Früh los, viel erlebt: Tierpark Sababurg und Tillyschanze an einem Tag

Christina/ Mai 5, 2026/ Alltagsgeschichten/ 0Kommentare

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in Zeiten der Krise(n) finde ich Tierbesuche sehr entspannend! Der Tierpark Sababurg stand bereits länger auf unserer Bucket-List. Als „Falken“-Fan sehe ich mir gerne Flugshows an, so wie sie eben der Tierpark im Reinhardswald bietet. Und hier schon einmal ein kleiner Tipp: Geht möglichst am Vormittag zur Veranstaltung, nachmittags haben die Vögel weniger Lust zum Fliegen:-)

Auf zum Tierpark Sababurg
Beim herrlichstem Wetter am 1. Mai geht es morgens Richtung Weserbergland. Zum Glück ist die A7 heute morgen frei, sodass wir bereits nach 1,5 Stunden am Tierpark sind. Ich staune nicht schlecht als ich auf den Parkplatz fahre. Noch ist es recht früh, die Stellplätze sind aber bereits gut belegt. Ich schaue auf die Uhr und sehe, dass wir pünktlich zur ersten Schaufütterung um 10:30 Uhr vor Ort sind. Zunächst sind die Pinguine an der Reihe. Um 11:00 Uhr geht es dann zu den Erdmännchen, gefolgt von der Greifvogelschau um 11:30 Uhr. Das klingt nach einem guten Plan und lässt Vorfreude aufkommen. Erst später, beim Verlassen des Geländes, werden wir erkennen, wie schlau es tatsächlich war, hier früh zu starten!

Pinguine im Paarungsmodus
Also auf geht’s zu den Humboldt-Pinguinen. Warum Humboldt? Nun, weil diese Pinguine, im Gegensatz zu ihren Kumpels aus der Antarktis, die Wärme lieben und sich zum Abkühlen ins Wasser stürzen. Als wir das Gelände betreten sind wir aber zunächst von merkwürdig klingenden Schreien irritiert. Schnell kombiniere ich, dass hier wohl jemand auf Freiersfüßen schwebt und nach Gesellschaft ruft. Nun so wie es klingt, ist der Versuch nur bedingt erfolgreich. Einige Pinguin-Männchen sitzen also vor den Höhleneingängen und versuchen ihr Glück bei der Damenwelt, während sich andere bereits im Wasser tummeln und auf die Fütterung warten. Als diese jedoch beginnt, sind wir erstaunt, wie gesittet sich die possierlichen Tierchen verhalten – kaum Gedrängel, kein Gerangel. Man achtet auf seine Figur? Wir amüsieren uns auf jeden Fall sehr gut und lauschen gleichzeitig den Erklärungen der Tierpflegerin.

Aufgepasst bei den Erdmännchen
Vom Pinguine-Gehege geht es weiter zu den Erdmännchen. Wir sind pünktlich da, um einen guten Platz zu ergattern. Schließlich sind die lustigen Tierchen relativ klein. Die niedlichen Surikate, zwei sind aktuell vor Ort, sind recht scheu. Einer von beiden ist immer in Habachtstellung und hält Ausschau nach Feinden. Als auch hier die Schaufütterung beginnt und die ersten Würmer durch’s Areal fliegen, bleiben auch die Erdmännchen relativ gelassen. Naja, die sind auch nicht blöd. Die wissen ja, dass es regelmäßig zweimal am Tag was gibt:-) Bei den Erdmännchen, so lernen wir, haben die Weibchen das Sagen. Gut so!

Die Meister der Lüfte
Und schon zieht es uns weiter zur Greifvogelschau. Klar, hier ist es am Vollsten. Wir bekommen aber noch einen guten Platz. Ich halte schon einmal nach den Falken Ausschau. Pünktlich um 11:30 Uhr geht es dann los. Zuerst treten zwei Bussarde in die Manege. Der das Geschehen kommentierende Tierpfleger lässt uns wissen, dass den Greifvögel die heutige Wetterlage zu Schaffen macht. Warum das? Nun, die Wärme und der Gegenwind, wenn die Vögel den Hang zu den Bäumen oder den „Landeplätzen“ hinauffliegen müssen, ist schon anstrengend für die Tiere. Und damit diese nachmittags überhaupt noch Lust haben zu fliegen, halten sich die Runden heute Morgen in Grenzen. Die Tiere sind halt schlau: Nicht mehr Energie verbrauchen als nötig, das Fressen kommt ja sowieso per Lieferung:-) Nacheinander beeindrucken uns Falken, ein Waldkauz und zum Schluss der mächtige Seeadler mit ihren Künsten. Viele „Aaahs“ und „Ooohs“ raunen durch’s Publikum. Die Handys sind gezückt, ist ja klar. Nach einer halben Stunde ist die Vorstellung beendet. Wir gehen den kleinen Hügel hoch und wollen uns die Greifvögel noch aus der Nähe ansehen. Und, so lustig es auch klingt, die Mädels und Jungs scheinen das Schaulaufen entweder schon zu kennen oder sie haben eine Social Media-Schulung durchlaufen. Besonders der Seeadler wirft sich immer wieder in (Foto-)Pose.

Der Luchs hat schlecht Karten
Wir wollen am Nachmittag noch weiter zur Tillyschanze in Hannoversch Münden, deshalb machen wir uns wieder auf dem Weg. Auf dem Programm haben wir noch die Wölfe, da zeigt sich heute aber niemand. Weiter geht es dann zu den Luchsen, da haben wir mehr Glück. Ein etwas deprimiert wirkender Luchs stromert durch das Gehege. Nach kurze Zeit wird auch deutlich, woher die Frustration kommt. Neben dem Luchs sind auch zwei weibliche Exemplare in dem Areal untergebracht. Jedes Mal, wenn das Männchen an einer der beiden Damen vorbeischleicht wird er mit einem bösen Fauchen begrüßt. Ich glaube, da hat sich jemand unbeliebt gemacht:-)

Auf dem Weg zum Ausgang kommen wir noch am Vielfraß-Gehege vorbei. Das bärenartige Geschöpf gibt sich aber recht träge, vermutlich ist auch hier bekannt, dass die nächste Fütterung ansteht. Als wir wieder auf dem Parkplatz des Tierparks ankommen, wird uns das Ausmaß des Besucherstroms erst richtig bewusst. Mittlerweile kreisen die Wagen um jeden frei werdenden Stellplatz. Das hat sich das frühe Aufstehen doch heute morgen wirklich gelohnt. Wir aber brechen auf und halten auf dem Weg nach Hannoversch Münden noch am „Dornröschenschloss“ Sababurg. Allerdings wird hier gerade kräftig renoviert, aus dem Schloss soll ein Hotel gemacht werden. Aufgrund des Baugerüstes gibt es derzeit nicht viel zu sehen, obwohl uns das Schild sagt, dass man ab Mai wieder den Innenhof besichtigen kann. Nur halt nicht am Tag der Arbeit.

Hoch zur Tillyschanze
Nach unserer kurzen Stippvisite an der Sababurg geht’s weiter nach Hannoversch Münden. Hier finden wir einen geschickten Parkplatz an der Hauptstraße, nicht weit vom Aufstieg zur Tillyschanze entfernt. Obwohl wir bereits guten Auslauf im Tierpark hatten (die Größe des Geländes ist schon beeindruckend), wollen wir uns auf dem Rundweg Nr. 3 noch zusätzlich die Füße vertreten. Nach dem recht anstrengenden Fußmarsch auf die Schanze bleiben wir jedoch erstmal beim herrlichen Ausblick auf Hannover-Münden stehen und anschließend beim wohlverdienten Alster in der Waldgaststätte Tillyschanze. Mit ein wenig musikalischer Untermalung herrscht hier durchaus Feiertagsstimmung, man genießt das herrliche Wetter und das gute Speisen- und Getränkeangebot.

Spargel gut – alles gut!
Uns zieht es allerdings nach der Pause weiter in den Wald. Zunächst haben wir noch einen steilen Anstieg vor uns, als wir dann allerdings das Plateau erreichen, bleibt es erstmal flach. Der weitere Streckenverlauf ist dann auch eher enttäuschend. Der Weg ist eher breit und kiesig, zu sehen gibt – außer Bäumen – auch nichts. Als wir zum Schluss auch noch über den Fulda-Radweg und die Hauptstraße in Hannover-Münden zurück“wandern“ müssen, sind wir doch ein wenig deprimiert. Wir hatten uns mehr versprochen. Guten Mutes sind wir unterwegs dann allerdings wieder, als wir noch einen Tisch auf der schönen Terrasse der „Zur Linde“-Gaststätte (aka: Fritz Willers) in Bilderlahe ergattern. Jetzt steht dem traditionellen Spargelessen nichts mehr im Wege. Einen schöneren Ausklang dieses fast perfekten Tages hätten wir uns gar nicht ausmalen können.

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