[:de]Herbstwanderung bei Ilsenburg: Ein Eldorado der Fliegenpilze[:en]Autumn hike near Ilsenburg: A paradise of fly agaric mushrooms[:]

Christina/ Oktober 3, 2024/ Alltagsgeschichten

[:de]In Ilsenburg bin ich bereits des Öfteren gewesen. Ist ja auch wirklich eine schnuckelige kleine Stadt im Ostharz mit viel Flair. Was wir allerdings diesmal im Nationalpark Harz vorgefunden haben und besonders in welcher Menge, das hat uns doch überrascht.

Wegen Überfüllung geschlossen
Zunächst gelingt es uns an diesem Sonntagvormittag nicht, einen Parkplatz im Ilsetal zu ergattern. Alles voll. Nichts zu machen. Ich wundere mich, wie viele neue Parkmöglichkeiten in den letzten Jahren hinzugekommen sind. Trotzdem, hier herrscht ein regelrechter Hype. Aber, wer weiß wozu es gut ist, dass wir am anderen Ende von Ilsenburg parken. Schließlich landen wir im Suental und finden dort einen Stellplatz. Hier ist es schön ruhig. Direkt vom Auto aus geht es bergauf in den Wald.

Still ruht der See
Wir folgen dem Suental. Neben uns verläuft der Suenbeek und verströmt gleich eine entspannte Atmosphäre. Weiter oben kommen wir an einen See. Unser erstes Ziel ist die Taubenklippe, die Nummer vier der Harzer Wandernadel. Schnell stellen wir fest, dass unser Ausgangspunkt gar nicht so schlecht ist. Im Gegensatz zum Ilsetal sind wir hier unter uns und können die Ruhe genießen. Nach einer Weile stoßen wir auf ein paar Pilzesammler. Jetzt sind wir alamiert und achten noch mehr auf den Wegesrand. Ob wir vielleicht ein paar Steinpilze entdecken? Und dann geht es los, nein, nicht mit Steinpilzen, sondern mit diesen Rotkäppchen-ähnlichen Gewächsen. Die mit dem roten Schirm und den weißen Punkten. Genau: den Fliegenpilzen. Zuerst sind es nur wenige. Wir staunen, welche Farben und Formen uns entgegensprießen. Wir schießen die ersten Fotos, zunächst nur verhalten.

Heidekraut an der Taubenklippe
Von der Würtemberger Bank geht es zur Taubenklippe. Nachdem Burkhard den Stempel einkassiert hat geht es in die Höhe. Auf der Taubenklippe wächst zartes Heidekraut. Teilweise blüht es auch ein wenig. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick auf die Umgebung. Die Herbstluft ist ja oftmals sehr klar und gibt den Blick frei. Während Burkhard noch mit der Suche nach einem GEO-Cache beschäftigt ist, steige ich langsam ab. Wieder untern, überlegen wir, wie es von hieraus weitergehen soll. Wollen wir noch zum Scharfenstein? Das erscheint uns doch ein wenig weit, zumal es bereits Nachmittag ist. Also gehen wir in Richtung Froschfelsen. Hier wartet die Stempelstelle HWN5 auf Burkhard. Aber, unterwegs erleben wir unser „rotes Wunder“. Wir kommen an einer Schneise vorbei, die voll von verschiedenartigen Fliegenpilze ist: kleine, die aussehen wir Tomaten. Angefressene, die das Gebiss des Schänders erkennen lassen. Wir sehen Pilzfamilien und welche, die sich gerade durch das Erdreich gekämpft haben. Wir sind fasziniert. Wir haben wirklich große Mühe uns loszureißen, so fasziniert sind wir von dieser Fliegenpilzstraße.

Am Froschfelsen
Schließlich wandern wir doch weiter. Wir wollen noch zum Froschfelsen. Ich habe meine Stempeljagd bereits in 2019 abgeschlossen und bin seitdem Wanderkaiserin. Nach dieser Zeit kann ich mich nicht mehr so richtig an den Froschfelsen erinnern. Allerdings hat sich durch das Fichtensterben im Harz der letzten Jahre die Landschaft auch verändert. Gut möglich, dass das in 2016 und 2018 hier noch ganz anders ausgesehen hat. Am Wanderstempel Nr. fünf angekommen, erkenne ich die Steinansammlung tatsächlich nicht wieder. Auch kan ich in der Felsformation nicht wirklich einen Frosch erkennen – zu wenig Fantasie an diesem Tag. Von hier aus wollen wir zurück nach Ilsenburg. Burkhard hat einen sehr schönen Weg ausbaldovert. Und, wie soll es anders sein, wir sehen noch mehr Fliegenpilze. Wieder entdecken wir am Wegesrand eine ganze Siedlung. Wieder wir fotografiert, was das Zeug hält. Wir probieren verschiedene Einstellungen aus und nutzen den warmen Lichteinfall des Nachmittags. Ach, es fällt uns wirklich schwer diese wunderschöne Lichtung zu verlassen.

Sonderstempel „Borkenkäferpfad“
Bevor es auf dem steilen Jägerstieg zurück nach Ilsenburg geht erleben wir noch eine Überraschung. Gerade als wir rechts abbiegen wollen sehen wir aus den Augenwinkeln einen grünen Kasten. Nanu, das wird doch nicht ein Stempelkasten sein? Aber hier ist doch gar nichts? Denkste, wir erreichen einen Sonderstempel, „Borkenkäferpfad“ ist sein Name. Da muss ich doch recht herzhaft lachen, dass man diesem kleinen aber gemeinen Schädling hier ein Denkmal gesetzt hat. Logisch, dass wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und den Kennzeichen in unserer Wanderbibel verewigen. Von dem Pfad aus geht es links auf den Jägerstieg. Das ist ein sehr schöner Weg, den ich tatsächlich auch noch nicht kannte. Unten an der Ilse angekommen, geht es linker Hand durch den Wald zurück zu unserem Ausgangspunkt in Ilsenburg. Eine tolle und sehr abwechslungsreiche Herbsttour mit vielen Überraschungen.

[:en]I have been to Ilsenburg several times already. It really is a charming little town in the eastern Harz with lots of flair. However, what we encountered this time in the Harz National Park, and especially in such quantities, really surprised us.

Closed due to overcrowding
To start, we couldn’t find a parking spot in the Ilsetal on this Sunday morning. Everything was full. No chance. I’m amazed at how many new parking spaces have been added in recent years. Still, there’s a real hype going on here. But, who knows, maybe it’s for the best that we ended up parking on the other side of Ilsenburg. Eventually, we land in Suental and find a spot. It’s wonderfully quiet here. From the car, we head straight uphill into the forest.

The lake lies still
We follow the Suental. Beside us runs the Suenbeek, immediately creating a relaxed atmosphere. Further up, we come to a lake. Our first destination is the Taubenklippe, which is number four on the Harz hiking pin system. We quickly realize that our starting point isn’t bad at all. Unlike Ilsetal, we have this place to ourselves and can enjoy the peace and quiet. After a while, we come across a few mushroom pickers. Now we’re alert and pay even more attention to the sides of the path. Could we perhaps spot some porcini mushrooms? And then it begins—not with porcini, but with those little red-capped mushrooms. The ones with the red tops and white spots. Exactly: fly agaric mushrooms. At first, there are only a few. We marvel at the colors and shapes that sprout up around us. We take our first photos, at first somewhat cautiously.

Heather at the Taubenklippe
From the Würtemberger Bank, we head to the Taubenklippe. After Burkhard collects the stamp, we climb higher. Delicate heather grows on the Taubenklippe, and some of it is even blooming a little. From up here, we have a wonderful view of the surroundings. Autumn air is often very clear, giving us a perfect view. While Burkhard is still searching for a geocache, I slowly make my way down. Once back at the bottom, we consider what to do next. Should we head to the Scharfenstein? That seems a bit far, especially since it’s already afternoon. So we decide to head toward the Froschfelsen. Here, stamp station HWN5 is waiting for Burkhard. But on the way, we experience our “red wonder.” We come across a clearing full of various types of fly agaric mushrooms: small ones that look like tomatoes, partially eaten ones showing the teeth marks of their destroyer. We see mushroom families and others just emerging from the earth. We are fascinated. It’s really hard for us to tear ourselves away, we’re so captivated by this fly agaric pathway.

At the Froschfelsen
Eventually, we continue onward. We still want to reach the Froschfelsen. I completed my stamp hunt back in 2019 and have been a „Wanderkaiserin“ (hiking queen) ever since. After all this time, I can hardly remember the Froschfelsen. However, the landscape has also changed due to the spruce die-off in the Harz in recent years. It’s quite possible that it looked completely different here in 2016 and 2018. When we reach hiking stamp number five, I don’t recognize the rock formation at all. And I can’t really see a frog in the rock formation either—too little imagination today. From here, we want to head back to Ilsenburg. Burkhard has scoped out a very beautiful path. And, as if it couldn’t be otherwise, we see even more fly agaric mushrooms. Once again, we discover a whole colony by the roadside. Once again, we take loads of pictures, trying out different settings and making the most of the warm afternoon light. Oh, it’s really hard for us to leave this beautiful clearing behind.

Special stamp „Bark Beetle Path“
Before we head back down the steep Jägerstieg to Ilsenburg, we encounter one more surprise. Just as we’re about to turn right, we spot a green box out of the corner of our eye. Wait, could that be a stamp box? But there’s nothing here, is there? Well, we reach a special stamp—its name is “Borkenkäferpfad” (Bark Beetle Path). I have to laugh heartily at the fact that a monument has been dedicated to this small but notorious pest here. Of course, we don’t miss the opportunity to stamp our hiking book. From the path, we turn left onto the Jägerstieg. It’s a beautiful trail that I didn’t even know about. When we reach the Ilse at the bottom, we follow the forest to the left, back to our starting point in Ilsenburg. A wonderful and very varied autumn hike with many surprises.

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