[:de]Weißer Advent: Bunte Lichter, Glühwein und Weihnachtsstimmung[:en]White Advent: Colorful Lights, Mulled Wine, and Christmas Atmosphere[:]
[:de]Es kommt selten vor, aber es passiert: Schnee in der Vorweihnachtszeit. Pünktlich zum Beginn des Weihnachtsmonats Dezember fällt die weiße Pracht vom Himmel. Mit einer und Puderzuckerschicht auf den Straßen kommt Christfeststimmung auf. Besser kann die Adventszeit gar nicht beginnen. Und als es am ersten Dezember heißt: „Magni macht das Licht an“ hat das Wetter bereits für das passende Bühnenbild gesorgt.
Glühwein, der von Petrus kommt
Da keiner weiß, wie lange das vorwinterliche Flair anhält, steht der Rest des Wochenendes ebenfalls im Zeichen des gemütlichen Dreiklans: Schnee, Glühwein und Besinnlichkeit. Gleich am nächsten Tag geht es auf den heimischen Weihnachtsmarkt vor historischer Kulisse am Domplatz. Zielgerichtet steuern wir die Bude mit dem Winzerglühwein an. Dem Weingut St. Petrus bin ich seit Jahren wohlgesonnen. Hier schmeckt das Gebräu noch nach Wein und nicht nur nach Zucker. Die ersten Schlucke fühlen sich richtig gut an. Das ist Adventsfeeling. Um uns herum riecht es verlockend nach Mandeln, Bratwurst und anderen Leckereien.
Nach dieser ersten Stärkung brechen wir zum „lebendigen“ Adventskalender im Kassenfoyer des Großen Hauses auf.
Lebendiger Adventskalender im Staatstheater
Erwartungsvoll erreichen wir den Vorplatz des Theaters. Ich bin etwas verwirrt. Irgendwie hatte ich erwartet, dass hier bereits die ersten Buden mit Glühwein und Waffeln stehen. Fehlanzeige. Um 16:30 Uhr öffnet das Schauspielhaus seine Pforten. Im Foyer entdecken wir schließlich einen Mann, der auf einer sehr kleinen Fläche Getränke und süßes Gebäck anbietet. Wir fragen das Personal nach dem lebendigen Adventskalender, ernten aber zunächst nur ein Schulterzucken. Schließlich erfahren wir, dass die „Bühne“ direkt neben der Theaterkantine steht.
Da am gleichen Tag auch eine Theateraufführung für Kinder stattfindet, ist schon recht viel los. Wir harren immer noch der Dinge, die da kommen sollen. Dann stellen wir aber fest, dass sich dieses Türchen an das ganz junge Publikum richtet. Es soll nämlich ein Wunschzettel gemalt und geschrieben werden. Naja, da hatten wir uns doch eine andere Überraschung erhofft. So geht es zurück auf den Weihnachtsmarkt.
Mir geht ein Nordlicht auf
Unter leichten Schneegrieseln stehen wir gegenüber vom Dom an einer Bude mit Wildspezialitäten, dem Genusshandwerker. Für mich als Vegetarierin natürlich uninteressant, aber meine Begleitung tut sich gütlich an einer Wildbratwurst im Brötchen mit Rotkohl. Inzwischen ist es auf dem Markt sehr voll geworden. Zum Abschluss wollen wir uns aber noch ein Nordlicht an der Bude „iss nordisch“ gönnen. Es ist wirklich kalt geworden und so ist es angenehm, dass der Rum so richtig schön von innen wärmt. Ich erinnere mich noch, wie klein dieser Stand vor gut 10 Jahren war. Zwischenzeitlich hat sich der Stand von einem Zelt zur Wohnwagengröße entwickelt.
Ein Harzer Schneetraum
Am dritten Tag, dem Sonntag, steht schließlich der Goslarsche Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Hier gefällt mir der Weihnachtswald so gut. Vor dem Genuss steht aber die Anstrengung auf dem Programm. Der Schneefall in der Nacht und auch jetzt noch hat die Stadt am Harz in ein Wintermärchen verwandelt. Spätestens jetzt komme ich mir wie Aschenbrödel mit den drei Haselnüssen vor. Unberührter, harschiger Schnee knirscht unter unseren Sohlen. Vom Bahnhof geht es über den Oberen Triftweg hinauf in den Wald zum Steinbergturm. Herrlich! Hier ist es ruhig, beschaulich und eben besinnlich. Wir stapfen förmlich durch den Schnee, gehen zum Granestausee hinab, halb an diesem vorbei und wieder Retour in die Kaiserstadt mit dem Ziel Weihnachtswald.
Dort angekommen genießen wir das außergewöhnliche Flair unter verschneiten Tannenzweigen. Hier ist es vergleichsweise ruhig, da der Platz zwischen den Bäumen limitiert ist und somit keine Gedränge aufkommt. Hier lässt es sich verweilen, wären da nicht unsere nassen Schuhe und Füße. Leider sind wir doch schon ziemlich durchgefroren, sodass wir diesen zauberhaften Ort bereits nach einem Glühwein verlassen. Aber, wer weiß. Vielleicht ergibt sich noch eine zweite Chance auf einen weißen Advent?
Mulled Wine from St. Petrus
Since no one knows how long this pre-winter atmosphere will last, the rest of the weekend is also dedicated to the cozy trio: snow, mulled wine, and contemplation. The next day, we head to the local Christmas market in front of the historical backdrop at Domplatz. We make a beeline for the stall with the winemaker’s mulled wine. I’ve been a fan of the St. Petrus vineyard for years. Here, the brew tastes like wine and not just sugar. The first sips feel really good. That’s the Advent feeling. The air around us smells enticingly of almonds, bratwurst, and other treats.
After this first refreshment, we set off for the „live“ Advent calendar in the foyer of the Grand Theater.
Live Advent Calendar at the State Theater
Expectantly, we reach the theater’s forecourt. I’m a bit confused. Somehow, I had expected the first stalls with mulled wine and waffles to be here already. Not so. The playhouse opens its doors at 4:30 p.m. In the foyer, we finally spot a man offering drinks and sweet pastries in a very small space. We ask the staff about the live Advent calendar, but initially, we only get shrugged shoulders. Eventually, we learn that the „stage“ is right next to the theater canteen.
Since there’s also a theater performance for children on the same day, it’s quite busy. We’re still waiting for things to unfold. Then we realize that this door is meant for the very young audience. They’re supposed to paint and write a wishlist. Well, we were hoping for a different surprise. So, it’s back to the Christmas market.
A Northern Light Dawns on Me
Under light snow flurries, we stand across from the cathedral at a stall with game specialties, the „Genusshandwerker.“ As a vegetarian, it’s not of interest to me, but my companion enjoys a wild boar sausage in a bun with red cabbage. Meanwhile, the market has become very crowded. For the finale, we want to treat ourselves to a Northern Light at the „iss nordisch“ stall. It has really gotten cold, and it’s nice that the rum warms us from the inside. I still remember how small this stand was over 10 years ago. In the meantime, it has grown from a tent to the size of a caravan.
A Harz Snow Dream
On the third day, Sunday, the Goslar Christmas market is on the agenda. I particularly like the Christmas forest here. But before indulging, effort is on the program. The snowfall overnight and still ongoing has turned the city at the Harz into a winter wonderland. At this point, I feel like Cinderella with the three hazelnuts. Untouched, crisp snow crunches under our soles. From the train station, we go up the Upper Triftweg into the forest to the Steinberg tower. Wonderful! It’s quiet, contemplative, and truly reflective. We practically stomp through the snow, go down to the Granestausee, half past it, and back to the imperial city with the goal of the Christmas forest.
Upon arrival, we enjoy the extraordinary atmosphere under snow-covered fir branches. It’s relatively quiet here, as the space between the trees is limited, preventing crowding. It’s a place to linger if it weren’t for our wet shoes and feet. Unfortunately, we’re quite frozen, so we leave this enchanting place after just one mulled wine. But, who knows? Perhaps there will be a second chance for a white Advent?
