitte unseres Wanderweges von Todtenrode über Altenbrak zur Talsperre Wendefurth und zurück folgten dem Harzer Hexenstieg. Entsprechend viele Wanderer waren bei diesem herrlichen Wetter unterwegs. Überrascht hat uns allerdings der Menschen- und Autostau am Ortsende von Altenbrak. An dieser Stelle konnte das Geheimnis aber schnell gelüftet werden. Tatsächlich ging es hier nicht darum, sich an den Schönheiten von Mutter Natur zu laben, sondern vielmehr an den Köstlichkeiten der Forellenzucht Bodental in Altenbrak. @Jürgen: Ich hoffe, du konntest dein Trauma der nicht verzehrten Forelle mittlerweile überwinden? Am Teich der Forellenzucht konnten verschiedene männliche Wesen ihr Belohnungszentrum im Hirn auf einfachste Weise stimulieren. Wo sollten die armen Fische auch anders hin als an die hingestreckte Angel? Erfolgserlebnis also garantiert. Gleich um die Ecke dann der Forellenschlachteplatz und rauf mit dem glitschigen Scheißerchen auf den Grill. Nun, wie der Franzose so schön sagt: „chacun à son goût.“ Geschmack oder Geschmacklosigkeit? Handelt es sich hierbei etwa um das Jagdrevier des modernen, domestizierten Mannes, mit dem die Gene des Jäger und Sammlers aus früheren Zeiten durchgehen? Ich lasse diese soziologische Frage bis auf Weiteres unbeantwortet.

Zurück zur Wanderung: Der gewählte Wanderweg erwies sich neben den zahlreichen Stempelstellen als Eldorado der spektakulären Ausblicke. Zugegeben, das Wetter hat hervorragend mitgespielt und tat sein übriges. Aber Fakt ist, dass das Bodetal ein wirkliches Kleinod des Harzes ist! Auf dem Weg von Altenbrak nach Wendefurth kamen wir dann noch an der Wohnstätte einer Hexe vorbei (s. Bild). Ein windschiefes Gebäude an dem der Zahn der Zeit bereits genagt hatte. Aber wer weiß, mit ein bisschen Einstz taugt es vielleicht noch als perfektes Wochenend-„Hideaway“ und Alterssitz?

Von der Talsperre in Wendefurth Richtung Almsfeld wandernd kam unsere Abenteuerlust schließlich auch noch auf ihre Kosten. Wieder galt es zahlreiche umgefallene Bäume zu umwandern oder einfach darüber zu klettern. Nach erfolgreich eingesammelten Stempeln (fünf an der Zahl) ließen wir den schönen Wandertripp im Gasthaus Todtenrode ausklingen.

Der Harzer Hexenstieg


Wo die wilden Hexen wohnen

[:en]The Harz mountains, a place of magic, mysticism and fairy tales which experiences its annual peak on Beltaine. A night when people say officially goodbye to winter time hello to May. Witches are emblem of that night and can be found manifold with the Harz region: either hanging above the door or sitting in front of the house. And sometimes they drink beer. Why is it so?

I have this theory: Maybe the witches get an unpleasant feeling in the face of Artificial Intelligence and they are afraid of losing their jobs to robots that might dance on the witches‘ dance floor instead of them. Well, a pretty scary idea to me that might induce some witches to drown their sorrows. But not yet.

Under the witche’s spell we did our tour last sunday, one day before Beltaine. Parts of the hiking trail from Todtenrode via Altenbrak to the Wendefurth dam followed the „Harzer Hexenstieg“. That‘ why the trail was pretty crowded exploiting the good weather too. However, we were surprised by the crowd of people and cars at the city limits of Altenbrak. The secret could be easily disclosed. Actually, this was not about being close to nature but being close to something to eat: the trout farm of the Bode Valley at Altenbrak. At the pond of the trout farm various male creatures could stimulate its reward center in the brain easily. Where else could that poor little creature go but to get caught on the hook? Sense of achievement guaranteed. Just around the corner there was the trout killing floor located to put the pitiable little creatures afterwards on the BBQ. Well, it’s just like the French say: „chacun à son goût.“ Tasteful or cheesiness? Is this supposed to be the hunting ground of the modern, domesticated men, dominated by its genes of a former hunter and assembler as he was in the ancient times? I leave this sociological question unanswered so far.

Back to our hiking-tour: Next to the numerous stamp places the chosen trail turned out to be an eldorado of spectacular look-outs. Allowedly, the weather cooperated perfectly that day. However it is a fact that the Bode Vally is a definite piece of jewellery of the Harz. On the way from Altenbrak to Wendefurth we passed the house of a witch (see picture). A skew building standing the test of time. But who knows, with a little commitment it might become a perect weekend-hideaway or retirement home?

From the Wendefurt dam wandering in direction of Almsfeld we could finally satisfy our thirst for adventure. Again, we were forced to climb over numerous toppled down trees. After having successfully collected stamps (five this time) we slowly let die away this wonderful hiking trip at the Guesthouse Todtenrode.

Der Harzer Hexenstieg


Wo die wilden Hexen wohnen

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