Christina/ November 24, 2014/ Alltagsgeschichten

Ja, es geht auf Weihnachten zu, selbst wenn die Temperaturen bei der gestrigen Harzwanderung eher an Frühling, denn an den Winter erinnerten. Aber wir befinden uns nun mal in der Zeit, wo Märchen und Fabeln erzählt werden. So lasse ich diesmal unsere wunderschöne Wanderung durch den frühlingshaften und immergrünen Harzer Märchenwald in Form eines vorweihnachtlichen Experimental-Lehrstückes gewürzt mit Heiter-Besinnlichem Revue passieren.

Die wie immer glänzend organisierte Wandertour zweier unerschrockener Braunschweiger führte uns diesmal vom Stammsitz Oderbrück Süd über die Sonnenkappe entlang dem Clausthaler Flutgraben durch das Große Sonnental zum Rehberger Graben und über den Oderteich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Wie immer hatten die beiden bestes Wetter bestellt, so dass bereits nach kurzer Zeit auch bei den größten Frostkötteln die Hüllen fielen (mit Anstand natürlich). Die ohnehin schon sehr idyllisch und teilweise mystisch anmutende Landschaft des Harzer Naturparks wirkte an diesem Morgen aufgrund des strahlend blauen Himmels und der tiefstehenden Sonne besonders geheimnisvoll und gab mir Gelegenheit eindrucksvolle Fotos zu schießen. Den „Engel“ fotografierte allerdings ein Mitwanderer aus der Gruppe, sollte ja kein Selfie werden.

Mitten im tiefsten Wald bekamen wir es dann mit zwei Abtrünnigen zu tun, die sich in einem unbemerkten Moment von der Gruppe abgespalten hatten und nun ihr Unwesen nahe der Sternwarte St. Andreasberg trieben, der höchst gelegenen Sternwarte Norddeutschlands. Es muss wohl die Begegnung mit dem „Überirdischen“ gewesen sein, die die beiden nach einigen Irrungen und Wirrungen in den Schoß unserer Gruppe, wohlbehalten aber maulig, zurückgeführt hat. Gutes Zureden des unerschrockenen Rudelführers und die vom Engel versprochene internationale Karriere der beiden als „Waldorf und Statler“ aus dem Harz konnte die Treulosen weitestgehend besänftigen.

Und die Moral von der Geschicht, verlasse doch die Gruppe nicht!

Und ja: Der Titel „Tour of the angel“ (eigentlich „touring the angel“) ist selbstverständlich eine Anspielung auf das in 2005 erschienene Album meiner absoluten Lieblingsband „Depeche Mode“ und deren gleichnamiger Tour.

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