Christina/ November 10, 2020/ Alltagsgeschichten, Kultur

Trotz Corona-Lockdown heißt es in diesem Herbst: Deutschland entdecken in all seinen Facetten. Diesmal geht es „An der kleinen Saale“ zunächst nach Schulpforta zum ehemaligen Zisterzienserkloster und von dort durch das „Kalte Tal“ nach Naumburg. Der Rückweg führt uns durch die herbstlichen Weinberge entlang des Saale-Wein-Wegs: ein Augeschmaus der besonderen Art. Und: auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Auf nach Schulpforta
Wir starten unsere Wanderung am Ortsausgang von Bad Kösen, gegenüber der Tankstelle. Hier folgen wir dem Wanderweg nach Schulpforta, der uns ein Stück durch den Wald führt. Nach ca. einer Stunde stehen wir vor dem Portal des ehemaligen Zisterzienserklosters Pforta. Zunächst landen wir in der gleichnamigen Vinothek. Das Angebot ist wirklich verlockend. Wir beschließen nochmals wiederzukommen und uns einzudecken.

Leider ist die Besichtigung des Geländes derzeit nicht möglich, weil sich ein Gymnasium auf dem Terrain befindet und die Schüler vor Corona geschützt werden sollen. Wir unternehmen einen Rundgang über das Gelände und werfen einen kurzen Blick in den Park. Hinter dem Kloster geht der Weg nach Naumburg weiter. Wir gehen nochmals hinab zur „Kleinen Saale“ und folgen ihr ein Stück. Im „Kalten Tal“ verlieren wir ein wenig die Orientierung. Ein freundlicher älterer Herr hilft uns weiter und weist noch auf die restaurierte Mühle auf dem Berg hin, die einen fünfflügligen Segel hat.

Kaffee-to-go in Naumburg
Wir erreichen Naumburg und wollen als erstes den bekannten Dom St. Paul und Peter sehen. Leider ist der Dom auch geschlossen. Also werfen wir einen Blick in die Innenstadt. In der Drogerie erstehe ich ein paar Billigbadeschlappen. Aus einer Konditorei holen wir uns das „In-Getränk“ des Novembers: den Kaffee-to-go. Wir schleppen unsere Beute zum sonnenbeschienenen Marktplatz und lassen uns dort auf einer Parkbank nieder. Wir schauen uns um. Der Marktplatz von Naumburg ist wirklich schön, die perfekte Kulisse für eine Mittagspause.

Nach der Rast sehen wir uns noch ein wenig in den Gassen der Stadt um und werfen einen Blick auf das Nitzsche-Haus. Auf dem Rückweg gönne ich mir zum Abschied die weinhaltige Variante des „Kaffee-to-go“ den „Glühwein-to-go“.

Am Saale-Wein-Weg
Wir verlassen Naumburg gegen Nachmittag in Richtung des Bahnhofs. Hier treffen wir zunächst auf den Saaleradweg und wandern weiter nach Roßbach, denn hier beginnt der Saale-Wein-Weg. Der Rückweg ist ein absolutes Highlight und richtig, richtig schön. Die Nachmittagssonne taucht die Weinberge ist ein tolles, warmes Licht. Entlang der Strecke stoßen wir immer wieder auf Weingüter, teils mit Außer-Haus-Verkauf.

Der Weg in den Weinbergen führt uns zum Fürst-Heinrich-Stein. Und hier wird es tatsächlich nochmals anstrengend. Es geht steil bergauf, wir kommen immer höher. Langsam geht die Sonne unter, wir kommen in die Dunkelheit und sind immer noch gut drei Kilometer von Bad Kösen entfernt. Werden wir sicher zurück kommen?

Durch den dunklen Wald
Wir merken selbst, dass unsere Schrittgeschwindigkeit immer schneller wird. Als Reserve haben wir noch die Taschenlampe in unserem Handy. Jetzt bloß nicht über eine Wurzel stolpern und die Bänder dehnen. Wir sind immer noch oberhalb von Bad Kösen als die Dämmerung immer weniger natürliches Licht zulässt. Dann erreichen wir endlich eine Lichtung. Jetzt weiß ich wo wir sind. Wir müssen nur noch bergab, dann sind wir in der Ortsmitte von Bad Kösen. Geschafft.

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