Zeewolde: Zu Besuch bei Nachbarn

Christina/ März 13, 2026/ Alltagsgeschichten, Kultur

An diesem, für uns langen, Wochenende sind wir zu Besuch bei unseren Nachbarn: den Holländern. Und wie es der (glückliche) Zufall so will, erwischen wir das bisher wärmste und sonnige Wochenende dieses Jahres. Wir kommen im Center Parc „De Eemhof“ bei wundervollen 17 Grad an und dürfen schon vor der offiziellen Bezugszeit von 16 Uhr in unsere VIP-Unterkunft. Was bedeutet das genau? Neben einem Kamin, haben wir einen Jacuzzi, eine Infrarot-Sauna und eine Doppeldusche in unserem auch ansonsten gut ausgestatteten Appartement. Das nenne ich einen guten Start in das Wochenende. Und das ist noch nicht alles. Mit (Fahrrad-)Ausflügen nach Nijkerk, Utrecht, Amersfoort und den Horsterwold werden diese vier Tage zu einem echten Highlight.

Fietstocht naar Nijkerk
Nachdem wir unser Auto ausgeladen haben, schwingen wir uns gleich auf unsere Fahrräder. In der Center-Information hat man uns die Strecke an der Eem nach Nijkerk empfohlen. Der Radweg auf dem Deich (Laakse Hoek), der auch durch den Wald geht, ist wirklich schön. Über eine Brücke geht es dann auf die andere Seite der Eem und zehn Minuten später sind wir in der pittoresken Altstadt von Nijkerk angekommen. Vorbei am Wahrzeichen der Stadt, der Grote Kerk, lassen wir uns bei Alberto’s Italian in der Innenstadt von Nijkerk nieder. Wir erwischen eines der sehr einladenden und bequemen Sofas in der Sonne. Hier machen wir es uns gemütlich und genießen das Flair um uns herum in vollen Zügen. Leider wird es um diese Jahreszeit noch recht früh dunkel, sodass wir nach zwei Stunden wieder Richtung de Eemhof aufbrechen (müssen).

Op bezoek in Utrecht
Am nächsten Tag nutzen wir das „Frühschwimmer-Angebot“ des Aqua Mundo auf dem Center Parc-Gelände. Leider ist der Saharastaub in Zeewolde angekommen, sodass es die Sonne heute leider schwer hat durch den hartnäckigen Nebel zu kommen. Anstatt Trübsal zu blasen, machen wir das beste aus dem Wetter und brechen nach Utrecht auf. Utrecht ist die viertgrößte Stadt der Niederlande und wird auch das „schönere“ Amsterdam genannt. Die Stadt besticht durch ihre schönen Grachten und Bauten. Besonders der Domtoren sticht durch seine Höhe von knapp 100 Metern aus dem Straßenbild. Das Zentrum von Utrecht ist an diesem Sonnabend pickepacke voll. Das mag auch an der großen Anzahl von Studenten liegen, die in Utrecht leben. Über 70.000 sollen es sein, die über ein Viertel der Bevölkerung stellen.

Auf dem Sin­gel-Rund­weg
Wir schlagen zuerst den Weg zur Touristeninfo ein, um uns einen Stadtplan zu besorgen. Hier bekommen wir auch Infos zum „Singel-Rundweg„. Die Utrechter Singelgracht umgibt als historischer Wasserring die Altstadt. Aufgrund des doch recht kalten Windes an diesem Tag machen wir den Spaziergang allerdings nur zur Hälfte und suchen dann die Wärme eines Cafés auf. Hier muss ich zu meinem Erstaunen feststellen, dass der Holländer keine Apfelsaftschorle kennt. Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass die Saft-Wasser-Mischung so etwas Spezielles ist.

Wieder etwas aufgewärmt wollen wir die wichtigsten Grachten der Stadt erkunden, dass sind die Twijnstraat, die Vrouwjuttenstraat und die Hamburgerstraat, nicht zu vergessen ist natürlich die „De Oudegracht“, die alles miteinander verbindet. Irgendwann, vorbei an vielen (Käse-)Geschäften, landen wir bei Winkel van Sinkel. Das Gebäude ist aufgrund seiner Architektur mit Statuen sehr auffällig. Ursprünglich wurde es im 19. Jahrhundert als Kaufhaus errichtet, heute ist es ein Café und Restaurant.

Nachdem wir das Ambiente der Stadt ausgiebig genutzt haben, machen wir uns wieder auf dem Weg zurück. Hier lockt die Infrarot-Sauna, die nach dem doch recht kühlen Tag unsere Knochen wieder wohlig aufwärmt.

Unsere 70 km Roundtour
Am nächsten Tag lacht wieder die Sonne vom Himmel. Wir wollen uns wieder auf den Drahtesel schwingen und nach Amersfoort fahren. Insgesamt haben wir uns eine Rundtour überlegt, die uns vom Center Parc nach Amersfoort führt, von dort weiter über Kamp Amersfoort nach Spakenburg. Hier wollen wir mit der Fähre zum Eemhof übersetzen. Die Strecke, die wiederum zum großen Teil auf dem Deich verläuft, ist wieder sehr gut ausgebaut – wie die Fahrradstrecken in den Niederlanden überhaupt sind. Also ein regelrechtes Paradies für Zweiradliebhaberinnen und -liebhaber.

In Amersfoort angekommen bewundern wir zunächst das schöne Koppelpoort am Eingang zum Zentrum. Dieses einzigartige Land-und-Wasser-Tor stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist Teil der zweiten Umfassungsmauer der Stadt. Amersfoort ist insgesamt ein sehr schöner Ort. So bietet die Stadt mit der historischen Straße Muurhuizen (Mauerhäuser), die auf der ehemaligen Stadtmauer erbaut wurde, eine einzigartige Sehenswürdigkeit. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Onze Lieve Vrouwetoren und das Mondriaanhuis.

Wir radeln weiter in Richtung Kamp Amersfoort, einer Gedenkstätte vor den Toren der Stadt. Von dort geht es weiter in Richtung Spakenburg. Es ist schon gegen 17 Uhr als wir dort eintreffen. Tatsächlich hatten wir in dem Ort mehr „Leben“ erwartet. Aber hier ist alles geschlossen und ja zu unserer Überraschung fährt die Fähre an diesem Tag nicht. Tja, d.h. wir müssen auch die letzten 16 km nach de Eemhof zurück radeln und kommen so insgesamt auf ganze 70 km Fahrradstrecke an dem Tag. Aber es hat sich gelohnt, die Tour ist wirklich schön.

Horsterwold, ein Park in Zeewolde
Auch am Tag unserer Abreise ist uns das Wetter hold. Bevor wir uns also wieder für einige Stunden ins Auto setzen, wollen wir nochmals mit dem Fahrrad eine Runde drehen. Dafür haben wir uns den Horsterwold ausgesucht. Wer immer, genau wie wir, die Natur und die Stille liebt ist hier genau richtig. Wieder einmal führt ein Fahrradweg durch das Gelände. Einen Stopp ist auch der Tuurtoren wert.

Auf dem Rückweg wollen wir uns noch etwas stärken, was an diesem Montag gar nicht so einfach ist. Vorab haben wir aber über das Internet herausgefunden, dass die Brasserie ‚t Wolderwijd an dem Tag für uns auf hat. Eine sehr gute Wahl, wie sich vor Ort herausstellt. Den Salat mit Garnelen, z.B., können wir sehr empfehlen:-)

Am frühen Nachmittag heißt es dann: Hartelijk dank en tot ziens Nederland!

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