Christina/ Mai 15, 2020/ Alltagsgeschichten

Beim Joggen war ich ihm schon oft begegnet und jedes Mal habe ich gedacht, den muss ich mal fotografieren. Von wem ich hier spreche? Nein, nicht, was ihr jetzt denkt. Ich rede natürlich von Paulchen, dem rosaroten Panther. Am Braunschweiger Ringgleis ist er als Graffiti an der Mauer zu bestaunen. Der beliebte Panther ist eine geniale Comicfigur aus dem noch genialeren Jahr 1969! Richtig gut fand ich auch immer den ungeschickten aber selbstverliebten Inspektor Closeau, der „beste“ Mann bei Interpol. Und toll die Szenen mit seinem Gehilfen Ponton, der immer für seinen Chef die „Kartoffeln aus dem Feuer“ holen musste und dabei skandierte: „Von euch lasse ich mir meinem Helden nicht kaputt machen, von euch nicht!“

Also, das Foto von Paulchen ist nun im Kasten und begleitet mich zunächst zum Südsee und dann rund um das Ringgleis. Auf dem Weg zum Südsee erfahre ich über einen „Bepper“ (schwäbisch für Aufkleber), dass Braunschweig am Mittelmeer liegt. Klasse, dann haben wir nicht nur das Mittelmeer in Braunschweig, sondern auch noch die Südsee. Super, Italien, Spanien, Portugal und Kroatien adé. Da muss ich jetzt einfach nicht mehr hin. Macht ja in Corona-Zeiten mit Maske, Strand-Zugangs-Slot und Datenabgabe eh keinen Spaß mehr.

Gebt den Mohn frei
Und es kommt noch besser: Am Wegesrand blüht der Mohn und nicht zu wenig! Ach ja, das schwarze Gold der Kapseln, denke ich. Aber auch die Farbe der Blütenblätter, diese kräftige Rot, sind eine absolute Augenweide. Hieß es nicht mal bei Stefan Raab „Gebt das Hanf frei?“ Ich plädiere für den roten Freudenspender:-)

Am Südsee angekommen erfreue ich mich an einer Gänsefamilie, die genauso wie ich froh ist, dass es auf den Braunschweiger Grünflächen wieder ruhiger geworden ist. Wir chillen zusammen einen Augenblick in der Sonne. Dann erreiche ich den Steg über den Südsee. Die Griffe sind schwer von eisernen Schlössern. Ich frage mich, wie viele von diesen Liebespaaren wohl noch zusammen sind? Naja, immerhin werfen die Schließvorrichtungen einen schönen Schatten und sind somit fotogen.

Ein Baumhaus zum Verlieben
Auf der anderen Seite des Sees entdecke ich das perfekte Baumhaus. Es leuchtet in der Sonne. Idyllisch liegt es direkt an der Oker und hat sogar einen Steg und ein Boot liegt davor, Captain ahoi! Ein absoluter Kindertraum, so ein Versteck hätte mir auch als Kleene gefallen. Nur ein paar Meter weiter schnattern zwei Enten fröhlich auf einem Ast im Wasser. Ich komme an einem weiteren Steg vorbei, mit etwas Fantasie erkenne ich an dessen Ende einen Infinity Pool. Klar, ich bin ja auch in der Südsee!

Das Leben ist doch ein Ponyhof!
Am nächsten Tag zieht es mich nochmals auf das Ringgleis. Bei der letzten Tour waren mir wieder ein paar Ecken aufgefallen, die mir bis dahin unbekannt waren, wie z.B. der „Alte Dammweg“ oder die „Ballonwiese“. Da muss ich nochmals fotografisch tätig werden. Wieder genieße ich die Ruhe auf dem Gleis. Ich bin extra „über Mittag“ unterwegs, da ist es noch gemütlich. Kurz vor der Ballonwiese befindet sich das ländliche Braunschweig. Auch die Ponys genießen die Ruhe und ein leckeres Mal. Das Leben ist also doch ein Ponyhof!

Abschließend kann ich mich nur wiederholen: Das Ringgleis ist eindeutig ein Zugewinn für Braunschweig.

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