Christina/ Mai 21, 2018/ Kategorien, Philosophisches

Gibt es wahre Liebe? Und wie definiert sich der Unterschied zwischen wahrer und unwahrer Liebe? Oder handelt es sich hierbei lediglich um eine Wunschvorstellung, dass eine wahre Liebe aller Unbill des Lebens, allen Widrigkeiten, aller Langeweile und Routine, allen Versuchungen trotzt? Oder ist es der Zauber der ersten Begegnung, die die Protagonisten einer bestimmten Situation zumessen und den es aufrecht zu erhalten, ja, zu konservieren gilt?

Wie steht es mit der wahren Kunst? „Wahrer Kunst wohnt immer etwas Hexenzauber inne“, so behauptet es jedenfalls ein Bonmot, das der dänischen Schriftstellerin Tanja Blixen – bekannt aus „Jenseits von Afrika“ – zugeschrieben wird.

Und wie verhält es sich dann mit wahrer Magie? Welcher Zauber wohnt hier inne? Wahre Liebe, wahre Kunst, wahre Magie, findet im Auge des Betrachters in einem flüchtigen Moment statt, den es erstens zu erkennen und zweitens zuzulassen gilt. Das Geheimnis liegt darin, diese Momente bewusst wahrzunehmen und zu konservieren: in Bildern, Gedanken, Erinnerungen, Gerüchen und Geräuschen, wie das Zwitschern von Vögeln, der Sound eines Rasenmähers oder dem Geruch eines Grills.

Das verbindende Element ist der Zauber, der Zauber, den man einem Augenblick zumisst, den man entstehen lässt, weil man an ihn glaubt (oder glauben möchte?).

Solche zauberhaften Momente erlebe ich zur Zeit bei Wanderungen im Harz. Als eifrige Stempelsammlerin komme ich rum. Und da das Wetter in diesem Jahr wieder hervorragend mitspielt, habe ich bereits besondere Augenblicke an der Köthener Hütte, dem Falkenstein, dem Bergbaulehrpfad Wettelrode oder zuletzt gestern am Stierbergsteich und dem Hotel Harzhaus mit Blick auf ein paar Rehe erlebt. Nichts umgibt mich als der rauschende Wind, wiegende Bäume, zwitschernde Vögel, herrliche Wiesen und wohltuende Stille, oh, und ganz wichtig: nette Leute!

Gute Luft statt Stadtsmog, Kaulquappeninvasion statt Taubenscheiße, Ziegenalarm statt Shoppingwahn, Hexenzauber statt Großstadtdschungel. Für mich einfach wahre Magie. Möge der Wandergott weiterhin mit uns sein.

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