[:de]Das Wunder von Lengede[:en]The miracle of Lengede[:]
[:de]Beim „Wunder von Lengede“ dankt man sofort, na klar, an das Grubenunglück von 1963 und die wundersame Rettung von elf Kumpeln nach vierzehn Tagen. Darüber hinaus gibt es aber noch eine andere Art von besonderem Zeichen. Und wie sollte es auch anders sein, natürlich hängt dieses Phänomen mit einer Wanderung zusammen. Aber auch hier kommt Lengede die Bergbauvergangenheit zugute. Und zugegeben, wären wir im Zusammenhang mit einem Gartenbesuch in Münstedt nicht über diese Runde an den Lengeder Teichen gestolpert, hätten wir diesen wundervollen Ausflug in die Natur des ehemaligen Erzabbaus niemals kennengelernt. Denn heute sind große Teile des ehemaligen Abbau- bzw. Klärteichgeländes renaturiert und stehen unter Naturschutz. Ein Unterfangen, das sich unserer Meinung nach gelohnt hat, wie die zahlreichen Insekten zeigen, die sich in der Nähe der Teiche tummeln. Aber Vorsicht: das Mückenspray sollte hier immer zur Hand sein.
Offene Gartenpforte, die Zweite
Nach unserem Gartenbesuch am letzten Sonntag, der uns nachhaltig begeistert hat, sind wir wieder on tour. Uns ist klar, dass wir an diesem Sonnabend auch einen Reinfall erleben können. Schließlich lassen sich solche Hochgefühle nicht beliebig wiederholen. Am Mittwoch steht das Programm, diesmal inklusive Pfifferlingsschmaus im Waldgasthaus Odinshain. Die Choreographie war gar nicht so einfach. Letztendlich gestaltet sich die Route um den Gartenbesuch herum. Der findet diesmal in Münstedt statt. Das liegt in der Nähe von Ilsede. Über komoot entdecke ich einen Ausflug um die Lengeder Teiche bis zum Seilbahnberg. Das klingt erstmal annehmbar. Da zufällig Pfifferlingszeit ist muss jetzt eine Gaststätte her, die im Umkreis liegt und diesen edlen Pilz im Angebot hat. Hier klingt der Groß Bültener Hof sehr verlockend. Aber verdammt, das Restaurant hat samstags geschlossen. Die Wahl fällt nach einigem Zögern schließlich auf das Waldgasthaus Odinshain.
Die Hantelmanns halten Hof
Oh ja, es muss ein Superlativ sein: 4500 qm Resthof mit großem Garten im Landhausstil. Wir treffen am frühen Nachmittag ein. Gleich im Vorgarten wird das Konzept dieser Anlage deutlich: sehr viel Dekoration, teils mit fantasievollem, teil mit merkwürdigem Charakter. Da hängen zwei galaktische Todessterne im Baum. Star Wars-Fans oder was? Es ist noch zu früh, um sich eine Meinung zu bilden. Ein paar Meter weiter treffen wir auf eine Skulptur, die dem „Kleinen Prinzen“ verdammt ähnlich sieht. Davor ist eine tiefergelegte Sitzgelegenheit mit vier Stühlen aufgebaut. Rechts davon fühlt man sich angsichts eines Mauerensembles wie auf einem Friedhof. Wir gehen in Richtung eines Hochbeets mit Nutzpflanzen. An dieser engen Stelle stauen sich die Besucher ein wenig. Ein älterer Herr ruft seiner Frau mit Gehhilfe zu: „Du kannst dir den Garten auch später auf meinem Handy anschauen.“ Wir kommen in einen andere Teil des Gartens, der von Wald-Hotensien bestimmt wird. Dies sehr zur Freude vom Tagpfauenauge und dem Admiral, zwei Schmetterlingsarten. Wir staunen, wie ruhig und zutraulich die Insekten auf den Blüten liegen.
Der grün-goldene Rosenkäfer
Wir schlendern am Gartenteich mit den gelben Teichrosen vorbei und bleiben erneut an einer Hortensie hängen. Da bewegt sich doch etwas! Eine Art Käfer mit einem grün-goldenen Panzer hat sich in dem Blütenmeer verschanzt. Den wollen wir unbedingt ablichten, der Käfer will aber nicht. Wir umkreisen den kleinen Kerl mehrfach. Der ist aber ziemlich gut darin, sich zu verstecken. Es handelt sich um einen, nein sogar zwei Rosenkäfer. Diese Insekten stehen sogar unter Artenschutz! Wir lassen dem Tier schließlich seine nachmittägliche Ruhe und widmen uns dem Kuchenbuffet. Die meisten Besucher haben davon natürlich bereits vor uns Gebrauch gemacht. Was soll man schon machen bei den vielen Sitzgelegenheiten? Burkhard entscheidet sich für ein Stück Stachelbeer-Streuselkuchen.
Das Wunder von Lengede
Da unser Tisch für 19:30 Uhr bestellt ist, wird es für uns langsam Zeit. Auf dem Weg zurück zum Auto sehen wir, dass der Besucherandrang jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt. Logisch, ist ja Kaffeezeit. Na, da heißt es jetzt aber schnell sein, bevor das süße Gebäck weg ist. Für uns geht es von Münstedt nach Klein Lafferde. Das ist nur ein Katzensprung. In der Ortsmitte legen wir los. 16,9 Kilometer liegen vor uns. Wir bewegen uns Richtung Ortsausgang und biegen in einen Feldweg ein. Wir machen den Fehler und ziehen bereits jetzt einen Vergleich zur Tour vom letzten Wochenende. Als wir jedoch die Fuhse erreichen und auf den Abuteich zusteuern verändert sich alles. Die Pfade werden schmaler, die Umgebung schöner. Das kann doch noch etwas werden mit uns uns Lengede.
Ein gebrochener Flügel
Plötzlich sehen wir eine blaue Libelle vor uns auf dem Boden. Es ist eine Blauflügel Prachtlibelle. Aber irgendetwas stimmt da nicht. Oh je, der eine Flügel des Insekts hängt unnatürlich am schmalen, langen Körper. Das arme Ding. Leider können wir nicht helfen. Wir setzen das Insekt aber vorsichtig in das Unterholz, damit keiner drauftritt.
Nachdem wir den Abuteich umrundet haben, gehen wir weiter zu den Klärteichen 11 und 11a. Am 11a hat es sich eine Anglertruppe gemütlich gemacht. Es ist 17 Uhr und wir haben noch die zweite Hälfte der Wanderung vor uns. Sollen wir abkürzen? Wir entscheiden uns dagegen. Hm, das war vielleicht nicht so schlau. Wir befinden uns jetzt in einem Abschnitt des Wanderwegs, der bei Mücken besonders beliebt zu sein scheint. Nun ich denke, es ist fast unnötig zu sagen, dass sich unsere Schrittgeschwindigkeit gefühlt verdoppelt. Als wir endlich aus dieser Moskitohölle heraus sind stehen wir auch schon vor dem Bergbaupark. Unsere letzte Herausforderung ist der gut 150 Meter hohe Seilbahnberg. Der hat es aber tatsächlich nochmals in sich. Es geht nicht nur sehr steil hoch, nein, auch der Weg hinunter ist überraschend abenteuerlich. Von oben haben wir einen hervorragenden Blick auf die Umgebung.
Nachdem wir heile vom Berg heruntergekommen sind, schauen wir uns noch ein wenig im Bergbaupark um. Es finden sich einige Spuren aus der Vergangenheit, wie Bahnschienen oder die Statue eines überlebensgroßen Bergarbeiters. Noch liegen knappe sechs Kilometer vor uns. Es sieht nach Regen aus. Wir gehen lieber weiter. Die dunklen Wolken ziehen jedoch weiter und lassen die Landschaft bedrohlicher aussehen als die Lage wirklich ist. Wir kommen jedenfalls trockenen Fußes wieder nach Klein Lafferde zurück. Inzwischen hat sich mein Magen gemeldet. Zum Glück liegt das Waldgasthaus auch quasi um die Ecke. Nach der vielen Bewegung schmeckt das Radler doppelt so gut und die Pfifferlinge sowieso!
Open garden gate the second
After our garden visit last sunday, which strongly inspired us, we are again on tour. It is quite plain to us that this might be a non-event. After all exaltations like the one’s we had last sunday are not repeatable at will. On wednesday our programme has been arranged, inclusively a chantarelle feast at the Waldhaus Odinshain. The coreography has not been too easy this time. Finally the hiking tour is subject to the garden visit. This time Münstedt is the host which is close to Ilsede. My hiking app assists me to find a corresponding walk. By chance it is the season for chanterelles, i.e. we need a restaurant nearby that serves some. I become aware of the Groß Bültener Hof that looks tempting to me. Unfortunately, it is closed on saturdays. Finally, we decide on the Waldgasthaus Odinshain.
The Hantelmanns hold court
Oh yes, it must be a superlative: 4.500 square meter of a former farm with a huge garden in a country chic style. We arrive early afternoon. The front garden makes the concept already clear: a lot of decoration, partly with fanciful, partly with strange character. There are two galactic „death stars“ hanging in a tree. Are they Star Wars fans? It is too early yet to form an opinion. Afterwards we come a cross a sculpture which is a look-a-like of the „Little Prince“ figure. In front of that there is a lower down seating with four chairs. On the right you feel like being on a cemetery due to the wall has been erected there. We walk to a raised bed with economic plants. At this narrow place the visitors come to a halt. An elderly man calls to his wife: „You can look at the garden later on on my mobile.“ We discover another part of the garden, which is dominated by hydrangeas. It looks like the peacock butterfly and the red admiral loves it. We are suprised how relaxed it is sitting on the blossom.
The green golden garden chafer
We stroll at the garden pont with yellow lily pads and stop at another hydrangea. Something is moving. A kind of beetle with a green golden carapace is hiding himself in the sea of blossom. We want to take a picture of it, but the bug dos not want to. We circle around the little creature. However the it succeeds in hiding itself. It is a garden chafer. Those little insects are protected wildlife! We leave it alone in the end and walk over to the cake buffet. Most of the visitors made already use of it. What else can you do with al those seatings? Burkhard decides on a piece of gooseberry-streusel cake.
The miracle of Lengede
Our reservation is for 7:30 pm, we have to go. On our way back to the car, we realize that the crowd of visitors is accelerating. Sure, it is coffee time. Well, you have to hurry up now, before the sweets are gone. We drive from Münstedt to Klein Lafferde. It is only a stone’s throw away. We start in the village centre. We have a distance of 16.9 kilometres in front of us. We walk to the village limits and turn right into a country road. We make the mistake to compare the tour already to the one of last weekend. However upon reaching the Fuhse walking towards the Abuteich everything changes. The trails are more narrow, the landscape is more beautiful. Is that going to work out in the end?
A broken wing
Suddenly we see a blue dragonfly on the ground. It is a beautifl demoiselle. But something is wrong. Oh, poor thingy, one of the wings is broken. Unfortunately we cannot do nothing more than to put the insect aside in order that nobody steps on it.
After having circling around the Abuteich we continue towards the sedimentation ponds 11 and 11a. At 11a a group of fishermen is nestling there. It is about 5 o’clock pm and we still have half of the tour in front of us. Shall we take a short cut? We decide against it. May that was not our best decision on that day. Because we are now in a part where mosquitos love to live. I guess it goes without saying that our walking pace almost doubles. When we finally leave this mosquito hell we are standing in front ot the mining park. Our last challenge is the 150 metres high ropeway hill. It is a real rispnorter. Not only the ascent is steep, the descent is also. In the middle we enjoy a great view from the top.
After our descend we take a closer look at the mining park. There are some traces from the past, such as tracks or the statue of a larger than life statue of a miner. There are still about six kilometres ahead of us. We move on as there are dark and heavy clould hanging above us. Still the look more dangerous than they really are. We arrive safely and with dry feet at our starting point at Klein Lafferde. In the meantime my stomach was growling. Lucky enough the Waldgasthaus is just around the corner. After all that exercise the shandy tastes even better and the chanterelles even more so.
