Kein Schatz am Silbersee: Zwischen Bergpark und Habichtswald
Kassel-Wilhelmshöhe kannte ich bisher nur vom Vorbeifahren, also mit dem Zug. Ist halt eine ICE-Haltestelle. Zum Schloss und zum Bergpkark wollte ich immer mal gerne. Jedoch war mir gar nicht bewusst, wie viel es dort zu sehen gibt. Besonders die vielen schönen Wanderwege, die vom Bergpark in den Habichtswald führen, haben mich positiv überrascht. Für uns sollte es heute also nicht nur zum Schloss Wilhelmshöhe, der Löwenburg und dem Herkules-Denkmal gehen, nein auch eine Wanderung zum Silbersee stand auf dem Programm. Der beherbergt zwar, anders als bei Karl May, keinen Schatz, aber es glitzert immerhin auf der Oberfläche.
Start bei grauem Wetter
Der Himmel zeigt sich an diesem Sonnabendmorgen leider verhangen. Dazu weht ein auffrischender Wind. Die Wetter-App aber macht uns Hoffnung für unseren Ausflug. In Kassel soll sich spätestens gegen 10 Uhr die Sonne zeigen. Na also. Auf der Autobahn ist es heute ziemlich voll, was mich etwas überrascht, da ja Ferienzeit ist. Kurz vor 11 Uhr erreichen wir unser Ziel, den Großparkplatz Schloss Wilhelmshöhe. Mit 5 Euro Gebühr für den ganzen Tag sind wir dabei. Und siehe da, ganz pünktlich zu unserer Ankunft zeigt sich auch die Sonne das erste Mal.
Am Ende des Parkplatzes kommen wir zunächst an Hensel`s Bergpark Café vorbei – das hat geschlossen. Den Grund dazu kann man sich laut Aushang aussuchen:-) Dann werfen wir einen Blick auf die Infotafel für die Besucher und verschaffen uns ein wenig Orientierung über das Gelände. Es geht zunächt hinauf in den Bergpark. Der Weg führt geradezu zum Schloss Wilhelmshöhe. Das lassen wir zunächst rechts liegen, gehen durch den Rosenpark vorbei an einem See mit unendlich vielen Seerosen und biegen dann links ab, um zur Löwenburg zu gelangen. Hier fängt die erste Steigung an.
Kurfürst Wilhelm I
Wir gehen in den Innenhof und entdecken, dass die Burg nur mit einer Führung besichtigt werden kann. Wir überlegen uns also ein Tagesticket zu kaufen, dass sowohl für die Burg als auch für das Schloss gilt. Wobei z.Zt. 4 Euro extra gezahlt werden müssen, da derzeit im Schloss eine Rembrandt Ausstellung gezeigt wird. Frohen Mutes gehen wir zur Kasse, nur um dann mitgeteilt zu bekommen, dass wir ohne Reservierung nicht mehr zur Führung zugelassen werden. Gut, dann eben nicht. Der redegewandte Angestellte verrät uns jedoch, dass wir uns stattdessen den kostenfreien Film zur Burg anschauen könnten. Warum nicht? So lernen wir immerhin einiges über Kurfürst Wilhelm I, der zunächst als Landgraf Wilhelm IX. (1785) regierte und ab 1803 als erster Kurfürst.
Derart erleuchtet nehmen wir wieder unseren Wanderweg auf in Richtung Herkules, dem monumentalen Bau ganz hoch im Park. Der Gang von der Löwenburg zur 70 Meter hohen Kuperstatue hat es in sich. Es geht ganz schön steil hinauf. Am Standbild selbst ist schon einiges los. Von hier oben hat man einen fantastischen Blick auf die große Kaskade und das Umland. Das müssen wir erst einmal auf uns wirken lassen. Da ist ein kleines Mittagspäuschen genau das richtige.
Der Silbersee im Habichtswald
Wieder gestärkt geht es auf in den Habichtswald. Hier ist zunächst eine hohe Sitzbank die Attraktion bevor es über eine Wiese mit Galloways tiefer in den Wald geht. Nach einen Auf- und ab, mal über breite Schotterwege, mal über schmale Pfade, erreichen wir den Silbersee in der Gemeinde Habichtswald. Hier wurde einst Basalt abgebaut, der Stoff aus dem z.B. die mächtige Anlage rund um den Herkules gebaut wurde. Entstanden ist der Basalt durch Vulkanausbrüche. Einen Schatz können wir hier zwar nicht bergen, aber dafür glitzert es schön auf dem See.
Zum Abschluss geht es in den Herkulesblick
Vom Silbersee geht es nochmals vorbei am nackigen Herkules und zunächst zum Biergarten an der Löwenburg. Bei einem kühlen Getränk planen wir den Abend. Wir möchten noch schön essen gehen und haben uns dazu – bereits zuhause – die Herkules Terrassen ausgesucht. Aber es ist wie verhext, wir finden das Lokal einfach nicht. Und zu allem Unglück haben wir auf der Ehlener Straße einfach kein Internet! Wir sind geschockt. Aber, wir haben Glück im Unglück und werden auf das Restaurant „Zum Herkulesblick“ etwas außerhalb der Innenstadt aufmerksam. Erst sind wir etwas verhalten als wir schließlich auf dem Gelände des TC Rot-Weiß Kassel landen. Abendessen in der Tennis-Gaststätte. Kann das gut gehen?
Bereits als wir die Terrasse des Restaurants betreten sind wir positiv überrascht. Alles macht einen gepflegten Eindruck, der Service ist sehr freundlich und schnell. Und dann der Blick auf die Speisekarte. Ich traue meinen Augen nicht: Spinatknödel! Eine meiner absoluten Lieblingsgerichte. Oh, tief durchatmen. Ich freue mich so, dass wir diesen tollen Fang zum Ende des Tages gemacht haben. Das Essen ist wirklich sehr, sehr lecker. Die Atmosphäre ist sehr ruhig und entspannend. Ein Volltreffer also!
So zufrieden geht für uns ein richtig schönes Tag zu Ende. Und ja, wir können uns vorstellen, sowohl den Habichtswald als auch den Herkulesblick ein zweites Mal zu besuchen;-)
