Christina/ November 5, 2020/ Alltagsgeschichten, Kultur

Wenn die Coronazahlen steigen und die Panik größer wird, ist es ratsam sich ein ruhiges Plätzchen abseits der Infektionsherde zu suchen. So ein Fleckchen ist der Kurort Bad Kösen in Sachsen-Anhalt. Wären hier nicht alle Cafés und Restaurants geschlossen, so würde niemand vermuten, dass es hier auch Corona geben könnte. Liebliche Weinberge, Burgen, Salinetechnische Förderanlagen mit Gradierwerk und eine Vielzahl von Wanderwegen prägen die Landschaft. Hier herrscht noch die Idylle, die ich derzeit brauche, um den Corona-Wahnsinn zu überstehen.

Wetter gut – alles gut
Wie beim ersten Lockdown im März dieses Jahres haben wir wieder Glück mit dem Wetter. Der Novemberanfang zeigt sich von seiner schönsten Seite und lässt alles in einem goldenen Licht erstrahlen: Das Laub, die Burgen, das Gradierwerk und selbst die Saale.

Saale-Unstrut? Wo soll das denn bitte sein? Um ehrlich zu sein, bis vor Kurzem kannte ich diese Region auch nicht. Dabei gibt es hier viel zu entdecken: Weinkultur, mittelalterliche Kulturlandschaft, wie z.B. den Naumburger Dom oder die Fürstengruft in Weißenfels.

Bad Kösen, der beschauliche Ort an der Saale, ist dabei ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung: ob Radfahren, Wandern oder Paddeln, hier ist Vieles möglich. Auch für Bahnfahrer ist die Region attraktiv. Mit dem Regionalzug ist man schnell in Naumburg, Weißenfels oder Merseburg.

Rund um den Kurpark
Am ersten Tag verschaffe ich mir einen Eindruck von Bad Kösen und kundschafte die Nahversorgung aus. Danach zieht es mich zunächst an die Saale entlang der Loreleypromenade, anschließend schaue ich mir den Kurpark näher an. Als ich das Kurmittelhaus und das alte Badehaus entdecke muss ich unwillkürlich an meinen Aufenthalt in Karlsbad in 2018 denken. Klar, so mondän wie das tschechische Bad ist Bad Kösen nicht, aber vielleicht war es das einmal.

Auf meinen Rundweg entdecke ich bereits viele Schilder, die zu diversen Wandertouren führen – mein Wanderherz schlägt höher! Direkt an der Saale erlebe ich noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Ein gelungener erster Tag.

Auf ins Burgenland
Am zweiten Tag strahlt die Sonne mindestens noch einmal genauso schön vom blauen Himmel wie am Vortag. Wir wollen den bereits gestern entdeckten Rundweg um Bad Kösen ausprobieren, der uns zunächst vorbei am Löwendenkmal zur Rudelsburg führt. Von der Burg, die leider aufgrund des Lockdowns geschlossen ist, haben wir einen fantastischen Blick auf die Umgebung. Auch das nächste Ziel, die Burg Saaleck können wir bereits von hier oben sehen, auch wenn wir zunächst annehmen, dass es sich dabei um einen Wachturm handeln könnte.

Burg Saaleck
Nur 1,5 km von der Rudelsburg entfernt – wir wandern Richtung Himmelreich – erreichen wir die Burg Saaleck. Hier gibt es nicht wirklich viel zu sehen, außer einem Turm. Das Gelände ist geschlossen, gibt aber wiederum einen schönen Blick auf den darunter liegenden Ort Saaleck frei.

Von der Burg wandern wir gemütlich Richtung Bad Kösen zurück und genießen nochmals die schönen Blicke auf die Rudelsburg. Etwas später zurück im Ort drehen wir noch eine Runde auf dem Seekurpark Galgenberg. Auch diese Erhebung gibt wieder schöne Blicke auf Bad Kösen und die Weinberge frei. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang. Der zweite Tag ist ebenso wunderbar und gibt Anlass zur Hoffnung auf weitere, schöne Erlebnisse.

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