Christina/ Mai 5, 2009/ Kultur

Die wirtschaftliche Entwicklung eines großen deutschen Zeitschriftenverlags verlangte heute meine volle Aufmerksamkeit. U.a. hieß es da „man wolle im Ausland expandieren. Neben Indien und China denke man auch an den panarabischen Raum.“

Sogleich stellte sich mir die Frage, was denn der „panarabische“ Raum sei? Panarabismus, wenn es ihn so gegeben hat, würde ich maximal in die Zeit verlegen wollen, als es von syrischer und ägyptischer Seite Bestrebungen gab, die Arabischen Staaten wirtschaftlich und politisch näher zusammenrücken zu lassen.

Was verstehe ich denn nun unter „Panarabismus“? Also hier für euch zum Nachlesen: Panarabismus.

Ein Gespräch mit meinem guten Freund Ahmed konnte am letzten Sonntag Licht ins Dunkel bringen. Tatsächlich gibt es eine arabische Vereinigung, die sich al-Itisad al-sahafa al arabia nennt, also der Zusammenschluß der arabischen Medien (eigentlich Presse). Hier wäre an so übergreifende Sender wie Al-Arabia oder Al-Djazeera zu denken.

Wer tiefer in dieses Thema einsteigen möchte, dem empfehle ich meinen Artikel „The Arab Media Outlook 2008-2012“.

Ergänzung vom 18.07.2009: Vor Kurzem ist mir ein Rezensionsexemplar des Buches „Quo vadis Asien“ in die Hände gefallen. Auf den Seiten 91-92 aus dem Kapitel: „Der Mittlere Osten 1990: Versuch einer Systemanalyse“ von Christian Lekon finde ich eine Passage, die meinen Eindruck unterstützt. Lekon spricht da von einer „Diskreditierung des Pan-Arabismus“, die im Zuge des verlorenen Jom-Kippur Krieges und des nicht Zustandekommens eines arabischen Einheitsstaates, auftrat. „Was vom Pan-Arabismus übrig blieb“, so Lekon weiter, „war ein allgemeiner Diskurs, wonach die arabischen Staaten miteinander solidarisch handeln sollten.“

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