Der Froschkönig auf Freiersfüßen

Christina/ Mai 18, 2024/ Alltagsgeschichten

Die Zeit der “Offenen Pforten” in Braunschweig und Umland hat wieder begonnen. An diesem Sonntag geht es nach Völkenrode zur Familie Krause. Angekündigt ist ein 600 qm2 großer Garten mit Staudenbeeten, Kletterrosen und Hochbeeten. Allerdings, ein kleiner grüner Kerl namens Grasfrosch stiehlt allen die Schau. Bei den Froschkönigen sind ganz augenscheinlich die Frühlingsgefühle dominant: es ist Paarungszeit. Und so viel sei verraten: Nicht jedes Froschweibchen ist über das aggressive Paarungsverhalten der Männchen erfreut.

Herrliche Farbkombinationen
Große Staudenbeete mit Zwiebelblumen, hinter Kletterrosen verborgene Hochbeete, Froschteich und eine Eulensammlung erwarten uns bei der Familie Krause in Völkenrode. Gleich beim Gang durch die Garage in den Garten fällt die Eulensammlung von Frau Krause ins Auge. Einige der Raubvögel sind gekauft, andere hat sie selbst entworfen und hergestellt. Der Garten ist ein wirkliches Kleinod. Mit Sitzecken, Teichanlage und farblich aufeinander abgestimmten Blumenarrangements überzeugt er den Besucher. Später erzählen uns die Krauses bei einem Kaffee, dass der Weg zu dem Garten, der er jetzt ist, ca. 20 Jahre gedauert hat. Gerne frühstücke man morgens in der Grünanlage. Inspirationsquelle für die Gestaltung seien immer wieder Reisen zu Gärten in der ganzen Welt. Das Gelände macht insgesamt einen sehr gepflegten Eindruck, man kann den Krauses nur gratulieren.

Zur Sache Schätzchen
Als ich jedoch einen genaueren Blick in den Gartenteich werfe ist es um mich geschehen. Nachdem ich die zahlreichen Frösche, Libellen und Schnecken in dem Tümpel entdeckt habe, gibt es für mich kein Halten mehr. Zuerst fasziniert mich der Froschchef, der es sich auf einem Teichrosenblatt bequem gemacht hat. Der kleine grüne Geselle bläst sich im wahrsten Sinne des Wortes furchtbar auf und fängt laut an zu quaken, sobald ihm jemand seinen Platz streitig machen will. Ganz klar, dieser Teich ist sein Reich. Das wahre (Liebes-)Leben spielt sich aber an den Rändern des Teiches ab. Immer wieder ist zu beobachten, dass das Grafroschmännchen schnell zur Sache kommen möchte. Teilweise sitzen die Frösche zu viert oder zu fünft auf- und übereinander. Allerdings muss man erwähnen, dass nicht alle Beteligten dabei ein glückliches Gesicht machen.

Totstellen beim Sex
So scheint das Grasfroschweibchen eine ganz eigene Strategie für sich entwickelt zu haben, um dem aufdringlichen Männchen zu entgehen. Madame stellt sich beim Besteigungsversuch einfach tot. Beim Zuschauen fühle ich mich wie in einer Orgie im alten Rom oder so wie ich es mir vorstelle. Es geht drunter und drüber. Ab und zu versucht einer der Frösche eine Libelle als Snack zu vernaschen, scheitert aber meistens dabei. Richtig, auch Libellen tummeln sich hier. Neben der Blutroten Heidelibelle ist die Blaue Federlibelle vor Ort. Diese Insekten scheinen hier ebenso ein formidables Plätzchen für sich gefunden zu haben, auch wenn sie sich vor den Grafröschen in Acht nehmen müssen. Manch einen Frosch lässt das ganze Gehabe aber auch kalt und er macht lieber ein Schläfchen auf den warmen Steinen.

Ein herrlicher Nachmittag.

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