Wenn die KI das beste Bild liefert

Christina/ April 23, 2026/ Kultur/ 0Kommentare

Es gibt kaum ein Thema, das derzeit die Gemüter mehr bewegt und die Schlagzeilen der (Sozialen) Medien bestimmt: Künstliche Intelligenz, kurz KI. Die Einsatzgebiete sind dabei sehr unterschiedlich: Manch einer lässt sich seine Mail-Korrespondenz von der künstlichen Unterstützung schreiben; Andere erstellen so ihre Präsentationen oder lassen sich einen Code schreiben. KI hat mittlerweile aber auch Einzug in der Kunst erhalten. Soweit die Fakten. Was mich dann allerdings überrascht hat, ist, dass KI-generierte Bilder zwischenzeitlich zum Anziehungspunkt einer ganzen Ausstellung werden können. So ist es zumindest auf der Vernissage der Künstlergilde Harz an der VHS Goslar passiert.

Das fällt sofort ins Auge
Donnerstagabend, das Forum ist gut besucht, die VHS Goslar hat zur Vernissage eingeladen. „Verborgene Horizonte. Begegnung mit der Wirklichkeit“ ist die Überschrift zur Ausstellung. Während mir der Bezug des Titels auch im Zuge der einführenden Worte durch die Gastgeber nicht klar wird, fällt mein Blick bereits auf ein Bild, dass mich irgendwie fasziniert. Es ist das Werk „Museum der Zeit“ von Sidney Gromnica. Ich bin mir nicht sicher, ob es das Thema des Bildes, dessen Mehrdimensionalität oder die Farbgestaltung ist, die meinen Blick anziehen.

Kunst trifft auf KI
Nach den Honneurs und der musikalischen Begleitung beginnen zwei Dinge: einerseits der „Run“ auf die Getränke und das bereitgestellte Knabberzeug. Andererseits startet der Rundgang durch die ausgestellten Bilder. Sowohl die „verborgenen Horizonte“ als auch die „Begegnung mit der Wirklichkeit“ leuchten uns zunächst nicht ein bzw. wir können diese Motti in den Werken nicht erkennen. Nicht desto trotz, und ich denke so ist es oft, entscheidet der Besucher relativ schnell, welche Motive ihn ansprechen und welche weniger. So ging es uns jedenfalls. Die Darstellungen von Qasim al-Sharqi beispielsweise sprechen mich durch ihre Farben an. Die gezeichneten Insekten, wie z.B. eine Libelle oder Hirschkäfer & Co. finde ich aus künstlerischer Sicht sehr ansprechend. Letztendlich bleiben wir aber länger am Ausstellungsstück namens „Museum der Zeit“ stehen. Schnell bemerken wir auch, dass wir nicht die einzigen sind, die diesem Bild mehr und länger unsere Aufmerksamkeit schenken. Als ich erfahre, dass es sich um ein KI-generiertes Werk handelt, bin ich doch etwas baff. D.h. der heimliche „Star“ des Abends ist ein Kunstwerk der artifiziellen Intelligenz! Sogenannte KI-Kunst, so informiere ich mich, bezeichnet die Gesamtheit an Kunstwerken, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz entstanden sind oder von dieser beeinflusst wurden. Aber: Ist das noch Kunst im eigentlichen Sinne? Ein Beitrag auf Deutschlandfunk Kultur jedenfalls sieht darin (K)einen Widerspruch. Nun, wenn das Goethe Institut titelt: „Das Unsichtbare sichtbar machen: Kunst trifft auf KI“ dann wäre das „Museum der Zeit“ zumindest genau das Motiv, dass dem Titel der „Verborgenen Horizonte und der Begegnung mit der Wirklichkeit“ am besten entspräche.

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