Christina/ November 3, 2019/ Alltagsgeschichten/ 0Kommentare

Noch ist die Wandersaison nicht zu Ende. Und ich weiß, so mancher hält nichts vom November. Viele denken an Regen und graue, neblige, bisweilen düstere Tage. Aber weit gefehlt. Am Zauberberg in Bad Harzburg da scheint auch im November die Sonne, da gibt es Ziegen am Wegesrand und die größten Windbeutel jenseits des Königskrugs! Unterwegs haben wir an diesem Tag eines der herrlichsten Laub- und Himmelfarbenspiele erlebt, die ich je gesehen habe. Eine Wanderung, fast wie aus dem Bilderbuch, mit Bilderbuchwetter und jeder Menge toller, neuer Eindrücke.

Thomas Mann in Bad Harzburg?

Wir starten unsere Wanderung in Bad Harzburg, genauer gesagt „Am Zauberberg“. Was es damit wohl auf sich hat? Stand hier etwa das Sanatorium, in dem Thomas Manns Protagonist sieben Jahres seines Lebens verbringt? Wir wissen es nicht, es scheint aber ein gutes Omen zu sein. Denn kaum sind wir gestartet, kommt die Sonne zwischen den Wolken durch. Die hat noch richtig Kraft und begleitet uns den ganzen Tag über. Ist wirklich November?

Alles in Butter

Wir erreichen den sogenannten Butterberg in Bad Harzburg und machen eine herrliche Kammwanderung. Durch den farbenfrohen Buchenwald erreichen wir den Ilsenburger Stieg und bald darauf das Eckertal. Heinz erzählt uns noch eine interessante Geschichte über den Ilsenburger Stieg, der zum einen aufgrund der innerdeutschen Grenze 30 Jahre lang gesperrt war. Zum anderen hatten die Nazis in dieser Gegend ein gigantisches unterirdisches Bombenlager. Dieses wurde von den Alliierten nie entdeckt und erst kurz vor Krigsende gesprengt. Dabei sind sogar in Bad Harzburg die Fenster aus dem Kitt gesprungen, so heftig war die Detonation.Früher war hier halt die alte Bahnstrecke von Ilsenburg nach Bad Harzburg.

Quer durch die Feldmark

Hinterm Schimmerwald, kurz vor Abbenrode, geht es für uns nach links. Danach wirds richtig abenteuerlich. Wir biegen rechts ab und landen auf dem Feld. Wir gehen am Waldrand entlang, kommen wir auf einen befestigten Pfad. Diesen verlassen wir erneut, gehen wieder querfeldein durch Äcker und Wiesen.

Nach einer Weile kommen wir in Westerode bei der Quellensiedlung heraus. Warum die denn wohl so heiße, fragt uns Heinz. Nun, weil hier die Quelle eines Flusses oder Baches ist? Nein, hier stehen Fertighäuser, wie sie früher das Versandhaus Quelle geliefert hat. Jetzt steht es fest: Wandern macht nicht nur Spaß, es bildet auch!

Windbeutel gigantischen Ausmaßes

Strammen Schrittes geht es zurück zum Zauberberg. Wir kommen an einem Garten vorbei und plötzlich stutzen wir: „Sind die echt?“ rufen wir unisono aus. Zwei Ziegen stehen auf zwei Vorrichtungen und wirken zunächst wie versteinert. Dann bewegen sie sich aber. Und ja, die sind echt. Verrückt, so wie dieser Tag und das Wetter.

Nach so viel Anstrengung und Abenteuer muss es mal wieder sein: Das obligatorische Damengedeck im Cafe am „Platze“ und ein gigantischer Windbeutel – da wäre sogar das Personal im Königskrug blass geworden!

Alles in allem ein Tag von dem man gerne weitere haben möchte. Aber noch ist der Herbst ja nicht zu Ende und wer sagt denn, dass das Wetter am nächsten Wochenende schlechter sein muss?

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