Christina/ September 4, 2009/ Kultur

Man kann über den politischen Ansatz des lybischen Staatschefs Muammar al-Gaddafi sagen was man will, aber mangelnde Kreativität kann man ihm wohl nicht vorwerfen. Wie Welt Online am vergangenen Dienstag meldete, baut sich der Revolutionsführer aus der Wüste wohl zum 40. Jahrestag der Machtübernahme sein eigenes Auto.

Da mag angesichts der abgelaufenen Abwrackprämie in Deutschland zunächst Neid aufkommen. Ölvorkommen und besonders die Einnahmen aus denselbigen heißt hier das Zauberwort für die Freiheit tun und lassen zu können, was man möchte.

Aber, wer ist dieser Gaddafi überhaupt, der regelmäßig ein halbes Jahr im Beduinenzelt in der lybischen Wüste verbringt? Genauer gesagt in Sirte, die Region Lybiens, aus der der Verfasser des umstrittenen „grünen Buches“ stammt. Enfant terrible der Weltbühne oder Aufschneider?

Fakt ist, dass sich Gaddafi wie fast kein anderer Politiker seit nunmehr 40 Jahren an der Macht hält. Nur der kubanische „máximo líder“ Fidel Castro kann zwei Jahr mehr für sich in Anspruch nehmen. Wir erinnern uns: Lange Zeit war der Kontakt der Westlichen Welt zum lybischen Revolutionsführer ein absolutes „no go“. Besonders nach dem Lockerbie-Attentat schien Gaddafi ins politische Abseits gerückt worden zu sein. Allerdings nur solange bis die Probleme durch die Einwanderung von Schwarzafrikanern nach Europa zum dringenden Problem zu werden drohten. Sogleich vergaßen die EU-Größen die alten Sünden des afrikanischen Staatschefs und sprachen sogar von Rehabilitation! Sogar zum Mitglied des UN-Sicherheitsrates hat er es geschafft! Nun, wenn man das nicht Karriere machen nennt!

Gaddafi mag ein ‚bunter Hund‘ sein und ein unbequemer dazu. Trotzdem: Er ist sich in den letzten 40 Jahren treu geblieben und im Gegensatz zu den Genossen Saddam Hussein und Jassir Arafat noch am Leben.

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