Gartenkunst gestrichen, Waldeslust gebucht: Unsere Wanderung im Deister
Im letzten Herbst haben wir uns den Deister entdeckt. Die Wanderung bei Nienstedt hatte uns von den Qualitäten des 405 Meter hohen Höhenzug im Calenberger Bergland an der Nordgrenze des Niedersächsischen Berglandes nahe Hannover überzeugt. Bei Komoot habe ich eine interessante Wanderung gefunden, die Natur und Kultur miteinander verbinden sollte. Diese trägt den schönen Namen „Gartenkunst und Waldeslust„. Das klang immerhin verlockend genug, um am diesem Samstagmorgen recht früh aufzustehen und in die Kurstadt aufzubrechen. Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass in Bad Nenndorf gerade Landesgartenschau ist. Tja, damit ist der Teil der Gartenlust dann schon mal unter den Tisch gefallen. Wir hatten nicht wirklich Lust, 25 Euro Eintritt zu bezahlen. Zumal das zeitlich zusammen mit der Wanderung auch eng geworden wäre. Nun, so haben wir uns den Kurteil für einen weiteren Besuch aufgehoben.
Wo geht es denn hier zum Deister?
Angekommen in Bad Nenndorf finden wir ein Parkplätzchen am Bahnhof. Von dort aus laufen wir durch die Fußgängerzone in Richtung Kurpark. Unterwegs gibt es eine unerwartete Begegnung mit den Alltagsmenschen von Christel und Laura Lechner, die es in 2023 auch schon einmal in Braunschweig zu bewundern gab. Aber das ist nicht alles. Am Ende der Straße, kurz vor dem Kurpark, gibt es ein Kunstwerk aus 75 Tonnen Spezial-Skulptursand zu bestaunen, erschaffen vom Künstlerteam „Sandcity“. Na, das geht ja gut los. Dann stehen wir allerdings recht schnell vor einer Absperrung. In den Park selbst kommen wir nicht herein, hier wären 25 Euro fällig. Schade. Allerdings haben wir jetzt auch das Problem den Einstieg in den Deister zu finden. Wir umrunden einmal das gesamt Ausstellungsgelände und erreichen schließlich das sogenannte „Tor zum Deister“. Gemeint ist damit der Erlengrund, entworfen vom Brunnengärtner Carl Thon im Jahre 1903. Über die schöne Bubikopfallee ist der Erlengrund mit dem Kur- und Landschaftspark und dem Deister verbunden. Na prima, da sind wir ja auf dem richtigen Weg.
Einmal Rundweg Nr. 3 bitte
Angekommen auf der Cäcilienhöhe verschaffen wir uns erstmal einen Überblick. Drei Rundwege durch den Deister werden ab Bad Nenndorf angeboten. Wir wählen die Nummer drei, das ist die wohl interessanteste und auch längste Wanderung. Auf dem Programm stehen der Belvedereturm, die Bantorfer Höhe, die Waldgaststätte am Teufelsgrund, die Deister-Alm und die Mooshütte – klingt spannend. Wir ziehen los und erstmal geht’s bergauf zum Turm. Der lässt sich tatsächlich auch besteigen. Von hier oben genießt man einen schönen Blick auf die Umgebung, denn gönnen wir uns natürlich. Unten folgen wir der Ausschilderung des Weges Nr. 3. Einmal kommen wir vom Weg ab, aber da hilft ein Blick auf Google Maps und schon sind wir wieder auf der Strecke. Plötzlich mitten im Wald und komplett aus heiterem, blauen Himmel fängt es an zu Tröpfeln. Nanu, hat uns ein Vogel auf den Kopf geschissen oder ist das wirklich Regen? Tatsächlich es regnet, obwohl keine Wolke am Firmament zu sehen ist – krass. Einen Schirm oder Regenklamotten haben wir jetzt nicht dabei. Ist aber nicht schlimm, da bereits vor unseren Augen eine Wirtschaft auftaucht – die Waldgaststätte Teufelsbrücke. Ah Verdammt, die haben noch Urlaub. Hm, im Biergarten stehen aber überdachte Bänke. Da warten wir den Schauer ab und genießen unser mitgebrachtes Essen und Trinken.
Stärkung vor der Steigung
Die Pause war definitiv ein smarter Move von uns, im Anschluss daran geht es nämlich erstmal eine ganze Weile bergauf bis wir schließlich die Kreuzbuche erreichen. An dieser Stelle spalten sich die Wege auf. Wir wählen die Route in Richtung Mooshütte. Hier hoffen wir, ein offenes Lokal mit Außenterrasse zu finden. Und, wir werden positiv überrascht. Dort angekommen finden wir eine schöne und gemütliche Waldgaststätte vor, fast im bayerischen Stil. Ausgezeichnet, hier lassen wir uns nieder. Da an diese Samstag Einschulung ist, ist hier einiges los. Familien mit Kindern, Kuchen und Anhang stürmen die Mooshütte. Nachdem wir unseren Durst gelöscht haben machen wir uns auf den Rückweg nach Bad Nenndorf. Diesmal umlaufen wir das Ausstellungsgelände in die andere Richtung und kommen wieder gut am Auto an und ja, zum Abschluss tröpfelt es schon wieder aus heiterem Himmel.
Mit dem Rad auf dem Grünen Band
Am nächsten Tag lassen wir es ruhiger angehen und starten mit den Rädern direkt von der Haustüre aus. Über Wiedelah fahren wir nach Lüttgenrode und gelangen von dort zum ehemaligen Kloster Stöttlingenburg. Nicht nur das Gelände war uns komplett neu sondern auch die Tatsache, dass sich hier eine Stempelstelle der Harzer Wandernadel befindet. Guck an! Wir folgen der Radroute am Grünen Band und kommen nach Abbenrode. Hier wollen wir dem Café Grünspan einen Besuch abstatten. Das sehr liebevoll eingerichtete Café lockt mit selbstgebackenem Kuchen und leckeren Getränken. Prädikat: empfehlenswert! In Abbenrode gibt es zudem einen Mühlenwanderweg, auf dem wollen wir uns noch ein wenig umschauen. Da sich die Wege allerdings wirklich mehr zum Wandern als zum Radeln eignen, stranden wir an der Mühle Otto und heben uns die restlichen Bauwerke für einen nächsten Besuch auf.
