[:de]Sarrazin oder Sarazen?[:en]Sarrazin or Saracen?[:]

Christina/ Oktober 6, 2010/ Kultur

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Das liegt doch einfach auf der Hand oder besser auf der Zunge: Die Ähnlichkeit zwischen dem Namen eines Deutschen, who became infamous, wie der Engländer sagen würde und den Sarazenen, einem arabischen Volksstamm, der bereits den Kreuzrittern trotzte und wohl auch zu dieser Zeit – dem düsteren Mittelalter – bekehrt werden sollten. Versucht man Ähnliches mit dem Muslimen in Europa? Honi soit qui mal y pense? Schon merkwürdig, dass ein Namensvetter eines mittelalterlichen arabischen Volkstammes nun gegen die Integrationsmüdigkeit der Muslime in Deutschland wettert.

Ob es sich überhaupt lohnt über Aussagen Sarrazins von fragwürdigem Gehalt wie: Sarrazin erklärt in einem Interview, Araber und Türken hätten „keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel“ zu diskutieren, sei dahingstellt. Viel schwerwiegender ist, dass solche Aussprüche über die Medien ein Forum erhalten und so erst die Chance haben aus den Gehirnwindungen alter Männer in das gleißende Licht der Öffentlichkeit zu treten.

Kaum hat die Debatte über den nicht integrierbaren Muslim in Deutschland oder Europa wieder begonnen, stürzen sich die mit sonst sinkenden Auflagen kämpfenden Magazine wie der Focus „Zwangsverheiratet“ (Nr. 37/10, 13. September 2010) mit Begeisterung auf das Thema.

Die Frage, die mich dabei beschäftigt ist, kann das Interesse der Deutschen am Schicksal der europäischen Muslima – Stichwort: Kopftuch-, Nikab-, Burka- oder Tschadordebatte – wirklich so groß sein? Geht es dabei wirklich darum, unterdrückten Frauen zu einer Stimme zu verhelfen? Sind es Berichte wie der aus der „Neuen Züricher Zeitung“ (NZZ) „Applaus aus Kairo für das Nikab-Verbot“ (NZZ, Nr. 228 vom 01.10.2010, Seite zwei), in dem ein ägyptischer Islamwissenschaftler und -gelehrter der renommierten Al-Azhar-Museum das französische Gesichtsschleier-Verbot befürwortet, die wir lesen wollen?

Und wo waren/sind die entsetzen Augenzeugenberichte, Bestseller und Aufschreie aus der Republik bei Themen wie „Mitgiftmorde“, die an Hindu-Frauen verübt werden, den Greueltaten und Vergewaltigungen von muslimischen Frauen während des Jugoslawienkriegs oder den Massenvergewaltigungen von Frauen im Kongo? Alles nicht unser „Claim“, weil es sich nicht in unserer Mitte, in Deutschland abspielt und uns direkt bedroht? Gut, was ist dann mit diesen Zahlen: 40% der Frauen in Deutschland haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt, 25% der in Deutschland lebenden Frauen haben Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt (häusliche Gewalt) und Gewalt gegen Frauen wird überwiegend durch Partner oder Expartner und im häuslichen Bereich verübt. Auch kein Thema? Was ich damit sagen will: Lieber erstmal vor der eigenen Haustür kehren, bevor man andere belehren will. Und was die verzerrte und einseitige Darstellung der Medien anrichten kann, haben wir eindrücklich bei der Hochwasserkatastrophe in Pakistan erlebt: Plötzlich war der deutsche Spendeheld gebermüde geworden und große deutsche Fernsehsender weigerten sich zunächst Spendengalas auszustrahlen. Ich frage mich, ob manch‘ Bürger überhaupt weiß, welche Kriege und Ungerechtigkeiten mit seinen Steuergeldern finanziert werden. Schon einmal darüber nachgedacht..?

Oder wird der Vergleich deutlicher, wenn wir des Deutschen liebste Ferieninsel bemühen, die er seit Jahren zum 17. Bundesland umzufunktionieren versucht oder wie ist das mit dem integrationsunwilligen Deutschen?

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It is obvious: the similarity between the name of a german who became infamous recently and the saracens, an arabic tribe which has already defied the cruisaders and which should have been converted to christianity at that time. Is somebody trying a similar attempt to the muslims in Europe? Honi soit qui mal y pense? It is remarkable though that a namesake of a medieval arabic tribe is just now ranting against the lack of willigness of muslimes to integrate into the German culture and lifestyle.

If it is even worth discussing such questionable statements of Sarrazin like Sarrazin explains in an interview that „Arabs and Turks did not have any productive function other than trading fruits and vegetables“ is hard to say. However, it is much worse that such testimonies get an open forum through the mass media and thus have a chance to get out of an old’s man brain into the glittering light of the public.

The debate about not integrable muslims had barely started in Germany or Europe when magazines struggeling against decreasing circulation just jumped at the topic with „Zwangsverheiratet“ (Nr. 37/10, 13. September 2010).

The question that bothers me is whether the interest in the fate of European muslims – keywords: headscarf-, niqab-, Burqa- or chador debate – is really that big? Is it really about giving surpressed women a voice? Is it news like the article from the „Neuen Züricher Zeitung“ (NZZ) „Applaus aus Kairo für das Nikab-Verbot“ (NZZ, Nr. 228 vom 01.10.2010, Seite zwei), where egyptian islamicists and – academics of the renowned Al-Azhar-Mosque support the french ban of the niqab that we want to read?

And where have all that horror-stricken eye-witness account, bestseller and outcries from the republic with topics such as „dowry murder“, killing Hindu-women, the raping of muslim women during the war in Yugoslavia or the mass rapings of women in Congo? That’s just not our beer because it is too far away, out of sight? Well, how about these figures then: 40% of all women in Germany suffered from physical or sexual abuse from the age of sixteen, 25% of all German women suffered from violence through current or former partner (domestic violence) and violence against women is often praticed by the partner or former partner and is carried out at home. Still not an issue? What I mean is: mind your own business first before you start instructing others. And concerning the distorted and single-edged description of the media can cause became visible during the floodwaters in Pakistan: suddenly the German donation hero became stingy and big German TV stations refused to aire fundraising galas. I wonder if anybody has a right idea about what taxes are spent for and what kind of wars and injustices are financed by it. Did you think about it lately..?

Or is the comparison more obvious if we talk about Germany’s most favourite vacation island Mallorca, also called the seventieth federal state of Germany and how about the German not willing to integrate into that culture?

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