Christina/ Juli 21, 2019/ Kultur

Polen ist ein Wanderparadies – Punkt. Wir waren absolut begeistert von den Panoramen und vor allen Dingen von der extrem guten Ausschilderung, egal, ob im Riesengebirge, in der Hohen Tatra oder in den – abgelegenen – Waldkarpaten. Hier macht es richtig, richtig Spaß zu wandern und es gibt so viele Ziele, die das passionierte Wanderherz richtig höher schlagen lassen. Die Schneekoppe ist sicherlich mehr ein „Must See“ als dass der Weg dorthin besonders spannend oder schön wäre. Aber toll ist es dann doch, wenn man oben auf dem geteilten Gipfel steht, mit einem Bein in Polen mit dem anderen in Tschechien. Mein Tipp: Hoch wandern und herunter die Seilbahn von der kleinen Schneekoppe nehmen.

Unglaubliche Panoramen

Die Hohe Tatra ist eine ganz andere Nummer. Auch, wenn Zakopane bereits im Juni picke-packe voll (mit Polen) ist, so sind die Wanderwege, sei es zum Kapersky Wierch oder die herausfordernde Fünf-Seen-Tour, ein Traum. Aber Vorsicht: Der Weg zum Meeresauge (Teil der Fünf-Seen-Tour) ist SEHR voll. Es lohnt sich, Zeit und Kraft zu sparen, indem man vom Parkplatz mit dem Pferdewagen zum Meeresauge fährt, dann zum schwarzen See wandert (anstrengend!) und anschließend zur höchsten Berghütte Polens und damit eine Kammüberschreitung macht. Eins sei verraten: Wir haben ab dem Parkplatz ALLES zu Fuß gemacht und haben laut Wanderapp 25 km und 1.400 HM zurückgelegt und jeder Meter war es wert. Eine absolut unvergessliche Tour mit gigantischen Aussichten und perfektem Wetter.

Das polnische Dreiländereck

Ein weiteres Wanderhighlight sind die Waldkarpaten. Nicht nur die Kammwanderungen sind sehr schön, nein, ich empfehle ganz konkret die Wanderung zum Dreiländereck Polen-Ukraine-Slowakei und damit in den östlichsten Zipfel Europas. Absolut unvergesslich. Wieder haben wir uns ein Mammutprogramm vorgenommen: 25 km und 1.400 HM und wieder sind wir absolut begeistert. Wir starten auf dem Parkplatz Przelecz Wyznianka und gehen zunächst auf den Wielka Rawka. Von dort aus geht es zum Kremenenz an die Grenze zwischen Polen, Ukraine und der Slowakei. Von dort wandern wir nach Ustrzyki Gorne, wo wir uns eine Kaffeepause gönnen. Zurück wandern wir über die Poloninan Carynska, ein Hammer bei diesem Wetter. Wir lassen den Tag im Restaurant Wolfshöhle – auf polnisch Wilcza Jama – bei Dwernik ausklingen. Mein Tipp: Unbedingt bis zum Betriebsschluss um 20 Uhr bleiben, dann tritt der redselige Restaurantbesitzer auf den Plan und gibt seine Räuberpistolen zum Besten!

Eine Oblate ist eine Person!

Ganz zum Schluss hat es uns in die Heiligkreuzberge gezogen. Sicherlich keine wandertechnisches Highlight, aber trotzdem noch interessant. Lohnenswert ist der Besuch des Oblaten-Ordens, das sind Männer, die einen vor den Gefahren bewahren können, Angestellter zu werden:-) Dafür nimmt die katholische Kirche hier aber sogar einen Obulus für den Toilettengang. Alles für den heiligen Zweck bzw. der Zweck heiligt die Mittel? Das müsst ihr bei einem Besuch am besten selbst beurteilen.

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