Herbstwanderung im Deister – Von Nienstedt zum Annaturm und Nordmannsturm

Christina/ September 30, 2025/ Alltagsgeschichten

Der Deister hat uns wieder einmal gezeigt, dass man nicht in die Ferne schweifen muss, um ein echtes Abenteuer zu erleben. An einem goldenen Herbsttag starten wir in Nienstedt am Deister – ein kleiner Ort, der wie ein Tor in diese grüne Mittelgebirgswelt wirkt.

Der erste Anstieg – Wachwerden garantiert
Noch keine zehn Minuten unterwegs, und schon brennen die Waden. Der Aufstieg von Nienstedt hinauf zum Kammweg ist steil, schweißtreibend und direkt ein guter Fitness-Check. Doch sobald wir den Kammweg erreichen, mischt sich zur Anstrengung auch die Vorfreude: Sonnenstrahlen fallen durch das herbstliche Blätterdach, die Luft riecht nach feuchtem Laub und Pilzen – Naturkino pur.

Der Annaturm – Aussicht und Biergarten-Atmosphäre
Unser erstes Etappenziel ist der Annaturm, der wie ein Wächter über den Deister thront. Über eine enge, steile Wendeltreppe klettern wir nach oben, die Stufen knarzen unter den Schuhen, und dann plötzlich: Panorama! Von hier reicht der Blick weit ins Calenberger Land, über Wälder, Felder und kleine Ortschaften. Direkt zu unseren Füßen liegt der Biergarten der Annaturm-Gaststätte, der an diesem sonnigen Tag fast aus allen Nähten platzt und wir mitten drin. Das Lachen, Stimmengewirr und das Klirren von Gläsern dringen bis nach oben – eine fröhliche Szenerie im Kontrast zur stillen Weite ringsum.

Wasserräder & verpasster Abstecher zum Kloster
Zurück auf dem Kammweg wandern wir weiter, bis der Wegweiser zu den Wasserrädern und Richtung Wennigser Mark auftaucht. Zugegeben: Die Wasserräder sind kein historisches Relikt, sondern eher eine kindgerechte Spielstation. Für Familien sicher nett, für uns bleibt es eher ein kurzer Zwischenstopp. Eigentlich wollten wir noch zum Kloster Wennigsen, doch die Zeit lief uns davon – also heben wir uns dieses Ziel für die nächste Tour auf.

Schweißtreibend zum Nordmannsturm
Die Entscheidung, zurück Richtung Nienstedt zu laufen, hieß allerdings nicht, dass es gemütlich weitergeht. Über einen Pfad parallel zum Kammweg erreichen wir den Alten Kammweg – und hier heißt es Zähne zusammenbeißen: 150 Höhenmeter auf nur 1,5 Kilometern. Der Weg ist steil, zieht sich in Serpentinen hoch und lässt den Puls ordentlich klettern. Doch die Belohnung wartet oben: der Nordmannsturm. Hier gönnen wir uns eine Pause, lassen uns Johannisbeerwein und Bier schmecken und genießen dabei den Blick über die herbstliche Landschaft. Ein perfekter Einkehrmoment!

Der finale Abstieg – steil und stimmungsvoll
Frisch gestärkt geht es an den Abstieg. Der Weg hinunter ist wunderschön, führt durch dichtes Grün und über schmale, steile Pfade – ein echtes Highlight, aber nichts für müde Beine oder die Dämmerung. Am Waldrand entdecken wir eine Bank, lassen uns nieder und genießen die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Ein goldener Abschluss, bevor wir zurück nach Nienstedt schlendern.

Fazit: Diese Runde hat alles, was eine typische Mittelgebirgswanderung ausmacht: knackige Anstiege, aussichtsreiche Türme, gemütliche Einkehrmöglichkeiten und stille Momente mitten in der Natur. Auch wenn das Kloster diesmal auf der Strecke blieb, steht für uns fest: Der Deister ruft nach einer zweiten Tour!

Praktische Infos zur Tour

  • Start/Ziel: Nienstedt am Deister
  • Strecke: ca. 14 km (Rundtour)
  • Höhenmeter: etwa 450–500 HM
  • Dauer: 4,5 – 5 Stunden (inkl. Pausen & Turmbesichtigungen)
  • Highlights: Annaturm (Aussicht & Gaststätte), Nordmannsturm (Einkehr), abwechslungsreiche Waldpfade
  • Anspruch: mittel bis anspruchsvoll – v.a. wegen der steilen An- und Abstiege

  • Tipp: festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und bei schönem Wetter früh starten – die Türme und Biergärten sind beliebt!

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