Zwischen Yoga, Kühen und Kässpatzen: Mein Bildungsurlaub im Allgäu

Christina/ September 28, 2026/ Kultur/ 0Kommentare

Bildungsurlaub im Allgäu. Was kann es Schöneres geben. Klar, Bildungsurlaub im Allgäu bei Bilderbuchwetter:-) Das Allgäu gehört ganz klar zu meinen Lieblingsregionen in Deutschland. Die Landschaft ist einfach wunderschön, das Essen ist gut, die Wanderwege und Aussichten sind spektakulär. Und wenn dann auch noch das Programm des Bildungsurlaubs stimmt, ja dann habe ich alles richtig gemacht:-) Und fast möchte ich sagen: „Nie war sie wertvoller als derzeit: die Entspannung!“ „Zurück zur Gelassenheit: Arbeit mit Körper, Atem und Nervensystem mit Restorativem Yoga“ so der Titel unseres Bildungsurlaub. Das klingt verheißungsvoll! Stattfinden soll der Retreat im Allgäuseminarhaus in Uttenhofen. Mit ganz viel Vorfreude also machen wir uns auf den Weg ins hügelige Paradies!

Das Allgäuseminarhaus
Als wir bei Kißlegg von der Autobahn abfahren beginnt sofort das Allgäufeeling. Wunderschöne hellgrüne Wies’n mit glücklichen und sehr relaxten Kühen – natürlich mit der obligatorischen Glocke um den Hals. Wir fahren auf kurvigen Straßen durch die grüne und hügelige Weite. Unsere Begeisterung steigt mit jedem Kilometer. Dann erreichen wir das Allgäuseminarhaus, eine umgebaute, ehemalige Mühle. Wunderschön restauriert mit einem überwältigenden Garten. Allein der Garten, so meine Meinung, ist eine Reise wert. Und das Beste: Gleich hinter dem Haus gehen (Rad-)Wanderwege los. Wie toll bitte ist das denn? Wir beziehen uns gemütliches und sehr helles Zimmer im zweiten Stock mit seitlichem Ausblick auf den Garten. Da wir bis zum gemeinsamen Abendessen noch etwas Zeit haben und das Wetter so herrlich ist, vertreten wir uns noch ein wenig die Beine und genießen die gute Bergluft.

Aryuvedisch = ungewürzt?
Um 18 Uhr treffen wir uns mit der restlichen Gruppe zum Abendessen. Nach und nach trudeln alle ein. Im Gemeinschaftsraum ist eine Art Buffet aufgebaut. Wir sind schon sehr gespannt. Angekündigt ist vegetarisches Essen – was mir erst einmal entgegenkommt. Da wir von der langen Fahrt auch ganz schön hungrig sind, stürzen wir uns auf das Angebot. Es gibt Ofenkartoffeln, Gemüse und Salat. Die Kartoffeln sind recht lecker, allerdings ist das Gemüse sehr zerkocht und zudem wenig bis gar nicht gewürzt. Ich bin sehr erstaunt. Wir war auch nicht bekannt, dass die aryuvedische so „lasch“ daherkommt. Ich bin ja selbst oft genug in Indien gewesen – m.E. der Ursprung der aryuvedischen Küche – und das Essen dort ist alles, aber bestimmt nicht ungewürzt. Wir wundern uns, haben aber noch die Hoffnung, dass es über die Woche besser wird.

Zwischen Yogapraxis und Allgäufeeling
Der nächste Morgen steht ganz im Zeichen des „Ankommens“: Ankommen im Allgäu, Ankommen in der Gruppe, Ankommen im Restorativen Yoga. Wir starten mit einer Meditation, ein guter Start in den Tag. Zum anschließenden Frühstück gibt es gute schwäbische Seelen und kräftigen Bergkäse (u.a.). Dann stehen ein paar organisatorische Details und die ersten theoretischen Einblicke auf dem Programm. In der zweistündigen Mittagspause zieht es uns nach draußen. Das Wetter ist herrlich, die Luft ist klar und wir haben unsere Fahrräder dabei. Wir drehen eine kleine Runde, um den Kreislauf einen wenig in Schwung zu bringen, bevor es zurück auf die Matte geht. Nach dem Abendessen – leider auch wieder recht ungewürzt, zudem teilweise auch noch auf Zwiebeln und Knoblauch verzichtet wurde – gönnen wir uns noch einen Verdauungsspaziergang.

So ähnlich verlaufen auch die restlichen vier Tage – wobei wir bemerken, dass wir mit jedem Tag besser in die Entspannung und besser in die Praxis des Restorativen Yogas kommen. Da uns das Wetter weiterhin gewogen ist und das Quecksilber am Dienstag sogar auf 25 Grad ansteigt, nutzen wir die Mittagspause für einen Ausflug mit dem Rad nach Isny. Wir sind total begeistert von dem wunderschönen Radweg, der uns geschwungen und teilweise recht hügelig (15 % Steigung) in das allgäuer Städtchen führt (Danke an unsere E-Bikes). Isny hat eine schöne Altstadt, die bestimmt einen längeren Aufenthalt rechtfertigt. Dafür fehlt uns aber heute leider die Zeit. Nach dem Abendessen geht es dann mit dem Auto nach Leutkirch, wir wollen uns etwas zum Knabbern und was Schönes zum Trinken besorgen. In der Altstadt möchten wir „A Vierdale schlotza“ wie es so schön auf Schwäbisch heißt. Vorbei am Gänselieselbrunnen finden wir eine schöne Wirtschaft. Aufgrund des noch milden Abends können wir unsere Getränke sogar im Freien genießen. Ein schöner Ausklang dieses herrlichen Tages!

Abendspaziergang zum Kreuzweg Merazhofen
Nach dem es am Nachmittag gewittert hat, klart der Himmel am Abend nochmals auf. Zeit und Grund genung für einen kleinen Verdauungsspaziergang, der mich zum Kreuzweg nach Merazhofen führt. Merazhofen ist praktisch der Nachbarort von Uttenhofen.

Wanderung zum Eistobel
Nachdem sich das Wetter am Mittwochnachmittag kurzfristig und vorübergehend eingetrübt hatte, strahlt am Donnerstag wieder die Sonne vom Himmel. Den Nachmittag haben wir frei bekommen. Natürlich hatte ich mich auf den Bildungsurlaub vorbereitet und mich nach den Attraktionen in der Umgebung erkundigt. Dabei bin ich auf den Eistobel gestoßen. Da ich Klamms aller Art liebe, war die Gestaltung der zweiten Tageshälfte sofort klar: Auf zu einer Wanderung rund um den Eistobel mit Besteigung der Kugel, der höchsten Erhebung im Westallgäu. Wir parken unser Auto in Maierhöfen und starten von hier aus den Aufstieg auf die Kugel auf eine Höhe von 1.065 Metern. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der „Butterblume“ vorbei. Das ist eine Käserei, die leider seit Ende August geschlossen hat:-( Nach einer Weile verlassen wir die Asphaltstraße und es geht förmlich über Stock und Stein (meistens Wurzeln) immer weiter in luftige Höhen. Das ist schon anstregend, aber wie fast immer, wenn es nach oben geht, lohnt sich die Mühe. Oben auf dem Gipel des Kugel werden wir mit einem fantastischen Blick auf die Alpenkette entschädigt. Wir machen auf einem sehr schönen Rastplatz Pause und genießen einfach das „Dasein“. Wundervoll. Auch der restliche Weg bis zum Eistobel, der uns über Hohenegg führt, ist einfach toll. Wir können bis zum Bodensee schauen, herrlich!

Eine Wanderschlucht im Allgäu
Über einen recht steilen Abstieg auf einem Wurzelpfad erreichen wir schließlich die Klamm mit dem Namen Eistobel. Wir folgen der Route Nr. 20 (ist halt die Längste;-) und gleichzeitig dem fließenden Wasser. Die warme Herbstsonne beleuchtet alles so wunderschön, sodass uns noch ein paar tolle Aufnahmen gelingen. Nur im Schatten, ja, da ist es doch schon recht kühl. Nach einer guten Stunde nähern wir uns dem Ausgang. Wir merken auch, dass wir langsam müde werden, haben aber noch gute fünf Kilometer vor uns. Als wir dann gegen 18 Uhr das Auto wieder erreichen sind wir erfüllt von dem herrlichen Wandertag, aber haben auch langsam müde Beine. Jetzt muss was Leckeres zu essen her und wir wissen auch bereits wo: Es soll zum „Gasthof am Kreuz“ gehen. Die Wirtschaft hatten wir am Dienstag auf unserer Radtour nach Isny entdeckt. Die Speisekarte im Internet hat uns sofort zugesagt. Bei Knödeln und Maultaschen kann ich nie nein sagen. Also nichts wie hin. Es ist schon recht voll im Restaurant als wir kurz nach halb sieben dort eintreffen. Hoffentlich schaffen wir das zeitlich noch, denken wir, da wir um 20 Uhr wieder im Seminarhaus zur Abendsession sein müssen. Aber unsere Bedenken werden schnell ausgeräumt. Der Service ist super, das Essen kommt schnell und schmeckt fantastisch. Gerne hätten wir noch länger verweilt, aber wie gesagt …

Fazit: Yoga, Kultur und ganz viel frische Luft
Am nächsten Tag steht leider bereits die Abreise aus dem wunderschönen Ländle an. Wir hatten überlegt noch länger zu bleiben, aber naja, am Montag geht es wieder zur Arbeit und die Rückfahrt nach Braunschweig ist schon lang. Aber: Es war eine tolle Zeit, wir haben uns gut erholt, haben ganze viel Anleitung und Übungen zum Thema Entspannung bekommen und können sowohl das Ländle als auch unsere Seminarleiterin Simona Weichert nur empfehlen!

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