Vom Innerste-Radweg bis tief in den Wald – eine Tour mit ungeplantem Finale

Christina/ Juli 29, 2026/ Alltagsgeschichten

Mittlerweile bin ich öfter mit dem MTB und elektrischer Unterstützung unterwegs. Eigentlich geht das nicht, weil ich es ja immer aus eigener Kraft schaffen möchte. Was ist also passiert? Naja, nachdem ich einmal auf einem E-MTB gesessen habe und die Berge nur so herauf- und heruntergeblasen bin, naja, seitdem, ihr ahnt es vielleicht bereits, bin ich einfach angefixt. Es macht verdammt viel Spaß mit Speed eine Anhöhe in Angriff zu nehmen. Plötzlich sind doch einige Höhenmeter mehr und damit anderen Strecken im Harz möglich. Ist einfach cool. Also, ein paar Strecken haben wir bereits im Harz ausprobiert. An diesem Sonnabend wollen wir den Innerste-Radweg in den Angriff nehmen. Dieser folgt der alten Bahntrasse der ehemaligen Innerstetalbahn. Und wie Vieles im Harz hing auch diese Bahn mit dem Abtransport aus den Bergwerken zusammen. Leider ist die Strecke, die eigentlich von Langelsheim nach Altenau führt, nur bis Wildemann ausgebaut. Zwischen Wildemann und Clausthal-Zellerfeld ist sie unterbrochen. Deshalb wollen wir aus der Tour einen Rundweg machen und über Bad Grund bzw. den Iberger Albertturm den Rückweg gestalten.

Viel los zwischen Langelsheim und Wildemann
Unser Auto parken wir in einem Wohngebiet in Langelsheim. Hier wollen wir an diesem herrlichen Sonnabendmittag unsere Tour starten. Der Einstieg ist recht einfach zu finden, schnell verlassen wir den Asphalt und tauchen in den Wald Richtung Granestausee ein. Der Radweg ist hier asphaltiert und gut ausgebaut, aber auch recht schmal. Wir sind erstaunt, wie viel heute auf der Strecke los ist. Nicht nur Biker jeglicher Couleur – Rennradfahrer, Mountainbiker, Trekkingradfahrer -, sondern auch Wandergruppen sind hier unterwegs. Und leider sind auf Seiten der Radfahrer und Drängler und Raser dabei.

Vorsicht freilaufende Vollpfosten
Die Strecke fliegt nur so dahin, schnell haben wir den Bergbauernhof „Klein Tirol“ in Wildemann erreicht. Neben dem Hofcafé wird vor „Freilaufenden Vollpfosten“ gewarnt. Eine lustige Idee, wie wir finden. Wir lernen die beiden fröhlichen Ziegen des Hofes kennen und machen eine Fotosession auf einem Holzpferd. Naja, ein bisschen Spaß muss ja bekanntlich sein! Leider müssen wir an dieser Stelle den offiziellen Radweg verlassen. Auf der Straße fahren wir zunächst durch den Ort Wildemann, biegen dann aber schnell wieder in Wald ab und nehmen Kurs auf den Iberger Albertturm. Hier geht’s ganz schön steil den Berg hoch, aber ist ja kein Problem, ich habe ja elektrische Unterstützung unterm Hintern:-)

Kalkwerk Münchehof
Bevor wir den schönen Biergarten am Albertturm erreichen, biegen wir zu einem Aussichtspunkt ab und werfen einen Blick auf das Kalkwerk Münchehof. Zwei Informationstafeln bieten Einblicke in den Tagebau Winterberg. Das Unternehmen Fels, das den Bergbau betreibt, hat auch die Instandsetzung des Iberger Albertturm unterstützt. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Hier hat man nicht nur auf 55 Metern Höhe einen schönen Ausblick, sondern kann sich auch ein herrliches Päuschen im schönen Biergarten gönnen.

Auf und ab auf dem Rückweg
Nach der Rast befragen wir unser Handy bzw. unseren Routenplaner nach einem schönen Rückweg. Über Stock und Stein und manchmal auf dem Försterstieg geht es zum „Grünen Platz„. Von hier aus drehen wir noch eine ziemliche Runde im Wald bis wir schließlich wieder in Wildemann landen und von dort erneut auf dem Innerste-Radweg zur Granetalsperre zurückfahren. Unser nächstes Ziel ist das Hotel Berghof am See in Langelsheim. Uns war gar nicht bewusst, dass es ein Hotel hoch über dem Granestausee gibt. Wir setzen uns auf die schöne Terrasse, bestellen ein kühles Getränk und genießen den Ausklang dieser schönen Tour.

Lost im Liebenburger Wald
Auch am nächsten Tag sind wir auf dem Welterberadweg (Innersteradweg) teilweise unterwegs. Wir starten recht früh, da es gegen Nachmittag Regen geben soll. Unser Startpunkt ist der Ort Dörnten (gleich neben Kunigunde:-). Hier parken wir beim Sportplatz, laden die Räder ab und los geht’s. Wir verlassen Dörnten und fahren in Richtung Heißum. Es geht wirklich über Stock und Stein, sodass uns schon ein wenig schummrig wird. Nach einer Weile erreichen wir den Mäusebrunnen, einen recht schönen Platz mitten im Wald. Und wir entdecken noch mehr an diesem Tag. Vorbei an einem Jägerstützpunkt und über ein paar Feldwege landen wir an der ehemaligen Grube Fortuna bei Döhren. Neben einer Informationstafel zur Geschichte der Grube gibt es hier auch eine Streuobstwiese vom NABU, die allerdings etwas vernachlässigt ist.

Auf dem Hausmannsturm von Liebenburg
Wir folgen dem Fahrradweg nach Liebenburg, der durch den Wald(rand) führt und steuern unser nächste Ziel an, das ehemalige Schloss Liebenburg mit seinem Hausmannsturm. Ganz schön steil, aber mit elektrischer Unterstützung geht`s. Wir klettern auf den Hausmannsturm und genießen den herrlichen Blick über Liebenburg. Jetzt zieht sich langsam aber sicher der Himmel zu, sodass wir schnell weiter nach Othfresen wollen, unsere nächste Etappe. Nur, da kommen wir fast nie an, also jedenfalls nur über einen riesigen Umweg. Wir verlassen Liebenburg in Richtung Othfrese oder meinen das jedenfalls. Wir biegen rechts in die Straße zum Freibad ab, die weiter geradeaus in den Wald führt. Tja, und das wird uns fast zum Verhängnis.

Lost im Liebenburger Wald
Wir folgen der Ausschilderung nach Othfresen, müssen dann aber wohl irgendwo falsch abgebogen sein. Eine ganze Zeit lang fahren wir kreuz und quer, rauf und runter, drehen uns dabei gefühlt irgendwie im Kreis. Nach einer Weile und etwas genervt entschließen wir uns dazu, beim Golfplatz abzubiegen und uns neu zu orientieren. Zu der Zeit meinen wir immer noch in der Nähe von Liebenburg bzw. Othfresen zu sein. Weit gefehlt. Als wir etwas verwirrt auf dem Golfplatz stehen werden wir von einem netten golfenden Ehepaar angesprochen, die uns versichern, dass wir über den Platz direkt in den Wald fahren können. Vorsichtig fahren wir den Berg hoch und hoffen, keinen Ball an den Kopf zu bekommen. Im Wald angekommen fahren wir nach rechts und landen schließlich zu unserer großen Verwunderung beim KZ-Außenlager in Salzgitter-Bad. Wie um Himmels Willen sind wir den hier gelandet?

Im Wettlauf mit dem Regen nach Dörnten
In Salzgitter-Bad fängt es an zu tröpfeln. Hm, das kann jetzt eng werden, zumal wir keine Regensachen dabei haben. Wir orientieren uns also neu und treten ordentlich in die Pedale. Nach einiger Zeit erreichen wir dann über den Ortsteil Gitter und den Schäferstuhl tatsächlich Othfresen. Noch hält sich das Wetter so einigermaßen. Es nieselt immer wieder mal. Von Othfresen geht es dann wieder über Feldwege nach Dörnten. Kurz vor unserem Ziel wird der Niederschlag stärken und wir verstärken nochmals unser Tempo. Wir erreichen gerade noch rechtzeitig unser Auto als dann ein richtiger Schauer auf uns niederprasselt. Das ist gerade noch einmal gut gegangen;-)

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