Christina/ Februar 23, 2019/ Kultur

Frühling im Winter

Dass es sich auch am Harzrand gut wandern lässt, hatten wir bereits aus unserer letzten Tour von Vienenburg zum Kloster Wöltingerode festgestellt. Die Etappen Harly-Turm und Kräuter-August-Höhle waren uns noch gut im Gedächtnis. Am letzten Sonntag wollten wir unsere Erkundungen auf dem Harzer Klosterwanderweg noch ein wenig erweitern. Wir starten wieder in Vienenburg. Sind wir vor zwei Wochen noch durch den Schnee gestapft, so genießen wir diesmal strahlenden Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. Die erste Etappe führt uns wieder nach Wöltingerode. Nicht die Brennerei steht diesmal im Fokus sondern das Damwild. Von Wöltingerode wandern wir über Immenrode nach Graufhof und bewundern die Klosterkirche St. Georg. Über die Stadtteile „Jürgenohl“ und „Georgenberg“ erreichen wir schließlich die Innenstadt von Goslar. Mit der Bahn geht es zurück nach Braunschweig.

Platzhirsch

Als wir am Bahnhof ankommen liegt der Vienenburger See mit glatter Oberfläche strahlend vor uns. Ein paar verschlafene Enten sonnen sich auf einem Steg. Kurz vor dem Kloster Wöltingerode genießen wir auf einer Anhöhe unser Frühstück. Die Wintersonne hat bereits Kraft und wärmt unser Gesicht und Glieder. Wir schlendern über das Klostergelände und bleiben am Tiergehege hängen. Leider hatte ich meine Bilder vom letzten Ausflug vesehentlich gelöscht. Nun habe ich den Damhirsch im Visier. Leider will das Wild nicht so, wie ich will. Da kommt uns der Zufall zur Hilfe. Spaziergänger mit Kastanien im Gepäck nähern sich dem Gehege. Keine Minute später sind die Tiere vor meiner Kamera. Besonders der Damhirsch setzt sich dabei immer wieder in Szene. Nach der Fotosession schauen wir uns nach dem Weg zum Kloster Grauhof um. wieder haben wir Glück. Wir treffen eine nette Dame, die den Klosterwanderweg aus eigener Erfahrung kennt. Über Wald, Wiesen und Feldmark geht es zunächst nach Immenrode. Von dort ist es ein Katzensprung zum Gut Graufhof.

Lamas in Grauhof

Wir staunen nicht schlecht als wir gegenüber vom Klostergelände Lamas entdecken. Ein anderes Pärchen amüsiert sich bereits bestens über die possierlichen Tierchen, da schließen wir uns an. Der Glanzpunkt von Grauhof ist sicherlich die Klosterkirche St. Georg. Die Barockkirche wurde in zehn Jahren erbaut, zwischen 1701-1711. Die Treutmann-Orgel stammt aus dem Jahr 1737 und ist schon alleine durch seine Größe beeindruckend. Besonders der Klang, so lesen wir, hat die Orgel wohl über Graufhof hinaus bekannt gemacht. Wir sind mal wieder davon begeistert, was es alles in unserer Umgebung gibt.

Die nächsten Klosterabenteuer wartet schon

Auf dem Weg nach Goslar werfen wir noch einen Blick auf den, leider etwas verfallenen, Klosterfriedhof. Mit Staunen lese ich nach, dass der Friedhof des Klosterguts Graufhof seit 1966 unter Landschaftsschutz steht. Das sieht man ihm wirklich nicht an. Alte Stieleichen dominieren den ehemaligen Gutswald. Zahlreiche Vogelarten finden in den Baumhöhlen einen hervorragenden Nistplatz, den Spechte zuvor gezimmert haben.

Entspannt geht es über die Stadtteile „Jürgenohl“ und „Georgenberg“ zum Bahnhof nach Goslar. Bei einem gemütlichen Kaffee lassen wir diese herrliche Tour ausklingen und genießen noch ein wenig den Frühling im Winter. Dabei planen wir schon den nächsten Abschnitt: Von Ilsenburg nach Vienenburg. Natürlich wieder auf dem Klosterwanderweg.

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