Christina/ Mai 28, 2011/ Kultur

Karam Khella - Der Vortragende des Abends

Karam Khella - Der Vortragende des Abends

Maat als Prinzip der Gerechtigkeit, unter dieses Motto hatte Prof. Dr. Karam Khella seinen Vortrag angekündigt mit den Worten „Aufstand der arabischen Völker für Freiheit“ am vergangenen Donnerstag (26.05.2011) stellen wollen. Das Prinzip „Maat“ dürfte nicht der einzige ungeklärte Begriff des Abends gewesen sein.

Prof. Dr. Karam Khella, wurde 1934 in Asjut, Ägypten geboren. Seines Zeichens eremitierter Professor, lehrte er in Deutschland und an zahlreichen europäischen und außereuropäischen Universitäten. Khella vertritt eine Vielfalt von Fächern, insbesondere Geschichte, Philosophie und Wissenschaftstheorie. Herr Khella ist also durchaus kein unbeleckter Vortragender zum beschriebenen Thema. Trotzdem gelang es ihm während seines 50 minütigen Vortrages zu keiner Zeit weder ein klares Bild der Lage in den arabischen Ländern zu geben, noch, wie in der Einladung vom Vortrag angekündigt, Motive, Zusammenhänge, Hintergründe, Besonderheiten, Perspektiven, nachvollziehbar darzustellen.

Als wesentlich gelungener erwies sich die anschließende Diskussion, was allerdings wiederum nicht dem Referenten sondern dem interessierten und gut informierten Publikum zu verdanken war. Die Veranstalter, das Braunschweiger Friedenszentrum, bezeichnete diesen Umstand sogar mit dem prägnanten und für Khella wenig schmeichelnden Satz: „Das Publikum sei in seinen Ausführungen konkreter als der Referent“.

Zunächst für alle, die sich bereits fragen, was denn nun „Maat“ sei, findet sich hier eine ausführlichere Erklärung. Es geht also im Wesentlichen um die Ausgewogenheit der Kräfte. Vielleicht naturgemäß, weil er selber aus dem Land stammt, konzentrierte Khella seine Ausführungen auf die Vorgänge in Ägypten. Einführend bezeichnet Khella den arabischen Frühling als „einzigartiges Ereignis, weil es aus dem Volk heraus ohne Einmischung von Parteien etc.“ heraus passiert sei. „Weltgeschichtlich, so Khella weiter, finde sich keine Parallele“.

Perspektivisch mahnte Khella an, dass „den Völkern nicht die Freiheit (vom Westen – Anm.d.A.) gelassen werde, sich zu entfalten und einen eigenen demokratischen Weg zu finden“. Als Prognos wagte Khella die Aussage, dass „das Denken der Menschen sich ändern werde, weil sie erkannt haben, dass sie etwas bewegen können“. Die Menschen machten Geschichten, die Revolution fände vor allen Dingen in den Köpfen statt, erinnerte Khella immer wieder.

Und, so schloss er, die Revolution werde sich weiter ausbreiten und das nicht nur in der arabischen Welt. Die momentanen Konflikte in Griechenland und Spanien sah er als Ausläufer der arabischen Revolution und als Bestreben der Bevölkerung das alte System zu entfernen bzw. sich dagegen aufzulehnen.

The need for detailed information on the situation in Libya and Syria however remaind unsatisfied. As a fatal error one has to describe the – maybe this was unreflected in the heat of the debate – comment on Syria that there is no alternative to the regime of Bashir al-Assad. A statement that lead to a justified and comprehensible uproar within the audience. In a impassionate plea a participant summarized his lack of understanding with the words: „Syria encompasses over 20 Mio. inhabitants. There must be at least more than one person who is able to rule the country.“ There is nothing to be added.

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