Christina/ Mai 6, 2019/ Alltagsgeschichten

5. Mai 2019: Auf der höchsten Erhebung des Harzes liegt Schnee! Uh! Das Angebot einer Freundin zur Schneewanderung auf den Brocken verhallt in der Wandergruppe ungehört. Anfang Mai ist mir nach Wärme, nicht nach weißen Eiskristallen. Also muss eine Alternative her. Zum Glück liegt der Elm praktisch vor der Haustür. Auch der hat seine Reize. Mit dem RW 33, dem Schpöppenstedter-Elm-Rundweg, lockt eine 17km lange Tour. Davon, dass auch ein Dorftrip attraktiv sein kann und Überraschungen bietet, berichte ich im folgenden Beitrag.

Rittergut Sambleben

Ausgangspunkt der Wanderung ist der kleine Ort Schöppenstedt, genauer gesagt der Elm-Asse-Parkplatz. Von dort folgen wir der Wandermarkierung „33“ zunächst zum (noch geschlossenen) Freibad. Wir verlassen Schöppenstedt in Richtung Sambleben. Anfangs verläuft der Weg parallel zur Straße. Zum Glück ist diese nicht so stark befahren. In Sambleben angekommen machen wir unsere erste Entdeckung: das Rittergut Sambleben. Hier steht das Tor halb offen und die Sonne scheint, Zeit für eine kleine Frühstückspause. Wir genießen die warmen Strahlen und machen uns gestärkt in Richtung Osterberg auf.

Das Watzumer Häuschen

Leider ist die Ausschilderung des RW 33 hier teilweise mangelhaft. Glücklicherweise verläuft der Weg zum großen Teil parallel zum Eulenspiegel Radweg, sodass wir uns an diesem orientieren können. Alternativ treffen wir immer wieder auf freundliche Dorfbewohner, die uns weiterhelfen. Wir erklimmen den Osterberg und folgen dem Hagenweg zunächst bis zum Eitzumer Blick und weiter zum Watzumer Häuschen. Eigentlich würden wir hier gerne einkehren, aber leider hat das ehemalige Waldcafé geschlossen und ist mittlerweile in Privatbesitz.

Unterwegs wandeln wir auf Till Eulenspiegels Spuren, oftmals in Form von Tafeln, die seine Geschichten wiedergeben.

Durch die Feldmark nach Eitzum

Unverrichteter Dinge geht es weiter durch die Feldmark nach Eitzum, wo wir ein paar sehr schön renovierte Fachwerkhäuser ablichten. Dort verlieren wir nochmals den Weg, treffen aber auf eine nette Hundebesitzerin, die uns die Route zurück nach Schöppenstedt beschreibt. Am Ortsausgang erstehe ich noch selbst gemachtes Quittengelee für eine Freundin. Über eine Baumallee passieren wir zunächst den Rastplatz Altenau und erreichen kurze Zeit später unseren Ausgangspunkt. Gemütlich schlendern wir vorbei an der Küblinger Kirche durch den Ortskern von Schöppenstedt zum kleinen Bahnhof und nehmen den Zug retour nach Braunschweig.

Den Schalk im Nacken

Auch hier werden wir an dem ansonsten recht kühlen Maitag mit Sonne begrüßt. Wir fahren zum Kohlmarkt und gönnen uns beim Italiener das übliche Damengedeck, das uns in Schöppenstedt mangels Angebot leider verwehrt blieb. Und zum guten Schluss schließt sich der Kreis: Vom Giebel eines Fachwerkhauses grüßt Till Eulenspiegel die Zuschauer. Auf einem Trägerbalken des Gebäudes am Kohlmarkt spielte der bekannte Narr der Legende nach anno 1325 dem Stiefelmacher Christoffer ein Schelmenstück. Das „Eulenspiegel-Haus“ am Kohlmarkt wurde im Jahre 1758 vom Hofbaumeister Georg Christoph Sturm errichtet.

Damit beschließen wir vergnügt unsere Narren-, äh Wanderrunde ganz im Sinne des Braunschweiger Narrens mit Schalk im Nacken.

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