Christina/ Juli 21, 2019/ Kultur

Denkt man an den Süden Polens und an besuchenswerte Städte, klar, dann denkt man als erstes an Krakau. Zu Recht, natürlich. Das spiegelt sich auch in den hohen Touristenzahlen in der Stadt wieder. Und richtig: Krakau hat viel zu bieten, tolle Sehenswürdigkeiten, ein lebendiges Kulturleben und gutes Essen. Beste Voraussetzungen also, um viele Menschen anzulocken. Aber nicht nur Krakau ist ein Besuch wert, wie ich hier zeigen werde.

Breslau

Ein weiteres, lohnenswertes Ziel ist zum Beispiel Breslau. Die Stadt liegt nicht so weit von der deutschen Grenze entfernt und hat (als Studentenstadt) einiges zu bieten. Breslau, auf polnisch Wroclaw, war in 2016 Europas Kulturhauptstadt. Dreh- und Angelpunkt des touristischen Interesses ist der Ring, der Rynek, mit seinem wunderschönen Rathaus und Bürgerhäusern aus dem Barock. Wir erreichen die Stadt mit dem Zug und stellen fest, dass bereits das Bahnhofsgebäude im tudor-gotischen Stil, sehenswert ist. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Salzmarkt, unweit des Rynek, das jüdische Viertel, das sich nunmehr inmitten eines hippen Szeneviertels befindet und trendige Lokale zu bieten hat. Auch die Dominsel, mit ihren Schätzen der katholischen Kirche, lohnt einen Besuch. Auch wenn man sich fragt, wer wohl diesen ganz Pomp bezahlt (hat).

Das Riesengebirge

Auf dem Weg von Breslau in das Riesengebirge lohnt sich die Besichtigung von Jelenia Gora (Hirschberg). Abends wird es auf dem Marktplatz sehr lebendig, alle sitzen draußen und genießen (wenn es so ist) das schöne Wetter bei einem guten Essen und einem kühlen Bier. Jelenia Gora ist auch ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug in das Hirschberger Tal. Eine absolute Empfehlung. Wer die Schlösser an der Loire kennt, wird das Hirschberger Tal lieben.

Zwischen Breslau und Krakau lohnt sich ein Abstecher nach Gleiwitz (Gliwize). Wie immer ist es auch hier der Rynek (Marktplatz), der den Besuch lohnt. Er ist nicht besonders prächtig oder groß, aber das „Grand Café“ am Marktplatz ist meine Empfehlung: tolles Interieur, sehr guter Kuchen und Kaffee.

Die Waldkarpaten

In den Waldkarpaten empfehle ich den Besuch von Sanok, nicht wegen der Stadt, sondern wegen des Freilichtmuseums Skansen. Wer sich für die Geschichte des Landes und die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen interessiert, findet hier ein sehr gut gemachtes und interessantes Museum. Mein Tipp: Wer in Polen gutes Körnerbrot vermisst, sollte sich in Skansen ein frischgebackenes Sauerteigbrot kaufen – köstlich.

Eine Überraschung waren für uns die Städte Rzeszów und Kielce. Wer es ursprünglich, weniger touristisch und dennoch kulturell und kulinarisch interessant mag, dem lege ich beide Orte ans Herz, hier kann man – natürlich mit Abstrichen – das wirkliche polnische Leben kennenlernen. In Kielce ist das Nationalmuseum, ein ehemaliges Benediktinerkloster, eine wirklich Überraschung.

Eine letzte Station auf dem Weg zurück nach Breslau ist Oppeln, polnisch Opole. Unserer Meinung nach, muss man die Stadt nicht unbedingt gesehen haben. Sicherlich verfügt auch sie über einen netten Marktplatz und ein paar schöne Gebäude. Die Sehenswürdigkeiten sind jedoch SEHR überschaubar.

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