Entlang des Grumbacher Graben Trails
Was gibt es Schöneres als bei sommerlicher Hitze Schutz im Harz zu suchen? Ich verstehe, in einigen Teil wird das aufgrund des fehlenden Baumbestands schwierig. Aber, es gibt immer noch sehr schöne Ecken, wo der Blätterwald vor hoher Sonneneinstrahlung schützt und etwas Kühle spendet. Die kleine Bergstadt Wildemann mit ihrem Halben-Höhen-Weg und dem Grumbacher Graben-Trail gehören zu diesen Rückzugsorten. Der Ausgangspunkt der Wanderung ist also Wildemann. Dort finden wir in der Nähe des Kurparks, direkt am Halbe-Höhen-Weg einen Parkplatz. Es geht also zunächst bergauf bis wir den „Glück-Auf-Park“ erreichen. Über das Spiegeltal laufen wir entlang am Grumbach in Richtung Wassertretstelle Wildemann.
Osterwasserbrauch
An einer Wasserstelle mit Sitzgelegenheit entdecken wir ein Schild. „Osterwasserbrauch“ steht darauf. Nanu, was soll denn das sein? Wir lernen, dass man am Ostersonntag, möglichst noch in der Dunkelheit und schweigend zum Bächlein wandert. An der Osterwasserquelle (Irmgardquelle) angekommen soll man einen kräftigen Schluck trinken, damit alle Wünsche wahr werden. Dann darf auch wieder gesprochen werden. Und als Belohnung lockt ein deftiger Schärperfrühstück. Da tut sich schon die nächste Frage auf. Was bitte ist denn ein Schärperfrühstück? Als Schärper oder auch Tscherper wird das Bergmanns- und Frühstücksmesser der Oberharzer genannt. Das Tscherper-Messer ist ein traditionelles Werkzeug, aber auch ein Frühstücksmesser. Damals benutzten die Bergleute den Tscherper auch dazu, um „über den Daumen“ zu essen. Interessant, was man alles so auf einer Wanderung erfährt. Ich wäre fast geneigt zu sagen, dass Wandern bildet.
Aussichtspunkt Grumbacher Wasserfall
Wir wandern weiter auf der Allee „Baum des Jahres“ zum Grumbacher Wasserfall und kommen Willi-Müller-Weg vorbei, dessen Namensschild irgendwie im Gras gelandet ist. Am Ende des Grumbacher Flößgrabens befinden sich der Grumbacher Wasserfall sowie eine kleine Aussichtsplattform. Das Wasser stürzt hier am Hang entlang rund 15 Meter in die Tiefe, bis es den Grumbach unterhalb des Grumbacher Teiches erreicht. Für uns geht es weiter entlang des Grumbacher Graben Trails bis wir den Unteren Grumbacher Teich erreichen. Wir folgen dem Graben weiter und gelangen schließlich nach Hahnenklee, genauer gesagt zum Kuttelbacher Teich, der mittlerweile auch ein Waldbad beherbergt. Wir aber wollen nicht plantschen, sondern ein Getränke-Päuschen einlegen und landen im 1894, das nicht nur eine Minigolf-Anlage ist, sondern auch Bistro und Bar.
Spiegeltaler Wasserfall
Nach der Stärkung laufen wir noch ein bisschen durch die Fuze von Hahnenklee. Vorbei an der imposanten Stabkirche, die irgendwie das Wahrzeichen des Orts ist, und über den Liebesbankweg gelangen wir zum Pochwerkplatz in Hahnenklee-Bockswiese. Dabei handelt es sich um einen Kurparkanlage, die bis 1931 als Erzverarbeitungsanlage diente. Ein Wasserrad dreht sich dort immer noch. Entlang am Zellerfelder Kunstgraben (ein sehr schöner Weg!) kommen wir zur großartigsten Entdeckung des Tages: dem Spiegeltaler Wasserfall. Diese beeindruckend Kaskade ist etwa fünf Meter hoch und liegt im Spiegeltal, nur ein paar Meter unterhalb des Oberen Spiegeltaler Teiches. Der Wasserfall stürzt in ein kleines Bassin, indem man sich prima die Füße abkühlen kann. Das Wasser ist wirklich sehr kalt und die Steine am Boden sind teilweise ganz schön spitz. Aber die Erfrischung ist herrlich. Es fällt uns gar nicht so leicht, diesen wunderschönen Platz wieder zu verlassen.
Wir wandern weiter, kommen am Unteren Spiegeltaler Wasserfall vorbei und einem Fledermausschutzwall. Entlang des Spiegeltalgrabens geht es schließlich zurück zu unserem Ausgangspunkt in Wildemann. Unser Fazit: Eine wirklich schöne Wanderung entlang herrlicher Wassergräben, imposanten Wasserfällen und schönen Badeteichen. Eben genau das Richtige bei sommerlicher Hitze!
