Winterzauber im Aostatal – Ein unvergesslicher Weihnachts‑ und Silvestertrip

Christina/ Januar 20, 2026/ Alltagsgeschichten, Kultur/ 0Kommentare

Ich wollte schon seit Jahren über Weihnachten und Silvester in eine Berghütte im Schnee flüchten. Im letzten Jahr hat es endlich geklappt – und meine Erwartungen an das Abenteuer wurden weit übertroffen. Hier kommt meine Empfehlung für alle wander‑ und schneebegeisterten Entdecker, die sich eine kompakte, aber abwechslungsreiche Weihnachts‑ und Silvesterreise ins verschneite Aostatal in Italien vorstellen können. Die Reise startet zwei Tage vor dem Heiligen Abend und dauerte bis Anfang Januar. Das ist genau der Zeitraum, wenn die Alpen von tiefem Pulverschnee bedeckt und die Dörfer festlich erleuchtet sind.

Warum du diese Tour auch für dich interessant sein könnte, liegt auf der Hand: du kannst die stille Schönheit der Berge erleben, deine ersten Langlauf‑ und Schneeschuhabenteuer wagen, den spektakulären Skyway Monte Bianco bis 3.462 Meter erklimmen und dabei authentische italienische Winterkultur genießen – und das ganz ohne Menschenmassen! Der Schauplatz ist das Herz der Alpen: von deinem gemütlichen Holz‑Appartement mit Pellet‑Ofen in Rhemes‑Saint‑Georges, über die historischen Gassen von Introd und das imposante Schloss Sarre, bis hin zum alpinen Dorf Cogne mit seiner legendären „Bar à Fromage“, wo wir an Heiligabend Ziegenkäse-Raclette genießen.

Ich empfehle dir die Anfahrt von Deutschland aus über die Schweiz und durch den St. Bernhard-Tunnel nach Italien. Das kostet zwar jeweils 30 Euro (Hin- und Rückweg), lohnt sich aber, weil die Pässe im Winter oftmals gesperrt sind. Auf dem Hinweg haben wir in Weil am Rhein einen Zwischenstopp eingelegt. Langlaufskier haben wir dabei, Schneeschuhe leihen wir uns vor Ort. Auf keinen Fall solltest du die Fahrt mit dem Skyway auf den Monte Bianco verpassen. Die 60 Euro für das Ticket sind m.E. gut investiertes Geld. Schließlich hat der Mix aus sportlichen Herausforderungen, kulturellen Entdeckungen und gemütlichem Après‑Ski das Winterabenteuer im Aostatal für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht, Wiederholung nicht ausgeschlossen!

Anreise über die Schweiz
Wir reisen von Norddeutschland an und übernachten am ersten Tag in Weil am Rhein. Wir sind davon überrascht, wie wohlhabend die Stadt im Dreieck zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland ist. Die Einkaufstempel sind schon recht beeindruckend, sowohl Schweizer als auch Franzosen scheinen hier einzukaufen. Wir haben uns natürlich noch die Zeit für die Dreiländerbrücke genommen und sind rübergelaufen nach Huningue. Allerdings ist auf dieser Rheinseite ziemlicher Totentanz angesagt, sodass wir schnell wieder zurück sind.

Am nächsten Tag geht es durch die Schweiz zum St. Bernhard-Tunnel. Die Fahrt durch die Alpenrepublik ist aufgrund des Tempolimits sehr angenehm. Vom Wallis durchqueren wir den Großen St. Bernhard-Tunnel und kommen direkt ins Aostal (eine Fahrt durch den Tunnel kostet 30 Euro). Dort angekommen sind wir sofort vom Winterwonderland fasziniert. Vorbei an der Provinzhauptstadt Aosta werden wir vom Navi sicher zu unseren Ferienort, Rhemes-Saint-George, geleitet. Zugegeben, der Ort ist sicherlich nicht eine bevorzugte Destination für Party People. Für alle jedoch, für die das Naturerlebnis im Vordergrund steht, ist es das Paradies. Unser Appartement ist richtig gemütlich, wir fühlen uns sofort heimisch. Den Pellet-Ofen am Eingang der Wohnung haben wir sofort ins Herz geschlossen:-)
Abends wollen wir noch ein paar Salatzutaten einkaufen, was nicht ganz so einfach ist. Wir fahren nach Introd zur La Bottega Del Paese Da Francesca Manfredi. Leider ist der Laden nicht nur schlecht bestückt, sondern auch wahnsinnig laut, der Ghettoblaster schreit was das Zeug hält. Für Blattspinat, geschnittenen Fenchel und eine Handseife hat es aber gereicht:-)

Schneeabenteuer in Cogne
Am nächsten Tag geht es in den Bergort Cogne. Da war ich im Herbst schon einmal zum Wandern. Dort holen wir uns die Aosta Valley Card, die einige Rabattierungen bietet. Weiterhin holen wir uns Infos über den Skyway Monte Bianco und versuchen noch ein Restaurant für Silvester zu finden. Im Schneegestöber geht es schließlich zurück zum Appartement.

Ziegenkäse Raclette vom Feinsten
Am dritten Tag starten wir mit dem Auto nach Rhemes-Notre-Dame, das ist sozusagen der Skiort in unserer Region. Dort angekommen, genauer gesagt im „Vorort“ Chaveney, wollen wir uns Schneeschuhe leihen. Das ist zunächst nicht ganz so einfach, weil der Ladenbesitzer glaubt, dass wir Winterschuhe kaufen wollen. Nun ja, nach einigem Hin- und Her können wir uns verständlich machen. Wir laufen das erste Mal mit den Dingern und wollen uns zunächst an einer idiotensicheren Strecke versuchen. Das ist in dem kleinen Skiort kein Problem. Ein Problem ist es allerdings, dass mir nach einiger Zeit die Füße einfrieren und wir uns Blasen an den Haken holen:-( Naja, das Ende vom Lied ist, dass Frankie mir die Füße warmrubbeln muss und wir dann ohne Schneeschuhe den Weg zurück nach Chaveney antreten. Obwohl unsere erste Schneeschuhwanderung nicht ganz so verlaufen ist, wie wir uns das vorgestellt hatten, war die Unternehmung trotzdem interessant und hat Spaß gemacht.

Auf einen Americano im „Boule de Neige“
Gleich am Parkplatz, direkt neben der Abfahrtsbahn, liegt das Boule de Neige. Hier herrscht an diesem Tag schon reger Betrieb, wir finden aber noch ein schönes Plätzchen. Der warme Kaffee Americano tut jetzt gut und weckt wieder die Lebensgeister. Am Nachmittag geht es zurück ins Appartement, kurz umziehen und „fein“ machen. Schließlich haben wir ja noch ein Date im der „Bar à Fromage“ in Cogne. Die Fahrt dorthin findet im ständigen Schneetreiben statt und erfordert aufgrund der vielen engen Kurven schon einiges Fahrgeschick. Aber der Trip lohnt sich. Das Restaurant gehört zum Hotel Belvue. Wir bestellen uns das Raclette mit Ziegenkäse und sind zunächst etwas skeptisch, weil die Portion sehr übersichtlich aussieht. Das gibt sich aber schnell, denn der Käse schließt im wahrsten Sinne des Wortes doch recht schnell unsere Mägen. Platz für ein Dessert bleibt da beim besten Willen nicht mehr. Zufrieden und sehr gut gesättigt geht es zweieinhalb Stunden später zurück zum Auto. Das Preis-Leistungsverhältnis finde ich in der Bar à Fromage sehr angemessen.

Begegnung mit der „Petit Bar“ in Rhemes-Saint-Georges
Am nächsten Tag wollen wir es mit Langlauf probieren. Auch hier gibt es ein erstes Mal für mich und schnell wird mir klar, dass es gar nicht so einfach ist, auf den rutschigen Skiern zu stehen, besonders wenn es abwärts geht. Trotz zweimaliger Bodenberührung macht das ganze Spaß, wenn nur die kalten Füße nicht wären. Naja, dafür gibt es ja so schöne Einrichtungen wie das Boule de Neige, wo ich mir diesmal nach der Anstrenung ein Aperölchen gönne. Während wir unsere Getränke genießen, fällt ein Gespräch auf eine Bar, die wir im Vorbeifahren auf dem Weg von Cogne nach Rhemes-Saint-Georges wahrgenommen haben. Eigentlich wollten wir da bereits am 24.12 einen Absacker nehmen, aber leider wurde uns direkt die Tür vor der Nase zugeschlossen, als wir eintreten wollten. Also wagen wir gleich heute einen zweiten Versuch. Die Petit Bar direkt an der Hauptstraße haben wir sofort lieb gewonnen. Es handelt sich dabei um eine urige Kneipe, die von einem sympathischen älteren Ehepaar (so meine Vermutung) betrieben wird. Die Einrichtung ist einfach und rustikal, aber gemütlich. Ich gönne mir einen zweiten Aperol Spritz und schaue etwas verwundert als das Getränk tiefrot und ohne Strohhalm vor mir steht. Bereits nach dem ersten Schluck wird deutlich, dass in dieser Institution nicht mit dem Alkohol gegeizt wird. Schnell habe ich mächtig einen im Tee. Die große Überraschung aber kommt zum Schlluss: Wir zahlen schlappe 4,70 Euro für einen Aperol und ein Bier zusammen. Wir reiben uns die Augen, schauen uns an und stellen wortlos fest: das ist ab sofort unsere Stammkneipe! Allerdings, zuhause muss ich mich erstmal eine Stunde auf’s Ohr legen, um den Schwips loszuwerden:-)

Weihnachtsbummel in Aosta
Am nächsten Tag brauchen wir Essensnachschub. Laut Internetauskunft soll in der Nähe von Aosta, genauer gesagt in Sarre, der Conad offen haben. Da wir eh mal in der Provinzhauptstadt auf dem Weihnachtsmarkt vorbeischauen wollten, passt das gut. Als wir bei strahlendem Sonnenschein an diesem zweiten Weihnachtstag (in Italien ist das der Stephanstag) den Supermarkt erreichen, staunen wir nicht schlecht. Hier herrscht reges Treiben und so nett und höflich der Italiener im Durschnitt auch ist, beim Einkaufen, so stellen wir fest, kennt er kein Pardon! Es wird geschoben und gedrängelt als ob es kein Morgen gebe. Völlig gestresst nach der tagelangen Ruhe in unseren Bergdorf schauen wir, dass wir unsere Einkäufe schnell erledigen und Land gewinnen.

Angekommen in der Provinzhauptstadt des Aostatals ergattern wir in der Nähe der Innenstadt einen kostenfreien Parkplatz. Von dort geht es zum Weihnachtsmarkt, der sehr schön und ansprechend gemacht ist. Aber leider ist es auch hier sehr voll. Wir retten uns in ein schönes Café und entspannen bei einem leckeren Americano. Und ja, heimlich sehnen wir uns bereits wieder nach der Ruhe in den Bergen.

Langlaufspaß für Anfänger im Valsavaranche
Am nächsten Morgen verschlägt es uns gleich wieder nach Aosta, diesmal in die Touristeninfo. Wir wollen am 28.12 mit dem Skyway auf den Monte Bianco. Mit unserer Aosta Valley Card bekommen wir Rabatt, aber leider können wir diesen online nicht einlösen. Also besorgen wir uns zwei Tickets vor Ort und informieren uns gleichzeitig über die umliegenden Schlösser und das Valsavaranche. Letzteres wird uns als schönes und ruhiges Tal mit Langlaufloipen empfohlen. Na, das ist doch was. Wir fahren los und machen Station in Dégioz, dem Sitz der Gemeindeverwaltung, und verschaffen uns erstmal einen Überblick.

Bei einem schönen Winterspaziergang genießen wir nicht nur die Ruhe und das herrliche Wetter. Wir sehen auch, dass es im Ortskern so etwas wie eine Anfängerrunde für Langläufer gibt. Genau das richtige für mich. Zum Abschluss des Tages gönne ich mir hier vier Runden und merke, dass der Spaß mit jeder Runde größer wird. Diesen wundervollen Tag müssen wir unbedingt mit einem weiteren Besuch in unserer Stammkneipe ausklingen lassen.

Das große Abenteuer: Der Skyway Monte Bianco
Am nächsten Tag erwartet uns das absolute Highlight dieser Reise: die Fahrt auf den Mont Blanc oder auch Monte Bianco, wie ihn die Italiener nennen. Ich gebe zu, ich bin schon ein wenig aufgeregt und ein wenig Angst habe ich auch vor der Kälte in der Höhe. Aber es kommt alles ganz anders und vor allen Dingen viel besser! Schon die Fahrt nach Courmayeur zum Ausgangspunkt des Abenteuers ist ein Erlebnis. Langsam geht über den umliegenden Bergen die Sonne auf und färbt die Bergspitzen in ein glühendes rot-orange. Mir geht sofort das Herz auf. Angekommen am Fuße der Talstation ist es allerdings sehr schattig auf dem Parkplatz. Wir retten uns erst einmal in das dazugehörige Café, um die Wartezeit bis zu unserer 360 Grad-Gondelfahrt zu überbrücken. Begeistert stellen wir fest, dass hier der Americano trotz der Touristenattraktion auch nur 2.50 Euro kostet. Sehr löblich. Um neun Uhr startet unsere Fahrt zur Punta Helbronner auf 3.466 m, definitiv ein Erlebnis der Superlative für das sich der stattliche Ticketpreis von 52 Euro/Person (rabattiert) voll und ganz lohnt. Diesem atemberaubenden „Once-in-a-lifetime-Erlebnis“ habe ich an dieser Stelle einen eigenen Post gewidmet.

Ernüchterung in Courmayeur
Im Reiseführer hatte ich gelesen, dass die New York Times wohl den Ort Courmayeur zu einem der 52 Orte weltweit zählt, die man gesehen habe sollte. Na gut, wenn wir schon einmal hier sind, können wir uns das Spektakel ja mal anschauen. Nach dieser Information sind die Erwartungen natürlich hoch. Nachdem wir noch einen Platz im bereits recht vollen Parkhaus ergattert haben, geht es in die Innenstadt. Mein Fazit: Wer sich gerade einen neuen Pelzmantel gekauft hat und diesen vorführen möchte oder gerade einen Schönheits-OP hinter sich hat, die es zur Schau zu stellen gilt, ist hier goldrichtig. Alle anderen werden von Courmayeur vielleicht genauso ernüchtet sein wie wir.

Aus diesem Grund fahren wir einfach weiter in den nächsten kleinen Ort namens Pré-Saint-Didier und suchen uns ein nettes Café. Dort angekommen stellen wir fest, dass das eine sehr gute Entscheidung war. Aufgewärmt und wieder versöhnt mit der Welt fahren wir zufrieden und glücklich zurück in unser Appartment. An den Ausflug auf den Monte Bianco allerdings werden wir noch lange zurückdenken.

Auf Schneeschuhpfaden nach Pila
Bereits am nächsten Tag steht ein weiteres Highlight auf unserer Liste: Es geht nach Pila, dem Skiort oberhalb von Aosta. Wir haben erfahren, dass hier am 30.12 die traditionelle Fackelabfahrt der Skilehrer stattfindet. Für dieses Event wollen wir uns schon einmal Tickets für die Seilbahn erwerben. Als wir in der Touristeninformation von Pila nach Fahrscheinen fragen wird erst deutlich, WIE groß das Spektakel tatsächlich ist. Mehr als 10.000 Zuschauer werden zu dem besonderen Ereignis erwartet. Oha. Wir kaufen also zwei Tickets für die Seilbahn ab Aosta und hoffen so, das Warten in der Schlange zu vermeiden.

Anschließend werden wir im Skiverleih vorstellig und borgen uns nochmals Schneeschuhe. Eine Orientierungskarte für die Wege gibt es gratis dazu. Wir starten an der Kirche in Pila, in der Nähe des Erlebnisparks, wo die Kinder mit den Schlitten rodeln. Obwohl wir glauben auf der richtigen Spur zu sein, stellen wir spätestens auf dem Rückweg fest, dass wir wohl nicht so ganz richtig sind. Aber egal, das Wetter ist toll, die Landschaft ist toll und wir haben Spaß!

Zurück in Pila geht es nochmal nach Aosta. Zum einen wollen wir zum Gros Cidac, einem Megastore, wo es alles geben soll; zum anderen sind wir noch auf der Suche nach einem Restaurant für Silvester. Nun ja, was soll ich sagen? Das Gros Cidac kann ich wirklich nur jedem shopaholic empfehlen. Ich fand’s fürchterlich. Der Parkplatz war zwei Tage vor Silvester schrecklich voll, sobald man wieder im Auto sitzt, wird man sofort angesprochen, wann man denn wegfahren würde:-( Auch im Supermarkt selbst war es mir viel zu hektisch und viel zu unübersichtlich – nichts für mich.

Auch die Suche nach einem Restaurant für Silvester gestaltet sich schwierig. Nach einigen Absagen und Überlegungen versuchen wir es mit Lo Meulet Blanc Ristorante e Pizzeria in Introd. Die Pizzeria hat einerseits gute Kritiken im Netz bekommen und andererseits liegt sie nur 10 Minuten von unserem Appartement entfernt. Also perfekt. Und das Beste: Das Restaurant hat noch ein freies Plätzchen für uns! Schön, damit ist der Silvesterabend auch gerettet.

Schloss Sarre: Führung nur auf Italienisch
Als ich am nächsten Tag aufwache fühle ich mich etwas schlapp. Oh nein, ist da etwa eine Erkältung im Anmarsch? Reichlich angeschlagen starten wir spät in den Tag und haben nur den Besuch von der Kirche in Introd und dem Schloss Sarre auf dem Programm. Ach ja, abends sollte es zur Abfahrt der Skilehrer gehen – hm, das wird wohl nichts:-( Wir fahren von unserem Appartement zunächst nach Introd. Abends haben wir im Vorbeifahren oft die angestrahlte Kirche gesehen, nun wollen wir sie uns einmal von Innen anschauen. Das Besondere an Introd ist, dass der polnische Papst, Johannes Paul II, von 1989 bis 2004 zehnmal im Aostatal seine Sommerfrische verbracht hat. Davon zeugt das Haus Museum Johannes Paul II, das im Ort besucht werden kann. An unserem Besuchstag ist es aber tatsächlich geschlossen. Also widmen wir uns der Kirche mit dem Namen Pfarrkirche der Bekehrung des Paulus. In und um die Kirche macht der Ort einen recht geschäftigen Eindruck. Zunächst verstehen wir nicht, auf was die Menschenmenge wartet. Beim Verlassen der religiösen Einrichtung wird dann deutlich, dass es wohl heute eine größere Beerdigung zu geben scheint. Es macht den Eindruck als ob das ganze Dorf Abschied nehmen würde.

Wir fahren weiter in Richtung Sarre, um uns das dortige ehemalige Jagdschloss des italienischen König Vittorio Emanuele II anzusehen. An der Kasse teilt man uns dann allerdings mit, dass der Bau nur in Kombination mit einer Führung besichtigt werden könne und diese fände nur auf Italienisch statt. Leider macht das für uns keinen Sinn, sodass wir unverrichteter Dinge wieder abziehen. Wir entschließen uns daraufhin nach Aosta zu fahren, um unsere Tickets für den Lift nach Pila zurückzugeben. Leider hat sich meine Erkältung verschlimmert, sodass ein Abend in der Kälte sicherlich Gift für mich wäre. Es ist wirklich schade, weil ich die Abfahrt der Skilehrer sehr gerne gesehen hätte, aber, das lässt sich nun nicht ändern. Und, wenn wir schon einmal in Aosta sind, dann nutze ich den Aufenthalt, um für Freunde ein paar Geschenke zu kaufen.

Silvester-Spaziergang zum Paradis du Coin
Am nächsten Morgen, eigentlich bereits in der Nacht, bekomme ich von der Erkältungsfront eine volle Breitseite. Das macht mich doch ein wenig traurig, besonders jetzt, wo wir in letzter Minute noch ein Restaurant für das Silvesteressen gefunden haben. Das nennt man dann wohl Pech. Ach ja, meine Kräfte reichen leider nur für einen kleinen Spaziergang, der uns zur Brasserie Coin di Paradis führt. Dort tue ich etwas für meine Abwehrkräfte und gönne mir einen frischgepressten Orangensaft. Die Brasserie verfügt auch über einen kleinen Einkaufsladen, in dem man die nötigsten Dinge, wie Eier, Käse, Wurst und ein paar Haushaltsartikel kaufen kann.

Zurück im Appartement verbringen wir den Abend recht gemütlich bei einem guten, selbstgekochtem Essen und einem Film. Dazu spendet unser Pelletofen eine wohlige Wärme. Zugegeben, ich hatte mir den Silvesterabend in den Bergen anders vorgestellt. Aber was soll’s, wir machen das Beste daraus.

Am nächsten Morgen müssen wir leider unsere Sachen zusammenpacken und dieses gemütliche Appartment und den schönen Ort, Rhemes-Saint-Georges, wieder verlassen. Aber wer weiß, vielleicht kommen wir, genau wie Johannes Paul II, einfach nochmals wieder ins schöne Aostatal!

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